Wohnen

Bauflächen: CDU will auf der Ruhrhalbinsel wachsam bleiben

Ausgeguckt für mögliche Wohnbebauung hatten Bürger beim Forum auch neben der Herz-Jesu-Kirche einen Teil einer Fläche, die landwirtschaftlich genutzt wird.

Ausgeguckt für mögliche Wohnbebauung hatten Bürger beim Forum auch neben der Herz-Jesu-Kirche einen Teil einer Fläche, die landwirtschaftlich genutzt wird.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Essen-Ruhrhalbinsel.  Obwohl die meisten vorgeschlagenen Wohnbauflächen vom Tisch sind, wollen Bürger und Politiker sensibel bleiben. CDU Ruhrhalbinsel legt Line fest.

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Dem Bürgerforum „Wo wollen wir wohnen?“ folgte mitunter ein heftiger Protest aus den Stadtteilen. Die Liste ist inzwischen von 28 potenziellen Wohnbauflächen auf sieben geschrumpft, doch das Misstrauen mancher Bürger und Politiker ist geblieben. So will etwa die CDU Ruhrhalbinsel sensibel bleiben und positioniert sich jetzt in einem Schreiben. Darin geht es vor allem darum, den Charakter des Stadtbezirks und der Landschaft zu bewahren, statt Flächen weiter zu verdichten.

Auch wenn die meisten Vorschläge derzeit vom Tisch seien, sagt Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel, wisse man doch nicht, was nach der Kommunalwahl oder auch darüber hinaus geplant werde. Fest stehe, dass die Vorschläge aus dem Bürgerforum bereits im Mai in der Bezirksvertretung für Empörung gesorgt hätten – und zwar parteiübergreifend. Danach habe es zahlreiche Gespräche gegeben. Grundsätzlich seien bei allen Flächen Bedenken geäußert worden.

Papier soll Richtschnur für das bauliche Vorgehen auf der Ruhrhalbinsel in Essen sein

Ein Ergebnis ist nun das Positionspapier der Christdemokraten, das nun als Richtschnur für das bauliche Vorgehen auf der Ruhrhalbinsel gelten soll – und das auch ans Rathaus adressiert ist. Federführend waren Ratsfrau Walburga Isenmann und Erich Thiedemann, Vorsitzender der CDU Ruhrhalbinsel. Sie verweisen auf die guten Verkehrsanbindungen zu den Stadtteilen der Ruhrhalbinsel, aber auch auf die Natur wie etwa das Vogelschutzgebiet zwischen Heisingen und Kupferdreh, das Asbachtal, die Rad- und Wanderwege am Baldeneysee oder im Wichteltal und die Wasserschutzzone zwischen Überruhr, Burgaltendorf und Horst.

All das mache ja die Ruhrhalbinsel zu einem beliebten Wohnort, das sei allen Beteiligten bewusst. „Genau deshalb müssen wir den Charakter der Landschaft und die gewachsenen Strukturen bewahren, statt alles ohne Rücksicht auf die notwendige Infrastruktur zuzupflastern“, fordert der Bezirksbürgermeister. Das sei mitnichten ein Angriff auf die Bauwirtschaft oder durchdachte Lückenschlüsse, aber dafür müsse es auch entsprechend ausgebaute Straßen, genügend Kita- und auch Parkplätze geben. „Wir haben in unserem Bezirk bereits eine enorme Leistung erbracht, nun müssen wir aber auch Grenzen ziehen“, sagt Manfred Kuhmichel.

Gemeinsame Linie aller Parteien und Beteiligten auf der Ruhrhalbinsel

Kritik habe es auch am Bürgerforum an sich gegeben, das klinge zwar nach Bürgernähe: Es sei aber zu hinterfragen, da etwa Flächen vorgeschlagen worden seien, ohne Kenntnis darüber, ob diese überhaupt baurechtlich zur Verfügung stünden. Und auch da seien sich alle Bezirksvertreter einig gewesen: „Das geht so nicht“, wiederholt der Bezirksbürgermeister und setzt weiterhin auf eine gemeinsame Linie aller Parteien und Beteiligten auf der Ruhrhalbinsel.

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