Motorradgottesdienst

Biker in der Kirche: Zweiter Motorradgottesdienst in Essen

Im vergangenen Jahr fand der Motorradgottesdienst im Bergmannsdom in Essen-Katernberg statt. Dieses Jahr wird in Steele gefeiert.

Im vergangenen Jahr fand der Motorradgottesdienst im Bergmannsdom in Essen-Katernberg statt. Dieses Jahr wird in Steele gefeiert.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Steele.  Zum zweiten Mal findet in Essen ein stadtweiter Motorradgottesdienst statt. Dabei geht es auch um persönliche Geschichten der Biker.

Motorradfahrer aus der ganzen Stadt treffen sich am Sonntag zum zweiten Essener Motorradgottesdienst in der Königssteeler Friedenskirche. Das Motto: „Wir sind auf dem Weg“. Pfarrer Heiner Mausehund und Motorradfahrer aus verschiedenen Biker-Gruppen organisieren und gestalten den Gottesdienst, der sich an Menschen aller Konfessionen richtet. „Drei Biker werden ihre persönliche Geschichte erzählen“, erklärt Mausehund, der selbst passionierte Motorradfahrer ist.

„Die Motorradfahrer berichten, was sie auf ihrem Weg erlebt haben“, so der 63 Jahre alte Pfarrer. Auf dem Motorrad nehme man die Umgebung anders wahr, auf dem Weg begegnen einem beispielsweise die Gerüche von Feldern oder Linden. „Motorradfahren ist ein Ausdruck von Freiheit“, sagt Mausehund, der kürzlich zum Assessor und stellvertretenden Superintendent des Kirchenkreises Essen gewählt wurde. Im Gottesdienst am Sonntag gehe es aber auch um ernste Themen, so werde mit einer Schweigeminute und Gebeten allen Opfern des Straßenverkehrs gedacht.

Vor dem Motorradgottesdienst gibt es ein gemeinsames Frühstück

Die Veranstaltung startet um 9.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück vor der Kirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße 39, um 11 Uhr läuten dann die Glocken den Gottesdienst ein. Das Jazz-Ensemble „Blue Notes“ wird die Feier begleiten. Die biblische Grundlage ist die Emmausgeschichte aus dem Lukasevangelium: „Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa sechzig Stadien entfernt; dessen Name ist Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen...“ (Lukas 24, 13-15).

Auf die übliche Predigt werde im Gottesdienst jedoch verzichtet, erklärt Mausehund: „Stattdessen teilen drei oder vier Mitglieder aus dem Vorbereitungsteam ihre Weggeschichten mit den Gottesdienstbesuchern.“ Im Mittelpunkt stehen dabei Themen, die nicht nur Motorradfahrer bewegen, so Mausehund: „Fragen nach dem Ziel unseres Lebensweges. Die Stärkung, die der Anblick schöner Landschaften bewirkt und für die wir dankbar sind. Glückliche Momente abseits des Weges, die leicht übersehen werden. Das Vermögen, Korrekturen an der eigenen Fahr- beziehungsweise Lebensweise vorzunehmen und Auswege zu finden. Fahrten, die fröhlich begannen und schrecklich endeten.“

Fahrsicherheitstraining und Ausfahrten nach dem Gottesdienst

Schön enden soll hingegen der kommenden Sonntag und so hat das Orga-Team nach dem Gottesdienst noch Weiteres geplant: Vor der Friedenskirche gibt es beispielsweise Info-Stände, Live-Musik, Grillspezialitäten und ein Kuchenbuffet. Ein Fahrsicherheitstraining wird angeboten. Und: Ab 13 Uhr geht es zu Gruppenausfahrten mit je zehn Teilnehmern auf die schönsten Strecken durch das Ruhrgebiet. Von 10.30 bis 12 Uhr gibt es einen Kindergottesdienst, zu dem auch die Kinder der Besucher des Motorradgottesdienstes eingeladen sind.

Im vergangenen Jahr wurde der Gottesdienst im Bergmannsdom in Katernberg gefeiert, Pfarrer Rolf Zwick, der ebenfalls Bikerarbeit macht, hielt die Predigt. Schätzungsweise 200 Biker kamen. Für das kommende Jahr ist ein Motorradgottesdienst am 5. Juli in der Dellwiger Friedenskirche geplant. Dort gibt es, wie in Steele, eine engagierte Motorradgruppe.

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