Erst mal diesen Bericht abwarten, erst mal schauen, was die Politik daraus macht: Das war die Devise all jener, die sich mit der Notwehr-These beim tödlichen Polizeieinsatz in Altendorf vor nunmehr drei Monaten nicht abfinden mochten. Doch der Blick nach Düsseldorf, wo dem Innenausschuss des Landtages am Donnerstag eine zehnseitige vertrauliche Schilderung der Umstände präsentiert wurde, dürfte Skeptiker ernüchtern. Nichts Neues, nur Details für diese eine Devise: Es ging nicht anders.

Zwar ist im Bericht des Leitenden Oberstaatsanwaltes wie erwartet keine Rede mehr von jener Schilderung, die die Polizei da an jenem 18. Juni in die Welt gesetzt hatte. Nicht Adel B., der 32-jährige Deutsch-Algerier, der da mit Selbstmord drohte, war in seiner aufgekratzten Verfassung auf die Polizisten losgegangen, es waren vielmehr die Polizisten, die auf ihn zustürmten, als er sich in einem Hausflur der Kontrolle entziehen wollte. Das ist nun allen klar. Doch alle Aussagen der Polizisten, so schildert das Papier, laufen dennoch am Ende darauf hinaus, dass der Schuss gerechtfertigt gewesen sei.