Essen. Nach einem Eklat zwischen Familien und einem Großeinsatz in Borbeck ermittelt die Polizei wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und mehr.

Nach einem Großeinsatz der Polizei in Essen-Borbeck ermittelt das Clan-Kommissariat der Behörde in einem erneuten Fall brutaler Selbstjustiz. Körperverletzung, Bedrohung und Freiheitsberaubung - eine Reihe von Straftaten stehen im Raum, seit es in der Nacht zum Dienstag zu einem Gewaltausbruch an der Heinrich-Brauns-Straße gekommen ist.

Mit Detailauskünften zu den möglichen Hintergründen halten sich die Behörden bislang bedeckt. Es gibt aber Hinweise darauf, dass eine nicht goutierte Beziehung oder auch Heirat zwischen einem männlichen und einem weiblichen Mitglied zweier Familien der Auslöser für die diversen Straftaten gewesen sein könnte.

Unter anderem prüfen die Ermittler den Vorwurf, dass einer jungen Frau unter Zwang eine Tablette verabreicht worden sein soll, um eine mutmaßliche Schwangerschaft zu beenden. Um was für einen Wirkstoff es sich gehandelt haben könnte, ist unklar. Zudem soll sie geschlagen worden sein.

Die ersten Einsatzkräfte forderten Verstärkung an

Nachdem die ersten Einsatzkräfte gegen 1 Uhr vor Ort eingetroffen waren, dauerte es nicht lange, bis sie Verstärkung anforderten, um die Lage herunterzukühlen. Diverse Streifenwagenbesatzungen, eine Einsatzhundertschaft und Diensthundeführer mit ihren Vierbeinern sorgten für Ruhe.

Es soll in der Nacht zudem verschärfte Kontrollen im Stadtteil von Insassen diverser Autos gegeben haben. Augenscheinlich waren die Beamten, die stundenlange Präsenz zeigten, auf der Suche nach den möglichen Tätern.

Die Polizei bestätigte, dass die Clan-Gewalt Verletzte gefordert hat. Sie sollen aber allesamt ambulant vor Ort behandelt worden sein. Nähere Angaben zu den Vorfällen in der Nacht machten die Behörden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen am Dienstag nicht.