Alte Cuesterey

Neue Ausstellung in Essen-Borbeck macht Lust aufs Fahrrad

Fahrradbeauftragter Christian Wagener (Verkehrsplanung Essen) ist bei der Eröffnung der Ausstellung in der Alten Cuesterey in Essen-Borbeck am Samstag, 15 Uhr, anwesend.

Fahrradbeauftragter Christian Wagener (Verkehrsplanung Essen) ist bei der Eröffnung der Ausstellung in der Alten Cuesterey in Essen-Borbeck am Samstag, 15 Uhr, anwesend.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Borbeck.  Zeichnungen einer fahrradbegeisterten Bloggerin sowie eine Ausstellung der Stadt Essen über den Weg zur Fahrradstadt wird in Borbeck gezeigt..

Lust aufs Radfahren und Lust aufs Lesen über das Radfahren – das soll die Doppel-Ausstellung „Auf dem Weg zur Fahrradstadt“ machen, die am Samstag, 7. September, 15 Uhr, in der Alten Cuesterey, Weidkamp 10, in Borbeck eröffnet wird.

Für die kleinen, etwas verschmitzten Zeichnungen ist Jule Wagner verantwortlich. Die 34-jährige Mediengestalterin aus Fischlaken hat sich dem Radsport verschrieben und ist dabei parallel auf die Idee gekommen, darüber auch im Internet zu schreiben. „Jule radelt“ heißt ihr Weblog. Sein Markenzeichen: „Hobbyradsport in Pottschnauze mit persönlicher Note“.

Ausstellung über den Weg zur Fahrradstadt mit Weblog aus Essen-Frillendorf

Doch was hat das mit den ausgestellten Bildern zu tun? Jule Wagner, vor wenigen Wochen Mutter geworden, blickt zurück: „Als ich eine Verletzungspause hatte, fehlte mir der Text für meinen Weblog. Da habe ich angefangen zu kritzeln.“ Zu sehen sind die Ergebnisse auf „Facebook/Jule kritzelt“, wo sie denn auch erklärt: „Watt Worte manchmal nicht ausdrücken können, können Bilder oft viel besser. Und datt is auch datt, watt ich zeigen möchte.“

Auf die gemeinsame Wirkung von Bildern und Texten setzt die Ausstellung „Auf dem Weg zur Fahrradstadt“, präsentiert von Essens Fahrradbeauftragtem Christian Wagener.

Die Ausstellung ist vor zwei Jahren im Grüne Hauptstadtjahr konzipiert worden und wurde damals erstmals auf dem Weberplatz in der Innenstadt gezeigt. Danach tourte sie durch die Stadtteile, wurde aber auch in der Volkshochschule, im Philippusstift sowie in der Stadtbibliothek gezeigt. „Jetzt beginnt der zweite Rundgang“, kündigt Christian Wegener an. Die Ausstellung informiert auf zehn großflächigen Tafeln über die Angebote und die Infrastruktur für Radfahrer in Essen. „Die Stadt soll fit gemacht werden für das Radfahren im Alltag“, sagt er. Dass das Tempo bei der Umsetzung höher sein könnte, verhehlt er nicht, weist aber gleichzeitig auf die inzwischen 120 Kilometer radbegleitenden Streifen im Essens Straßennetz hin. Gefördert werde gleichzeitig auch der Freizeitverkehr wie etwa durch den Aktionsplan „Neue Wege zum Wasser“.

Der Weg zur Fahrradstadt ist noch weit

Dass Essen aber noch weit von seinen Zielen entfernt ist, kann auch die Ausstellung in der Alten Cuesterey nicht verheimlichen. Eigentlich soll in Mitte des nächsten Jahrzehnts der Anteil von Fußgängern, Radfahrern, öffentlichem Nahverkehr und Kraftfahrzeugverkehr jeweils ein Viertel am gesamten Verkehr betragen. Doch laut Christian Wegener haben der Autoverkehr noch 55 Prozent Anteil, die Fußgänger 23 Prozent, der Nahverkehr 19 Prozent und die Radfahrer erst 7,4 Prozent Anteil. Dieser sei allerdings von 5 Prozent gestiegen – eine deutliche Steigerung, wenn auch noch auf sehr niedrigem Niveau. Um den Umstieg auf Bus und Bahn zu forcieren, gibt es inzwischen zwei Radstationen am Hauptbahnhof sowie in Kupferdreh. Außerdem werden Mieträder an den Metropol-Standorten angeboten.

Radtour und Vortrag

Der Kultur-Historische Verein als Träger der Alten Cuesterey verbindet die Ausstellung mit zwei Veranstaltungen. So lädt Andreas Koerner am Samstag, 14. September, 15 Uhr, zu einer Radtour „Auf den Spuren der Fürstäbtissinnen“ ein. Drei Stunden lang geht es auf der 30 Kilometer langen Strecke zu den historisch bedeutsamen Orten in Essen.

Außerdem lädt der Verein zu einem Vortrag ein. Thema: „radrevier.ruhr – das Ruhrgebiet auf dem Weg zur Radreiseregion“. Er findet am Mittwoch, 18. September, 17 Uhr, statt.

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