Landwirtschaftsprojekt

Auf Bolzplatz legt Mehrgenerationenhaus einen Garten an

Nadine lässt Elias an der Blume schnuppern.

Nadine lässt Elias an der Blume schnuppern.

Foto: STEFAN AREND

Essen-Frohnhausen.   An der Kerkhoffstraße in Frohnhausen stieß das Landwirtschaftsprojekt auf großes Interesse. Kräuter sprießen und 25 000 Bienen summen herum.

Frische Kräuter, Gemüse, Salat und Blumen wachsen in den Hochbeeten auf dem ehemaligen Bolzplatz hinter dem Mehrgenerationenhaus an der Kerkhoffstraße 22 b. Am Sonntag wurde sein Landwirtschaftsprojekt bei einem bunten Fest mit Musik, internationalen Spezialitäten und Aktionen im Schatten der alten Platanen vorgestellt. Montags ab 17.30 Uhr ist fortan offener Gartentag. Ob Anfänger, Profis oder Hobbygärtner: Wer Erde umgraben, pflanzen, gießen oder auch Beete anlegen möchte, der darf sich gerne einbringen.

Arndt Sauer, Vorsitzender und Geschäftsführer des Trägervereins, ist zufrieden. Dass sich am frühen Nachmittag rund 120 Besucher am Mehrgenerationenhaus einfanden, zeigt das allgemeine Interesse an dem Projekt.

Im Frühjahr hatte ein kreatives Team aus Designern, Erziehern und Sozialarbeitern mit dem Umbau des brachliegenden Geländes an der S-Bahn-Trasse begonnen. Alte Torpfosten und ein Basketballkorb, der jetzt als Blumenampel dient, erinnern an die ursprüngliche Nutzung der Fläche als Sportplatz. Der Boden ist knochenhart, was nicht nur an der Trockenheit des Sommers liegt. Hier lässt sich vorerst nichts anbauen.

Blickfang ist das Kräuterbad

Dennoch grünt es an einigen Ecken. Blickfang ist das Kräuter-Bad. Eine alte Badewanne auf einem Holzgestell bietet Raum für Wohlriechendes aus der Natur: Lavendel, Rosmarin, Thymian und Salbei gedeihen einträchtig nebeneinander. „Die Minze haben wir wieder entfernt. Sie ist kein guter Nachbar für die anderen Kräuter“, erklärt Sozialarbeiterin Katrin Fischer. Aus ausrangierten Europaletten und Kunststoffkörben, die dem Verein gespendet wurden, sind praktische Hochbeete entstanden. Darin wachsen in torffreier Bio-Erde knackige Möhren, Kohlrabi und Rote Beete.

„Für die Kinder aus dem Stadtteil ist das toll. Viele kennen Gemüse doch nur noch aus dem Supermarkt“, freut sich etwa Erika Uhe. Sie hat 28 Jahre das Berufskolleg Holsterhausen geleitet und ist oft Gast im Mehrgenerationenhaus. Für das Landwirtschaftsprojekt konnte sie Heinz-Walter-Strätling werben. Der 65-Jährige aus Kupferdreh hat Zeit und Lust – und fühlt sich eigenen Angaben zufolge „körperlich fit genug, um hier ab und zu einmal die Hacke zu schwingen“.

Eine Oase in der Sommerhitze

Gern würde sich auch Gisela Staatz aus Altendorf montags beim offen Treff engagieren. „Ich bin Rentnerin und habe selbst einen Garten.“ Gut gefällt ihr, dass das Tor immer offensteht und es unter den Bäumen viele schattige Plätze gibt. Eine Oase in der Hitze.

Wer das Projekt unterstützen möchte, der kann sich an Arndt Sauer wenden. „Wir suchen noch Gartengeräte, Möbel, Blumenkübel, Töpfe und andere Dinge.“

>>>>>Lebenssituation im Quartier verbessern

Der Verein Mehrgenerationenhaus in Frohnhausen will die Lebenssituation im Quartier verbessern, soziale Netze zwischen Menschen aller Altersstufen auf- und ausbauen, benachteiligte Bevölkerungsgruppen im Alltag unterstützen und das Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen fördern.

Homepage: mgh-essen.org/, Kontakt: info@mgh-essen.org.

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