Gastronomie

Außengastronomie abgelehnt: Süßkind & Sauermann schließt

Erkochte sich viele Lorbeeren und ein Stammpublikum: Norman Brazda im „Süßkind & Sauermann“.

Erkochte sich viele Lorbeeren und ein Stammpublikum: Norman Brazda im „Süßkind & Sauermann“.

Foto: Volker Hartmann

Essen-Rüttenscheid.   Überraschend schließt das kleine Feinschmecker-Restaurant „Süßkind & Sauermann“ seine Türen. Ein Grund ist die abgelehnte Außengastronomie.

Zweibar-Betreiber Phil Hinze hatte sein Herz schnell an den kultigen Römer-Grill verloren, als der Traditions-Imbiss an der Witteringstraße vor vier Jahren geschlossen wurde. Wollte er das Lokal erst als Art Bio-Imbiss wiederbeleben, entstand gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und Koch Norman Brazda schließlich das "Süßkind & Sauermann" - ein kleiner Geheimtipp für gehobene Küche zwischen Rüttenscheid und dem Südviertel. Drei Jahre später ist nun Schluss.

“Es gibt leider zu viele Faktoren, die diesen Standort für solch ein leckeres Restaurant erschweren“, schreiben die beiden auf der Facebook-Seite des Restaurants. Neben der schwierigen Lage habe die Ablehnung der Außengastronomie durch die Stadt Essen nun zu dem Entschluss geführt. Der letzte lange und heiße Sommer hätte den Betrieb bereits „wirtschaftlich hart getroffen“.

Betreiber hatten Parkplätze in Außengastronomie umwandeln wollen

Gerade einmal 70 Zentimeter Bürgersteigfläche könnten aktuell genutzt werden - was zwei kleinen Bistrotischen entspricht. Hinze und Brazda hätten daher gern einige Parkplätze in Außengastronomie gewandelt. Die Stadt Essen lehnte einen entsprechenden Antrag jedoch ab, was die beiden Gastronomen kritisieren: So „sollte auch der Stadt Essen langsam klar werden, dass nur Parkfläche nicht die Zukunft sein kann.“

Generalabrechnung zur wachsenden Papierflut in der Gastronomie

Der Entschluss das „Süßkind & Sauermann“ zu schließen, sei schwer gefallen aber unumgänglich. In dieser Woche soll noch regulär geöffnet sein, danach ist Schluss. „Danke für drei schöne Jahre!“ heißt es noch in dem Statement, das Hinze und Brazda auch für eine Generalabrechnung nutzen. Neben dem Personalmangel sei es vor allem die Fülle an Auflagen und Bürokratie, die vor allem inhabergeführten Restaurants und Cafés zu schaffen machten.

Für den Kiez zwischen Rüttenscheid und dem Südviertel ist die Schließung des Süßkind & Sauermann bereits die zweite Hiobsbotschaft aus der inhabergeführten Gastronomielandschaft: So hatte auch das bevorstehende Aus des Soul-Hellcafé vor einigen Wochen für großes Bedauern gesorgt.

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