Strecke Essen - Duisburg

Bahnsperrung im Ruhrgebiet gestartet: Das müssen Sie wissen

Die Deutsche Bahn sperrt in den Herbstferien erneut die wichtige Verbindung zwischen Essen und Duisburg.

Die Deutsche Bahn sperrt in den Herbstferien erneut die wichtige Verbindung zwischen Essen und Duisburg.

Foto: dpa

Essen.  Die Bahn hat seit Samstag die wichtige Strecke Essen-Duisburg gesperrt. Betroffen sind aber fast alle Ruhrgebietsstädte. Die wichtigsten Infos.

Die Deutsche Bahn sperrt in den Herbstferien erneut die wichtige Verbindung zwischen Essen und Duisburg. Seit Samstag müssen Reisende mit massiven Einschränkungen rechnen. Rund 1700 Regionalzug- und 3700 S-Bahnen-Fahrten sind betroffen. Alleine im Schienenersatzverkehr sind rund 50 Busse mit rund 120 Fahrern sind im Einsatz.

Die Bahn, die nach eigenen Angaben mehrere hunderttausend Euro für die Reiseinformation und -lenkung ausgibt, hat im Vorfeld Einzelheiten zur Vollsperrung bereitgestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Sperrung:

  • Wann ist die Strecke gesperrt?
  • Welche RE-Linien sind betroffen?
  • Welchen Einfluss hat die Sperrung auf die S-Bahnen?
  • Wie sieht es mit dem Schienenersatzverkehr aus?
  • Welche Auswirkungen gibt es im Fernverkehr?
  • Wo können sich Pendler informieren?
  • Was wird gebaut?
  • Wann steht die nächste Vollsperrung an?

Wann ist die Strecke gesperrt?

Die Sperrung erstreckt sich über die Herbstferien. Sie beginnt am Freitag, 12. Oktober, um 23 Uhr. Enden soll sie am Montag, 29. Oktober, um 4 Uhr.

Welche RE-Linien sind betroffen?

Im Regionalverkehr sind unter anderem die Linien RE1 und RE6 betroffen. Die Züge werden zwischen Dortmund und Duisburg umgeleitet. Sie halten nicht in Bochum, Wattenscheid, Essen Hauptbahnhof und Mülheim. Alternativ halten die Züge in Herne, Gelsenkirchen und Essen-Altenessen. Der RE1 hält außerdem auch in Oberhausen.

In Gelsenkirchen können Fahrgäste zwischen RE1 und RE2, sowie zwischen RE6 und RE42 umsteigen und so beispielsweise zum Essener Hauptbahnhof gelangen. In Herne können Pendler in die U-Bahnen der Linie U35 umsteigen und so nach Bochum fahren.

In Altenessen können Fahrgäste mit den Linien U11 und U17 zum Essener Hauptbahnhof fahren. Diese Umsteigemöglichkeit empfiehlt die Bahn auch für Besucher der Spielemesse "Spiel18", die vom 25. bis 28. Oktober in Essen stattfindet. Wenn die U-Bahnen nicht fahren, zum Beispiel nachts, sollen Busse eingesetzt werden.

Streckensperrung: Kunden im Essener Bahnhof bleiben gelassen Die Züge der Linie RE2 und RE11 fallen zwischen Essen Hauptbahnhof und Düsseldorf Hauptbahnhof aus. Die Linie RE42 verkehrt nicht zwischen Essen Hauptbahnhof und Duisburg Hauptbahnhof.

Einige Züge der RE19 (Abellio) werden während der Hauptverkehrszeit umgeleitet. Sie halten dann zwischen Oberhausen-Sterkrade und Düsseldorf Hauptbahnhof nicht im Oberhausener Hauptbahnhof, in Duisburg Hauptbahnhof und am Düsseldorfer Flughafen.

Züge der Linie RB35 werden zwischen Duisburg Hauptbahnhof und Oberhausen-Sterkrade umgeleitet und halten daher nicht im Oberhausener Hauptbahnhof.

Welchen Einfluss hat die Sperrung auf die S-Bahnen?

Die S1 fällt zwischen Essen Hauptbahnhof und Duisburg Hauptbahnhof aus.

Die S2 fällt in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr zwischen Dortmund-Mengede und Duisburg Hauptbahnhof einmal in der Stunde aus.

Die S3 fährt nicht zwischen Essen und Oberhausen Hauptbahnhof.

Wie sieht es mit dem Schienenersatzverkehr aus?

Wie bei der Sperrung in den Osterferien gibt es auch im Herbst wieder einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Essen und Duisburg. Die sogenannten Express-SEV-Busse fahren tagsüber im Zehn-Minuten-Takt mit jeweils nur einem Halt am Mülheimer Hauptbahnhof. In den Abendstunden von 21 bis 24 Uhr sind die Expressbusse alle 15 Minuten unterwegs, nachts alle 30 Minuten.

Die Bahn hat zudem einen stündlichen Pendlerzug zwischen Dortmund und Essen Hauptbahnhof eingerichtet. Der Zug hält in Bochum und Wattenscheid, sodass tagsüber neben dem RE11 noch eine zweite stündliche RE-Verbindung besteht.

Für die S3 gibt es zudem Ersatzbusse, die im Zugtakt (20 beziehungsweise 30 Minuten) fahren. Für die S2 hält der RE3 ersatzweise in Essen-Zollverein Nord, für den Ausfall der S2-Halte in Bergeborbeck und Dellwig wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Oberhausen Hauptbahnhof und Altenessen eingerichtet. An dessen Endhaltepunkten soll ein Anschluss zum RE3 bestehen.

Im Gegensatz zur Sperrung in den Osterferien fährt in den Herbstferien die S6 zwischen Essen und Düsseldorf. Auch die S9 und die RE14 verkehren laut Bahn planmäßig.

Welche Auswirkungen gibt es im Fernverkehr?

Züge des Fernverkehrs werden zwischen Dortmund und Köln zum Teil umgeleitet. Die Haltestellen Bochum, Essen und Mülheim entfallen. Betroffen sind die ICE-Linien 10, 41, 42 und die ICE/IC-Linie 30.

Wo können sich Pendler informieren?

Laut Bahn sind die Änderungen bereits im Online-Auskunftssystem enthalten. Infos gibt es zudem unter bauinfos.deutschebahn.com/nrw und über die App „DB Bauarbeiten”.

Zur Bahn-Broschüre

Die Bahn hat zudem eine Servicehotline für den Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Telefonnummer lautet 0202/51562515. Außerdem gibt es das kostenfreie „BahnBau-Telefon” unter 0800-5996655.

An den Bahnsteigen soll es Aushänge geben. An den Bahnhöfen werden unter anderem Fahrplanhefte verteilt, in denen es Abfahrtstabellen aber auch Lagepläne der SEV-Haltestellen gibt. Darüber hinaus informiert die Bahn via Whatsapp oder Durchsagen in den Züge.

Sechs zusätzliche Infoschalter werden in den Bahnhöfen eingerichtet. 1000 rote Aufkleber in Form von Fußabdrücken weisen die Wege zu den Ersatzhaltestellen.

Was wird gebaut?

Die Bahn bündelt insgesamt neun Baumaßnahmen und führt diese in den Herbstferien aus. Unter anderem wird die Thyssenbrücke in Mülheim abgebrochen. Dafür rückt ein Autokran an, der die einzelnen Teil anhebt und neben die Bahnstrecke legt. Insgesamt 1100 Tonnen Abbruchgewicht müssen beseitigt werden, so die Bahn.

Für den Ausbau des elektronischen Stellwerks Duisburg werden rund 80 neue Signalfunamente gebaut, 16 Kilometer Kabelkanäle und 90 Kilometer Kabel verlegt. An 50 Stellen müssen die Kabel unter den Bahngleisen verlegt werden. „Mit laufendem Zugverkehr klappt das einfach nicht”, sagte Gerd Matschke, Leiter der Produktionsdurchführung Duisburg bei der Bahn. Rund 200 Bohrungen werden zur Kampfmittelsondierung durchgeführt.

Außerdem werden im Hauptbahnhof Mülheim und in Mülheim-Styrum arbeiten am und im Bahnhof durchgeführt.

Wann steht die nächste Vollsperrung an?

In den Sommerferien 2019 soll es die nächste Vollsperrung geben – diese könnte dann sogar sechs Wochen dauern. Denn dann sollen die begonnen Arbeiten abgeschlossen werden, beispielsweise soll die Ruhrkanalbrücke dann eingebaut werden.

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