Essen-Werden. Der Lions Club Essen-Werethina veranstaltet Ende März ein Förderpreiskonzert in Werden. Warum die Hits der 1920er Jahre im Mittelpunkt stehen.

Der Lions Club Essen-Werethina hat der Folkwang-Universität der Künste wieder fünf Jahresstipendien zugesagt. Von einer Fachjury ausgewählte Studierende können ein Jahr lang mit monatlich 300 Euro rechnen und sich so intensiver auf ihr Studium konzentrieren.

Dazu veranstaltet der Verein erneut ein Förderpreiskonzert. Es findet am Freitag, 31. März, um 19.30 Uhr in der Neuen Aula der Folkwang Universität der Künste statt, es ist das nunmehr 15. seiner Art. Musikalisch werden „Die goldenen Zwanziger Jahre“ gefeiert.

Es war ein Zeitalter der rasanten Entwicklungen

Professor Till Engel hat auch diesmal wieder den Wunsch, ein anspruchsvolles Programm zu moderieren: „Wir blicken hundert Jahre zurück auf die legendären Goldenen Zwanziger.“ Es sei eine Zeit rasanter Entwicklungen, voller spannender Neuentdeckungen und Umbrüche gewesen, so Engel. Expressionismus, Abstraktion, Atonalität, das Bauhaus habe die Architektur revolutioniert, aus Hagen kam der Folkwang-Gedanke nach Essen, manifestierte sich in Museum und Folkwangschulen. Engel lächelt: „Und der Jazz kam nach Europa.“

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Der international renommierte Pianist setzt sich auch selbst ans Klavier: „Die Suite 1922 für Klavier op. 26 von Bürgerschreck Paul Hindemiths ist richtig schräge Musik.“ Engel möchte den provokativ-satirischen „Marsch“ und den rasanten „Ragtime“ mit bis dahin noch nie gehörter dissonanter Schärfe präsentieren: „Das Klavier wird als eine interessante Art Schlagzeug genutzt. Ein absoluter Geniestreich.“ Im Manuskript stehe wörtlich: „Vor Gebrauch ordentlich schütteln (Der Pianist – sich!).“

Von der Avantgarde der E-Musik bis zum Aufbruch ins Populäre

Das lebensfrohen Motto „Die Goldenen Zwanziger Jahre“ wird gefüllt mit so mancher stimmungsvollen Preziose. Es gibt die Avantgarde der E-Musik zu hören, aber auch den Aufbruch ins Populäre. Für das Drumherum steht Lions-Mitglied Jürgen Welter: „Der musikalische Hochgenuss wird wie gewohnt abgerundet durch handverlesene Speisen und Getränke sowie einen stimmungsvollen Ausklang.“

Noch Restkarten erhältlich

Für den Benefizabend am Freitag, 31. März, sind noch Karten zu bekommen, auch an der Abendkasse. Der Eintritt inklusive des kulinarischen Ausklangs kostet 40 Euro, für Schüler und Studierende ermäßigt 15 Euro. Verkaufsstelle ist der unter 0201 49 03 231 zu erreichende Folkwang-Shop am Klemensborn 32.

In der Neuen Aula der Folkwang Universität der Künste, Klemensborn 39, wird das Publikum ab 18.30 Uhr begrüßt. Das Konzert selbst beginnt um 19.30 Uhr.

Zweck ist die Unterstützung von Studierenden der Folkwang Universität mit einem Jahresstipendium. Bis heute hat der Lions Club 61 solche Stipendien vergeben. Außerdem soll das Dorle-Streffer-Hospiz in Werden einen Betrag für die Erweiterung mit zusätzlichen Patientenbetten erhalten.

Die Walzer-Gesänge Alexander von Zemlinskys werden von Sopran Jeanne Jansen interpretiert, begleitet von Thomas Linstedt am Klavier: „Von Zemlinsky ist der Missing Link zur Romantik. Nach Hindemith wie aus einer völlig anderen Welt. Er wurde von Brahms gefördert, war später Professor in Berlin, verfeinerte seine sensible Tonsprache, bewegte sich aber nicht weg von der Tonalität. Diesen entscheidenden Schritt tat dann sein Schüler Arnold Schönberg“, sagt Engel.

Es folgt Rebecca Engel mit politischen und frechen Chansons, am Klavier begleitet von Sophie Sczepanek. So ist Weills „Die Muschel von Margate“ zu hören, worin der Weltenbrand als Folge des ungebremsten Petroleum-Kapitalismus Thema ist. „Der Graben“ von Theobald Tiger, Musik von Eisler, beschreibt die Gräuel des Krieges, endet aber hoffnungsvoll. Die „kleine Sehnsucht“ von Hollaender dagegen möchte der Welt entfliehen.

Aktueller Semesterschwerpunkt der Jazz-Abteilung

Nach der Pause werden die „Folkwang Hot Serenaders“ um Professor Ryan Carniaux die Musik der „wilden 20er“ aufleben lassen. Carniaux schnappt sich das Kornett und widmet sich mit einem illustren Ensemble der Arbeit dreier Künstler. Louis Armstrong und Duke Ellington elektrisierten vor hundert Jahren die internationale Musikwelt. Der Dritte im Bunde ist der auch als „der eigentliche King of Swing“ bezeichnete Fletcher Henderson. Der erste Jazz-Künstler, der eine eigene Big-Band gründete.

Als Till Engel mit seinem Vorschlag kam, rannte er beim Kollegen Carniaux übrigens offene Türen ein: „Die Roaring Twenties sind aktueller Semesterschwerpunkt der Jazz-Abteilung. Das war jetzt aber wirklich purer Zufall.“