Verspätung

Baustelle Bürgerhaus: Sanierung in Essen gerät aus dem Takt

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Das Bürgerhaus Oststadt in Essen Freisenbruch wird derzeit saniert, das Ende der Bauarbeiten verzögert sich bis 2022.

Das Bürgerhaus Oststadt in Essen Freisenbruch wird derzeit saniert, das Ende der Bauarbeiten verzögert sich bis 2022.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Freisenbruch.  Gestiegene Kosten und eine erneute Verzögerung auf der Baustelle: Das Bürgerhaus Oststadt öffnet wohl erst 2022. Auswirkung auf Kosten unklar.

Als die Generalsanierung im Bürgerhaus Oststadt Anfang 2020 startete, da gingen alle Beteiligten von einer Wiedereröffnung nach rund einem Jahr aus. Nun steht laut Stadt fest: In diesem Jahr wird das Haus seine Türen nicht mehr öffnen. Pläne mussten während der Bauphase mehrfach angepasst werden, hinzu kommt die hohe Auslastung bei den ausführenden Firmen. Dabei fehlt wird dieser soziale Treff mit seinen Bildungsangeboten.

Allein die Vorbereitungen vor dem Beginn der Arbeiten bedeuteten einen großen logistischen Aufwand, um räumliche Alternativen zu finden. Finden doch zahlreiche Kurse und Angebote rund um Musik, Sprache, Sport und Bildung am Schultenweg statt. Dort bietet die Awo ihren beliebten Frühstückstreff an, im Kleiderladen erhalten Besucher günstige gebrauchte Kleidung. Kinder aus dem benachbarten Bergmannsfeld oder Hörsterfeld, deren Familien verschieden Nationalitäten haben, erhalten nicht nur in der Stadtteilbibliothek Sprachförderung. Die Bibliothek befindet sich derzeit im Krayer Rathaus, den Weg dorthin finden nicht viele aus den Siedlungen.

Die Bauarbeiten im Essener Bürgerhaus Oststadt verzögern sich weiterhin

Rund vier Millionen Euro soll nun die laufende Sanierung des Hauses von 1976 kosten, das nach den Plänen des Architekten Friedrich Mebes entstanden und inzwischen denkmalgeschützt ist. Allein der Denkmalschutz ließ die Kosten um fast zwei Millionen steigen. Die Arbeiten laufen im Inneren des Hauses und betreffen Fluchtwege, Elektrik, Toiletten sowie Bauteile wie die großflächige aus Holz gestaltete Decke. Schadstoffe müssen beseitigt werden. Auf dem Außengelände muss bei den Sicherheitsstandards und Brüstungen nachgebessert werden, alles soll am Ende barrierefrei sein.

Das Ende der Baustelle aber verzögerte sich bereits im Vorjahr, als bei der Beseitigung von Schadstoffen wie Asbest und PCB eben diese freigesetzt worden waren. Laut Stadt war ein unsachgemäßer Umgang einer der zuständigen Firma der Grund gewesen. Künstliche Mineralfasern traten aus, die Baustelle wurde stillgelegt, was eine Bauzeitverzögerung von rund sechs Wochen bedeutete.

Das ist nicht die erste Verzögerung auf der Baustelle im Essener Osten

„Jetzt sind die Installationsarbeiten im Bereich Datentechnik für Internet/WLAN und Telefon erledigt. Auch die Arbeiten in den Bereichen Sanitär und Lüftung sind weitgehend abgeschlossen“, erklärt Stadtsprecher Patrick Opierzynski zum aktuellen Stand. Die Elektroinstallationen seien noch im vollen Gang und sollen im Herbst abgeschlossen werden.

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Anschließend soll mit dem Trockenbau und den Verputzarbeiten begonnen werden. Der Einbau der neuen Brandschutztüren soll im September beginnen. „Da in den Außen-WCs erhebliche Schäden an der äußeren Abdichtung festgestellt wurden, werden in diesem Bereich weitere abdichtende Arbeiten an Dach und Wände nötig“, beschreibt Patrick Opierzynski.

Zu der Verzögerung bei den Bauarbeiten könnte weitere Kostensteigerung kommen

Derzeit laufe die Ausschreibung für die notwendigen Arbeiten an den denkmalgeschützten Holzdecken noch. Hier sei die inzwischen bekannten Baustoffknappheit der Grund für Verzögerungen. Hinzu kämen wesentlich längere Lieferzeiten wegen der Kapazitätsengpässe bei den Herstellern. „Wie sich die angespannte Lage auf dem Baustoffmarkt auf die Gesamtkosten auswirkt, ist deswegen nur bedingt planbar.“ Noch gibt es keine aktuellere Kostenschätzung, als die zuletzt genannten 4 Millionen Euro.

Den Termin für die Fertigstellung korrigiert die Stadt indes, da Pläne im Laufe des Baufortschritts mehrfach an die veränderten Umstände angepasst wurden, als etwa der tatsächliche bauliche Zustand und die damals verwendeten Baustoffe des Hauses zu Tage traten.

„Dies und der hohe Auslastungsgrad von ausführenden Firmen hat zur Folge, dass die Arbeiten noch bis ins nächste Jahr andauern werden“, fasst Patrick Opierzynski zusammen. Die Fertigstellung erfolge demnach voraussichtlich Mitte des zweiten Quartals 2022. Die Leitung des Bürgerhaus Oststadt werde regelmäßig über den Planungs- und Ausführungsstand informiert.

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