Kultur

Bernd Witthüser, der Herr der „Essener Songtage“, ist tot

Bei einem seiner letzten Auftritte in Essen: Bernd Witthüser mit langen Haaren und Lederhose vor dem Jugendzentrum Papestraße, wo 2010 ein Songtage-Revival-Konzert stattfand.

Foto: Katrin Bölstler

Bei einem seiner letzten Auftritte in Essen: Bernd Witthüser mit langen Haaren und Lederhose vor dem Jugendzentrum Papestraße, wo 2010 ein Songtage-Revival-Konzert stattfand. Foto: Katrin Bölstler

Essen.   Bernd Witthüser war 1968 der Geschäftsführer der legendären „Essener Songtage“. Jetzt starb er mit 73 Jahren als Straßenmusiker in Italien.

Einen seiner letzten Auftritte in Essen hatte Bernd Witthüser im September 2010, als sie im Jugendzentrum an der Papestraße ein Songtage-Revival-Konzert veranstalteten. Witthüser übernahm die Eröffnung, mit langen Haaren und Lederhose. „Er war damals immer noch ein cooler Typ“, erinnert sich Detlev Mahnert, ein Weggefährte.

Der Essener Witthüser, seit Jahrzehnten in der Toskana als Straßenmusiker zu Hause, ist jetzt im Alter von 73 Jahren gestorben. Er sei friedlich eingeschlafen, heißt es. In unserer Stadt ist sein Name mit dem legendären Musik-Festival „Song-Tage“ verbunden, das 1968 in der Grugahalle und im Saalbau Geschichte schrieb. Selbst Frank Zappa kam.

Die Begegnung mit Frank Zappa sollte ihn verändern

„Die Begegnung mit Zappa hat ihn für immer verändert“, erinnert sich Mahnert, der vor Jahren seine Erinnerungen an das Musikfestival in einem Buch aufgeschrieben hat. „Er sagte danach, unsere Musik muss unbedingt besser werden.“ Bis dahin war Witthüser in der lokalen Folk-Szene eine schillernde Größe, hatte den Musikclub „Podium“ mit aufgebaut; später machte er als Teil des Duos „Witthüser und Westrupp“ sogar ein wenig Karriere. Man versuchte eine Mischung aus Klamauk und psychedelischen Sounds; Höhepunkt des Erfolgs war 1971 das Album „Der Jesus-Pilz“, eine Art Bibel-Vertonung; man tourte durch Deutschland, kam ins Fernsehen. Die Menschen damals waren wohl offen für so etwas.

1973 ging Witthüser dann nach Berlin, später nach Italien. „Geschäftsführer der Songtage“ – das klingt fast hochtrabend. „Eigentlich war er dafür viel zu chaotisch“, sagt Mahnert mit einem Augenzwinkern. „Aber das ganze Festival damals war ja chaotisch.“

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