Kunstmesse

Auf der C.A.R. wird auch mit virtuellem Pinsel gemalt

Kunst ohne Pinsel und Leinwand: Sabrina Chielewski präsentiert die virtuelle Malerei. Foto:Kerstin Kokoska

Kunst ohne Pinsel und Leinwand: Sabrina Chielewski präsentiert die virtuelle Malerei. Foto:Kerstin Kokoska

Essen.   Die Contemporary Art Ruhr setzt in diesem Jahr auf den Schwerpunkt Fotografie. Kunstmesse auf Zollverein funktioniert vor allem als Talentschau.

Die Zukunft ist rosa. Aber auch hellgrün, zitronengelb und klatschmohnrot. Außerdem braucht man nicht mal mehr Farbe und Leinwand, um sie auszumalen. Am Stand des Gelsenkirchener Virtual-Reality-Festivals Places genügt die VR-Brille, um mit virtuellem Pinsel die Kunst von morgen zu schaffen. Ab Samstag können sich auch die Besucher der Contemporary Art Ruhr (C.A.R.) als Zukunftsmaler versuchen. In vier Zollverein-Hallen geht die Kunstmesse diesmal früher als üblich an den Start. Dazu hat sich C.A.R. noch ein zusätzliches Label gegeben. Mit dem Zusatz „Photo/Media Art Fair“ will man den Auftritt als Fotomesse stärken. Das Angebot an Außergewöhnlichem bleibt allerdings übersichtlich.

Bilder mit Botschaft von Hannelore Elsner und Andrea Sawatzki

Mit dem Wegfall des besonderen Ausstellungsortes im Sanaa-Gebäude, dessen Sanierung allerdings noch immer nicht begonnen hat, präsentiert sich die C.A.R. ein bisschen kleiner und kompakter in den Hallen 2, 5, 6 und 12. Treue und neue Aussteller wie die Essener Galerie Klose, die mit Arbeiten von Galerie-Künstlern wie Frank Hohmann und Georg Pieron vertreten ist, oder die Düsseldorfer Galerie Sander Sohn, die handsignierte Fotoarbeiten von Schauspieler Armin Rohde im Angebot hat, rahmen das Programm. Für Porträtfotografie mit Promifaktor sorgt Carsten Sander, der Stars wie Hannelore Elsner und Andrea Sawatzki vor die Kamera gebeten hat. Entstanden sind Bilder mit Botschaft – gegen Kindesmisshandlung und für die Rechte von Kindern.

Historische Irrtümer und gewagte Prognosen zur Zukunft von Technologie

Mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel ist man zudem eine Kooperation eingegangen, die den multimedialen Aspekt bedient. Stina Kurzhöfer und Achim Kirsch beispielsweise lassen getunte Staubsauger-Roboter als selbstfahrende Dia-Projektoren durch den Raum flitzen, um alte Familienbilder wie mit einem Zufallsgenerator an die Wand zu werfen. Die virtuelle Wiederentdeckung von Rehkitz- und Wildblumenbildern feiern Gor Margaryan und Saleh Shaweesh mit ihrer Naturfilmbetrachtung durch die VR-Brille. Bei allem Interesse an der schönen neuen digitalen Welt darf man natürlich auch Skepsis durchklingen lassen. „The Internet Is Just A Hype“ heißt die Installation von Manuel Reitz, der historische Irrtümer und gewagte Prognosen zur Zukunft von Technologie zu einer interaktiven Installation verbunden hat.

Aber auch die Reverenz an den Bergbau darf nicht fehlen. Fotograf Michael Rogosch macht die Halle 2 im Schatten des Doppelbock zur Förderturm-Hochburg.

>>INFOS ZU TICKETS UND ZEITEN

Öffnungszeiten der Contemporary Art Ruhr (C.A.R.): Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 19 Uhr

Zeche Zollverein, Schacht XII, Hallen 2, 5, 6 und 12

Tickets: 10/erm. 8 Euro.

Mehr Infos gibt’s auf www.contemporaryartruhr.de.

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