Essen. Die gut gemeinte Abstimmung zeigte, dass sich das Wesen einer Stadt nicht auf einen Punkt reduzieren lässt. Auf Vielfalt zu setzen, ist richtig.

Manchmal entwickeln nebensächlich erscheinende Vorgänge eine erstaunliche Eigendynamik. Der Schriftzug auf dem Handelshof etwa entscheidet sicherlich nicht über das Wohl und Wehe der Stadt, umso bemerkenswerter daher, mit welcher Emotionalität, teils auch Aggressivität viele Bürger zuletzt diskutierten und wie sich das Thema immer mehr zu einer Frage der Essener Identität hochschaukelte. „Wer sind wir und wenn ja, wie viele?“, um es mit dem leicht abgewandelten ironischen Buchtitel eines Talkshow-Philosophen zu sagen.