Essen. Kinder und Jugendliche aus Essen haben beim Kinderforum im Rathaus für ihre Interessen gekämpft. Drei Themen waren ihnen wichtig.

Beim Kinderforum im Essener Rathaus haben Schüler der Realschule Zollverein und der Katernberger Kantschule eine Ratssitzung simuliert und ihre Interessen vertreten. Eröffnet wurde die Sitzung von dem 15-jährigen Junior-Oberbürgermeister Raphael Dos Santos, der von Oberbürgermeister Thomas Kufen unterstützt wurde. Für die Kinderratssitzung hatten die Siebt- und Achtklässler der Zollvereinschule sowie die Grundschüler drei Themen vorbereitet: Schulhof-Ausstattung, sicherer Schulweg und Schulverpflegung an der Realschule.

Essener Grundschüler setzen sich für Schulhof ein

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Den Anfang machten die Grundschüler und -schülerinnen der Kantschule. „Obwohl sie kaum über das Redepult im Ratssaal ragten, stellten sie selbstbewusst ihre Themen vor“, so die Pressestelle der Stadt. Auf dem Schulhof der Kantschule gibt es eine Mauer, die aus Sicherheitsgründen abgesperrt wurde. Dort befindet sich auch ein ehemaliger Spielbereich, der nicht mehr nutzbar ist, aber aus Sicht der Schülerschaft reaktiviert werden könnte. Dazu müsste eine Lösung für die Mauer gefunden werden. „Die Fachleute werden sich das nochmal anschauen, und euch Kindern einen Brief schreiben, wie es weitergeht“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Andrej (14 Jahre) und Ceylin (13 Jahre) machten sich für ihre Realschule im Bezirk Zollverein stark. Dort wird durch künftige Baumaßnahmen der Sportplatz nicht mehr nutzbar sein, Spielgeräte werden abgebaut. Die Schüler sind besorgt, um ihre Bewegungsmöglichkeiten, suchen nach Alternativen. „Wir hätten gerne mehr Sitzgelegenheiten, die nicht kaputt gemacht werden können, einen Aufbewahrungscontainer und feste Spielmöglichkeiten wie Tik-Tak-Toe“, so Andrej und Ceylin.

Lösungen hatten sie sich auch überlegt. „Wir können beim Aufbau der Geräte unterstützen und einen Sponsorenlauf unternehmen.“ Oberbürgermeister Thomas Kufen erklärte, dass viele Schulhöfe renoviert werden müssten. Aufgrund der langen Liste an Aufgaben, die nicht alle gleichzeitig bewältigt werden können, gebe es eine Reihenfolge, nach der die Schulhöfe saniert würden. Er sagte den Kindern aber zu, sich in der Fachabteilung zu erkundigen und zu prüfen, welche Ideen für den Schulhof umsetzbar seien.

Essener Grundschüler setzen sich für sicheren Schulweg ein

Das ist das Essener Kinderforum

Rund 1000 Kinder und Jugendliche haben sich laut Stadt Essen im vergangenen Jahr im Kinderforum mit Ideen und Wünschen eingebracht. Das Kinderforum des Jugendamtes unterstützt die Entwicklung sowohl des politischen Interesses, als auch die der demokratischen Kernkompetenzen der Kinder. Als außerschulischer Erfahrungsraum soll es Menschen im Alter von 9 bis 14 Jahren die Möglichkeit der aktiven Mitbestimmung und Durchsetzung von demokratischen Prozessen eröffnen.

Das Team des Kinderforums moderiert den demokratischen Umsetzungsprozess von Beteiligungswünschen von Schulklassen und anderen Gruppierungen und trägt die Anliegen weiter zur Lokalpolitik. Die Umsetzung des Vorhabens wird dann moderiert und an die politischen Ausschüsse, Bezirksvertretungen, Bezirkskinderbeauftragten, das Kinderbüro der Stadt oder zuständigen Stellen in den Bezirken weitergeleitet.

Ansprechpartnerin der Stadt Essen ist Sylvia Taron, Telefon: 0201 88-88550, E-Mail: Sylvia.Taron@jugendamt.essen.de.

Beim zweiten Thema ging es um den Schulweg zur Kantschule. Wie an vielen Grundschulen, ist die Parkplatzsituation dort schwierig. Die Schüler diskutierten, welches Modell für sie möglich wäre, beispielsweise eine Sperrung wie an der Bardelebenschule oder das Modell der Andreasschule mit Elterntaxi-Haltestellen. Oberbürgermeister Thomas Kufen überlegte mit den Kindern, ob in der Nähe der Grundschule eine Park-and-Ride-Möglichkeit für Elterntaxis geschaffen werden könnte. Dann bat er die Kinder um ihr Versprechen, dass sie von einer solchen Haltestelle auch bei Regen zur Schule laufen würden.

Rund um die Realschule gibt es laut den Schülern ebenfalls mehrere Gefahrenquellen. Sie wünschen sich eine Tempo-30-Zone vor der Schule und eine Ampelschaltung, die für Fußgänger schneller auf Grün springt. Kufen erklärte, dass die Straße an der Realschule im Bezirk Zollverein eine Funktion erfülle, an der sich eine Tempo-30-Zone nicht einfach einrichten lasse.

Keine Schulverpflegung an Essener Realschule

Die Schüler der Realschule Zollverein gehen derzeit zu einem Supermarkt, um sich in der Pause mit Snacks zu versorgen. An der Schule gibt es keinen Verkauf. Überlegungen, einen Kiosk oder Ähnliches zu betreiben, gibt es schon länger. Die Schüler stellten ihre Ideen dazu vor. Kufen bat in diesem Zusammenhang um einen weiteren Gesprächstermin mit den Schülersprechern.

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