Kunst

Aus Umspannwerk wird große Kunst an der Alfredstraße

Hebt sich auch aus der Luft von den umliegenden Gebäuden ab: das Umspannwerk.

Hebt sich auch aus der Luft von den umliegenden Gebäuden ab: das Umspannwerk.

Foto: Hans Blossey

Essen-Rüttenscheid.   Zur Grünen Hauptstadt ist die Fassade des Umspannwerks von acht Künstlern umgestaltet worden. Allein 1400 Spraydosen wurden dafür verbraucht.

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Nicht nur von der Alfredstraße, auch aus der Luft ist das in ganz große Kunst verwandelte Umspannwerk ein echter Hingucker geworden: Gut drei Monate hat es gedauert, bis das Mega-Bild auf 800 Quadratmetern Fläche fertig gestellt war. Nachdem in diesen Tagen noch die Gebäudesockel farblich gestaltet werden, weihen OB Thomas Kufen und Innogy-Vorstandsmitglied Hildegard Müller das Kunstwerk mit dem Titel „Ever Green“ am Montag, 5. Dezember, um 8.45 Uhr offiziell ein.

Für den Rüttenscheider Künstler und Diplom-Designer Gabor Doleviczenyi wird damit ein langes und gleichzeitig schönes Kapitel abgeschlossen: Bereits vor drei Jahren brachte er die ersten Entwürfe für den Betonkoloss zu Papier. Die Zusammenarbeit zwischen dem Freigeist und dem Energiekonzern war dabei schon 2009 an der Herkulesstraße in der Innenstadt entstanden, wo Doleviczenyi und einige Mitstreiter die fast 1000 Quadratmeter große Fläche eines Umspannwerks zum Kulturhauptstadtjahr gestaltet hatte.

1400 Spraydosen und ungezählte Arbeitsstunden später steht das Werk

Als Essen den Zuschlag für die Grüne Hauptstadt bekam, haben wir unsere Entwürfe konkretisiert“, sagt der Künstler, der auf ein großes Netzwerk Freischaffender in ganz Deutschland bauen kann. „Allein ließe sich ein solches Projekt gar nicht realisieren“, weiß Doleviczenyi, der am Ende gemeinsam mit acht weiteren Künstlern ein Vierteljahr lang damit zubrachte, die Entwürfe vom Papier auf die Wand zu bringen. „Wir haben uns dafür in Teams eingeteilt, um eine einheitliche Bildsprache zu erreichen. Während ich die naturalistischen Elemente wie Wasser und Wiese verantworte, haben andere sich auf die Architektur und die Menschen fokussiert“, gibt Doleviczenyi einen Einblick in die Arbeitsweise.

1400 verbrauchte Spraydosen, ungezählte Liter Farbe und ebenso zahllose Arbeitsstunden später ist das Werk vollbracht – und die Künstler zufrieden: „Wir sind alle sehr glücklich mit dem Ergebnis“, sagt Doleviczenyi. Dabei war die Bild-Aussage von Auftraggeber Innogy vorgegeben: „Aufgabe war es, die Rolle Essens als Grüne Hauptstadt Europas 2017 wieder zu geben“, erklärt der Künstler.

Collage zeigt grafische Utopie

Die nun entstandene Collage zeige die grafische Utopie eines urbanen Lebensraums der Zukunft. Dabei erinnern einzelne Elemente an Essener Bauwerker, etwa die ehemalige Bahnbrücke in Kupferdreh und die Ruhrwiesen. Dabei plädiere die Gestaltung zum einen für eine Wiederentdeckung landschaftlicher Reizpunkte und stelle zum anderen den hier lebenden Mensch in den Mittelpunkt.

„Die grafischen Elemente, die teils wie Pixel aussehen, sollen ein Stück weit die Digitalisierung symbolisieren, die wir gerade erleben“, sagt der Künstler. Für die Menschen auf dem Bild standen Freundes- und Familienkreis Pate, verrät Doleviczenyi und lacht: „Mein bester Kumpel hat mich während der Arbeiten wiederholt angerufen und besorgt gefragt, ob sein Gesicht so rötlich bleibt.“

Zahlreiche Künstler waren an dem Projekt beteiligt

An dem Projekt waren beteiligt: Gabor Doleviczenyi und David Hufschmidt (Entwurf und Umsetzung), Damian Bautsch, Robert Kaltenhäuser, Penelope Buchwald, Norman Schlegel, Dominik Hebestreit und Tilo Schreieck.

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