Renaturierung und Offenlegung

Bagger ebnen den Weg für den Deilbach in Essen-Kupferdreh

Die Baustelle am Bahnhof in Kupferdreh. Dort wird momentan das spätere Bachbett für den dann oberirdisch fließenden Deilbach ausgehoben.

Die Baustelle am Bahnhof in Kupferdreh. Dort wird momentan das spätere Bachbett für den dann oberirdisch fließenden Deilbach ausgehoben.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Kupferdreh.   Die Baustelle am Kupferdreher Bahnhof kommt in Fahrt. Das Bett für den Deilbach wird ausgehoben. Mitte August sollen die Arbeiten beendet sein.

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Die Arbeiten zur Renaturierung und Offenlegung des Deilbaches in Kupferdreh haben begonnen. Im ersten Schritt steht der Aushub für das spätere Bachbett an. Gemeinsam mit Fachbereichsleiter Andreas Giga von der städtischen Wasserwirtschaft haben wir uns im Schatten des Kupferdreher Bahnhofs ein Bild vor Ort gemacht.

Das Dröhnen des schweren Baggers ist schon von Ferne zu vernehmen. Wir nähern uns der Baustelle vom anderen Ende, nahe der kleinen Fußgängerbrücke, wo sich der Deilbach schon in etwa so präsentiert, wie er später aussehen soll. Ein springlebendiger Bach, der sich zwischen Autobahn und Bahn hindurchschlängelt und sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen soll, auch wenn das Wasser dort bislang nur von Regenfällen und vom Rückstau des Sees herrührt.

Pflanzen finden Halt am groben Gestein

Doch dies ist – noch – Zukunftsmusik. Jetzt ist erst einmal Schwerstarbeit angesagt. Dort, wo der Bagger rumort, bremst eine massive Mauer den Deilbach. Diese Barriere hatte die Bahn AG errichtet, als die Trasse aufgeständert wurde. „Das ermöglichst uns einen trockenen Aushub des Materials“, erklärt Giga. Auf rund 85 Metern Länge wird Platz geschaffen für das künftige Bachbett. „Wir planen mit einer Breite zwischen 7,5 und 15 Metern an der Böschungsoberkante“, erklärt Giga. Der Aushub wird bis in eine Tiefe von zweieinhalb bis vier Metern reichen.

„Überall dort, wo wir Platz haben, kann und darf der Bach über seine Ufer treten“, sagt Giga. Das wird nahe der Bahntrasse allerdings nicht der Fall sein. Dort wird Beton das Bachbett abstützen, wird das Ufer deutlich steiler sein. In den Bachlauf wird erst feines Material und später grobes Gestein eingebracht, „damit sich dort Pflanzen und Tiere einnisten können und nicht zu viel durch Erosion abgetragen wird“, sagt Giga.

Bis zu 800 Tonnen Erde werden täglich abtransportiert

Der Zeitplan geriet zuletzt leicht ins Stocken, weil man die Böschung zum Teil mit Spritzbeton abstützen musste. „Wir wollten eigentlich Ende Juli mit dem Aushub fertig sein“, rechnet Giga vor. Wir haben die Baubaracke von Stephan Kirschner erreicht. Der Polier (Heitkamp Umwelttechnik) zeigt auf die Pläne, die dicht an dicht die Wände seines provisorischen Quartiers zieren: „An guten Tagen schaffen wir hier 800 Tonnen Material raus.“ Das sind nicht weniger als 30 Lkw-Ladungen. Am Donnerstag waren es etwas weniger, denn die Hagelschauer sorgten für nassen Boden. „Und der ist bekanntlich schwerer.“ Tagein, tagaus geht das so. Von 7 bis 16 Uhr.

So lange die Bagger am Kupferdreher Bahnhof regieren, wird die Hofstraße für Fußgänger und Radfahrer versperrt bleiben. „Eine alternative Wegstrecke zur Prinz-Friedrich-Straße und Phönixhütte wurde jedoch etwas unterhalb geschaffen und auch ausgeschildert“, sagt Andreas Giga und zeigt auf die gelben Hinweistafeln mit schwarzen Richtungspfeilen. Den Politikern in der Bezirksvertretung reicht dies offensichtlich nicht aus. In der nächsten Sitzung am 4. Juli bittet SPD-Fraktionschef Rolf Reithmayer daher um eine explizite Vorstellung der Umleitungen mit Start vom Kupferdreher Markt aus.

Bach soll im Jahr 2019 offen fließen

Den Aktivitäten auf der Baustelle tut dies keinen Abbruch. Bis Ende 2018 soll der neue Busbahnhof fertig sein. Dann wird der Deilbach binnen eines Jahres an die Oberfläche geholt. „Im Jahr 2019 wird hier der Bach wieder fließen“, verspricht Andreas Giga.

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