Essen-Überruhr. Riesige Hängebuche wird zur Gefahr: Die Stadt Essen kündigt Fällung des Baumes im Ludwig-Kessing-Park an und erklärt die Gründe.

Auch Bäume können einen Sonnenbrand bekommen, das erklärt die Stadt und weist auf die Folgen hin. In Überruhr erfreuen sich viele seit Jahren an einer Hängebuche, die Stadt selbst beschreibt sie als ortsprägend und wird sie doch fällen: In Kürze soll es eine Hängebuche im Ludwig-Kessing-Park in Überruhr weniger geben. Von dem Baum sollen Gefahren ausgehen.

Regelmäßig werden im Stadtgebiet etwa Bäume an Straßen, Gehwegen und auch in Parks untersucht. Dazu werden in manchen Fällen Baumdoktoren hinzugezogen, manchmal sind aufwändige Methoden notwendig. Dabei geht es in der Regel um die Verkehrssicherheit und den Zustand der Bäume und deren Standfestigkeit oder eben auch um mögliche Krankheiten, die mitunter gefährliche Folgen haben können – vor allem auch für Menschen.

Zentrale Kronäste der Hängebuche in Essen-Überruhr sind bereits stark geschädigt

So ist laut Stadt der große Baum im Überruhrer Park nun gutachterlich untersucht worden. „Dabei wurden weitreichende Schäden im oberen Kronenbereich festgestellt“, heißt es zum Ergebnis. Zentrale Kronäste seien bereits so stark geschädigt, dass Teile der Krone abbrechen könnten. „Die starken Äste könnten dann auf den Weg fallen, der direkt unter dem Baum herführt“, beschreiben Zuständige ein Szenario, das es unbedingt zu verhindern gilt.

  • Bäume im Essener Stadtgebiet werden regelmäßig auf Krankheiten und Standfestigkeit untersucht
  • Im Ludwig-Kessing-Park in Essen-Überruhr hat eine alte Hängebuche diese Untersuchung nicht bestanden
  • Die Stadt Essen kündigt nun an, dass Parknutzer sich von dem Baum werden verbschieden müssen
Die Äste der Hängebuche im Ludwig-Kessing-Park könnten auf Spaziergänger stürzen.
Die Äste der Hängebuche im Ludwig-Kessing-Park könnten auf Spaziergänger stürzen. © WAZ | Grün und Gruga

Zum Hintergrund erklärt die Stadt: Sterbe die Rinde von Kronenästen durch Sonnenbrand ab und platze auf, könnten holzzersetzende Pilze die entstandenen Wunden befallen und das Holz zerstören. Damit gehe die Bruchsicherheit verloren. „Die Hängebuche ist hierfür potenziell besonders gefährdet, weil die Äste sortentypisch herabhängen und auf diese Weise die Rinde auf der Oberseite entblößt werden kann.“ Ferner spielen Blattverluste eine Rolle, damit werde die Krone lichter, das sei bei vielen Buchen wegen der Trockenheit der letzten Jahre vermehrt zu beobachten.

Die vielen Nutzer und Nutzerinnen des Parks, die den großen Baum seit so vielen Jahren kennen, werden sich also verabschieden müssen. Das fällt nicht jedem leicht, wie Proteste oftmals zeigen, wenn Bäume im Stadtgebiet gefällt werden sollen. In Frintrop etwa soll sogar eine Eiche zum Naturdenkmal werden. Für den Ludwig-Kessing-Parl gibt es eine Ankündigung, die vielleicht nicht jeden trösten mag: „Der Baum soll in angemessener Form durch eine Nachpflanzung ersetzt werden.“ Ob es erneut eine Hängebuche sein wird, das lässt die Stadt offen.

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