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Bäumfällungen wegen Bauarbeiten an der Henri-Dunant-Straße

Nach der Baumschutzsatzung müssen auf dem Gelände der alten Pädagogischen Hochschule 90 Bäume neu gepflanzt werden, wenn die Arbeiten am Projekt „Parc Dunant“ abgeschlossen sind.

Nach der Baumschutzsatzung müssen auf dem Gelände der alten Pädagogischen Hochschule 90 Bäume neu gepflanzt werden, wenn die Arbeiten am Projekt „Parc Dunant“ abgeschlossen sind.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Rüttenscheid.  117 Fällungen sind auf dem Gelände der alten Pädagogischen Hochschule nötig. 90 Nachpflanzungen erfolgen nach Abschluss der Bauarbeiten.

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Erst wird gebaut, dann gepflanzt: Auf der Fläche der alten Pädagogischen Hochschule an der Henri-Dunant-Straße sollen rund 300 Wohneinheiten entstehen. Weil dort lange nichts passierte, sind zum alten Bestand junge Bäume hinzugekommen. Sie alle müssen weichen, bevor die Bagger anrollen. Mit den Fällungen wurde bereits begonnen. 117 Bäume, die sich im Bereich der geplanten Gebäude und der Erschließungsstraßen befinden, werden verschwinden. 90 müssen nachgepflanzt werden, obwohl sie heute teilweise gar nicht als Bäume zu erkennen sind.

„Auf dem Gelände war eine bunte Mischung zu finden: einzelne größere Bäume wie Pappeln, Ahorn und Eichen“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. „Aber der allergrößte Teil ist unkontrolliert gewachsen und noch gar nicht richtig als Baum zu erkennen.“ Diese Pflanzen würden noch eher wie Gebüsche aussehen, wenn sie in Inseln zusammenstehen. „Aber auch die müssen nachgepflanzt werden“, betont Trilling, „das wird von den Kollegen der Unteren Naturschutzbehörde kontrolliert. Da reicht es auch nicht, eine Eichel in den Boden zu setzen.“ Die Bäume müssten aus Baumschulen kommen und würden Qualitätskriterien unterliegen. Dass von 117 zu fällenden Bäumen nur 90 nachgepflanzt werden sollen, liege daran, dass einige nicht unter die Baumschutzsatzung fallen.

Ausnahmegenehmigung für Fällung

Für die Fällungen erteilte die Stadt in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung. Das sei nötig gewesen, da solche Rodungsarbeiten gewöhnlich an die Baugenehmigung gebunden seien. „Da ist aber noch nicht alles durch“, erklärt Jasmin Trilling. Der Beginn der Schonzeit am 28. Februar habe das schnelle Handeln nötig gemacht, um beispielsweise Vögel nicht beim Nisten zu stören. „Sonst müsste man ein halbes Jahr warten. Das wäre für ein Großprojekt schlecht.“ Erst im Oktober oder November hätte man dann die Bäume fällen können.

In der Regel müssten Nachpflanzungen auf dem betroffenen Grundstück stattfinden, so auch im Fall des Bauprojekts an der Henri-Dunant-Straße, erklärt die Stadtsprecherin. „Das ist auch so vertraglich vereinbart mit dem Bauherrn“, sagt Trilling.

Stadtteilpolitiker kritisierten Mangel an Grün

Während der Diskussion über den Bebauungsplan in der zuständigen Bezirksvertretung II im Oktober 2017 – vor dem positiven Ratsbeschluss – kritisierten vor allem die Grünen, dass kaum große Bäume auf dem Gelände platzfinden würden. Das Erdreich sei dafür nicht tief genug.

Zum aktuellen Stand rund um den „Parc Dunant“, so der Name des Bauprojekts, und zur geplanten Begrünung äußerte sich die Düsseldorfer Gentes-Gruppe auf Anfrage dieser Redaktion gestern nicht. Zuletzt hieß es, dass mit dem Baubeginn irgendwann im Jahr 2018 zu rechnen sei. Im Internet wird auf der Website www.parc-dunant.de die Vermarktung vorbereitet, „in Kürze“ wolle man sich bei Interessierten melden.

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