Ratspolitik

Asyl-Betreiber und Ratsherr Arndt Gabriel verlässt die SPD

Arndt Gabriel vor der Flüchtlingsunterkunft an der Münchener Straße in Holsterhausen: Den Asyl-Deal mit der Stadt hatten ihm die Genossen nicht verziehen, jetzt verlässt der Katernberger die Sozialdemokraten.

Arndt Gabriel vor der Flüchtlingsunterkunft an der Münchener Straße in Holsterhausen: Den Asyl-Deal mit der Stadt hatten ihm die Genossen nicht verziehen, jetzt verlässt der Katernberger die Sozialdemokraten.

Foto: wk

Essen.   Sein Ratsmandat will der Katernberger behalten. Genossen hatten Gabriel den lange verheimlichten Asyl-Deal mit der Stadt übelgenommen.

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Dass einer ihrer Genossen, und dann auch noch ein Ratsherr, als Asyl-Unternehmer Geschäfte mit der Stadt macht, ohne offen davon zu erzählen – diese Kombination erschien den örtlichen Sozialdemokraten von Anfang an schwer erträglich. Entsprechend feindselig war die Stimmung gegenüber Arndt Gabriel, seit dessen Asyl-Deal im Juni vergangenen Jahres ruchbar wurde.

Erst vor zwei Monaten kehrte Gabriel, der sein Mandat zeitweilig hatte ruhen lassen, in den Schoß der Fraktion zurück – und zieht nun doch von sich aus einen Schlussstrich: Der SPD erklärte er am Donnerstagnachmittag nach fast 40 Jahren als Sozialdemokrat seinen Austritt aus Partei und Ratsfraktion. Er sehe, so Gabriel gegenüber dieser Zeitung, „keine Basis mehr für eine offene und konstruktive Zusammenarbeit“. Gleichwohl will der 55-jährige Katernberger sein Ratsmandat behalten und bis zum Ablauf der Ratsperiode 2020 als Einzelvertreter im Stadtparlament bleiben. Sich anderen Rats-Gruppierungen anzuschließen, sei „nicht geplant“, so Gabriel.

Schon der dritte Abgang bei der SPD

SPD-Fraktionschef Rainer Marschan zeigte sich am Donnerstagabend „überrascht“ von Gabriels Schritt, räumte aber ein, dass das Vertrauensverhältnis der Fraktion zerstört gewesen sei: „Er ist nach seiner Rückkehr nicht mehr wirklich angekommen.“

Für die SPD-Ratsfraktion ist der Abgang Gabriels der dritte seit der Kommunalwahl 2014: Zuvor waren Peter Lotz aus Frintrop zur FDP, und Guido Reil aus Karnap zur AfD gewechselt. Die Abgänge schlagen sich finanziell auf den Fraktions-Etat nieder, außerdem ist die SPD-Truppe mit nun noch 28 Mitgliedern nicht mehr stärkste Fraktion, sondern fortan gleichauf mit der CDU.

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