Kirchenschliessung

Aufschub für Abriss der St. Marien-Kirche in Karnap

Die St. Marien-Kirche in Karnap ist ein markantes Gebäude aus den frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Doch jetzt sind ihre Tage gezählt. Spätestens im Sommer 2018 wird sie außer Dienst genommen.

Die St. Marien-Kirche in Karnap ist ein markantes Gebäude aus den frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Doch jetzt sind ihre Tage gezählt. Spätestens im Sommer 2018 wird sie außer Dienst genommen.

Foto: Socrates Tassos

Die St. Marien-Kirche wird aus finanziellen Gründen auf jeden Fall geschlossen. Doch jetzt wurde der Zeitpunkt ins nächste Jahr verlagert.

Die St. Marien-Kirche in Karnap bekommt noch eine Gnadenfrist. Ursprünglich sollte das katholische Gotteshaus bereits in diesem Jahr geschlossen werden, doch nun könnte es bis Sommer 2018 dauern, bis das 1963 errichtete Gebäude am Meersternweg aufgegeben wird. Darüber und über weitere Entscheidungen für die stadtübergreifende Pfarrei St. Hippolytus (Gelsenkirchen) wurden am Wochenende alle Gottesdienstbesucher informiert.

St. Marien ist seit 2007 Teil der Pfarrei, die damals aus fünf bis dahin selbstständigen Gemeinden gebildet wurde. Sie ist seitdem Filialkirche der Laurentius-Gemeinde in Horst-Süd. Die bereits 2015 getroffene Entscheidung, diese beiden Kirchen – sowie das Gemeindezentrum in Beckhausen – aus finanziellen Gründen aufzugeben, wird nicht aufgehoben – wohl aber um bis zu einem Jahr aufgeschoben. „Weil es noch Probleme mit dem Denkmalschutz gibt“, erläutert Pfarrgemeinderatsvorsitzender Berthold Hiegemann aus Karnap.

Fraglich, wer die Abrisskosten übernimmt

Was dann mit St. Marien geschieht, sei noch offen. „Bei einem Abriss ist noch nicht geklärt, wer für die Abrisskosten aufkommt. Bei einer Renovierung muss die Gemeinde eine Eigenleistung aufbringen plus Zuschuss des Bistums.“ Deshalb spreche die Pfarrei derzeit nur vage von „außer Dienst stellen“.

in Horst-Süd schließen würde.

Erlebnisorte für Menschen, die ihren Glauben leben möchten

Unabhängig vom konkreten Zeitpunkt soll das Karnaper Gemeindezentrum bestehen bleiben. „Unsere Philosophie ist es, Erlebnisorte zu erhalten, damit die Menschen ihren Glauben leben können. Das muss nicht zwingend ein Gotteshaus sein“, sagt Berthold Hiegemann. Der Förderverein der Gemeinde ermittele jetzt die Summe, die pro Jahr für den Unterhalt des Gemeindezentrums aufgebracht werden müssen. Er rechnet mit bis zu 18 000 Euro jährlich.

Karnaper Vereine mit ins Boot holen

Das will St. Marien allerdings nicht alleine stemmen. Deshalb sollen die evangelische Gemeinde und die Vereine wie z. B. der Bürgerverein mit ins Boot geholt werden. „Nachdem jetzt mit dem Bürgerhaus der größte Versammlungssaal geschlossen hat, braucht Karnap das Gemeindezentrum. Deshalb wollen wir ein ökumenisches Zentrum schaffen, um es auf gemeinsame Schultern zu stellen“, so Berthold Hiegemann.

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