Schonnebeck. Wendy Nikolaizik kommt aus Essen und hat mit 25 Jahren ihr zweites Buch veröffentlicht. Sie erzählt, worum es darin geht und gibt Schreibtipps.

Wendy Nikolaizik ist 25 Jahre alt und veröffentlicht am 1. April bereits ihr zweites Buch. Nach „Guck mal, die Asis!“, geht es in der Fortsetzung „Guck nicht, wer wir heute sind“ ebenfalls um eine Punk-Gruppe. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt darauf, wie sie nach Jugenddramen und Drogenproblemen versuchen, erwachsen zu werden.

Essener Autorin studiert Germanistische Linguistik

Als Nikolaizik 2017 ihr erstes Buch auf ihrer Internetseite hochlud, hätte sie nicht gedacht, dass es zwei Jahre später ein Verlag publizieren und jetzt sogar eine Fortsetzung erscheinen würde. „Wenn ich mich mit etwas beschäftigen möchte, dann schreibe ich eine Geschichte darüber“, sagt die 25-jährige Schonnebeckerin, die neben ihrem Studium der Germanistischen Linguistik in Freiburg als Lektorin tätig ist. Ihre Themen sind gesellschaftskritisch und richten sich gegen klassische Rollenbilder.

In ihrem aktuellen Werk geht es um Farin, der sein Leben eigentlich wieder in den Griff bekommen möchte. Da kehrt sein ehemaliger bester Freund Noah nach etwa sechs Jahren in die Stadt zurück. Noah tut sich jedoch schwer damit, seine Drogenvergangenheit hinter sich zu lassen und so droht Farin erneut abzurutschen. „Eine große Frage ist, wie weit Freundschaft gehen kann und sollte?“, erzählt Nikolaizik. Damit möchte sie vor allem den jungen Lesern vermitteln: „Ihr seid nicht allein. Ihr müsst nicht jeden retten – das wird auch nicht erwartet“.

Essener Autorin kämpft gegen Geschlechter- und Rollenklischees

Viele Jugendliche, so die Essener Autorin, fühlen sich jedoch verpflichtet durch gesellschaftliche Rollenbilder und starkem Verantwortungsbewusstsein. „Ihr seid okay, so wie ihr seid“, ist ihr Credo. Und das vermittelt sie mittels direkter Sprache und ihrer Faszination für Punks, die ähnlich wie sie, Abenteuer erleben wollen. Zugleich müssen ihre Charaktere Grenzen für sich selbst erkennen.

Über die Jahre hat sich Nikolaiziks Art beim Schreiben nach eigenen Angaben verändert und so schrieb sie mit der Begleitung durch das Lektorat ihr erstes Buch nochmal komplett neu. „Die Arbeit fängt beim Schreiben erst an“, sagt sie. Ihre Vorgehensweise ist, einfach drauf loszuschreiben. Planung funktioniert für sie weniger, denn erst im Schreibprozess erkennt sie, wohin es sie führt. Die Taktik ging auf: Für „Guck nicht, wer wir heute sind“ brauchte die Jungautorin nur ein halbes Jahr. „Und sich selbst nicht unter Druck setzen beim Schreiben“, rät sie. „Jeder sollte seinen eigenen Stil zur Umsetzung finden.“