Essen. Behörden sehen gefährliche Entwicklung: Syrer und Iraker bedrängen eingesessene Clans massiv. Die neue Konkurrenz gilt als besonders gewalttätig.
Vor wenigen Jahren noch verdingten sie sich für die Kriminellen unter den Mhallami-Libanesen in Essen. Erledigten niedere Arbeiten. Angeworben direkt vor den Toren der städtischen Flüchtlingsunterkünfte mimten junge Asylsuchende aus Syrien und dem Irak auf den Straßen die Laufburschen im einträglichen Rauschgiftgeschäft eingesessener Clans. Jetzt scheinen die Dienstboten von einst aufzubegehren, wollen ihren „Arbeitgebern“ die Geschäfte streitig machen, sich ein Stück vom kriminellen Kuchen sichern. Die Platzhirsche sind verunsichert.
„Die Mhallami sollen massiv bedrängt werden“, bestätigt Thomas Weise, Sprecher der BAO Clan bei der Essener Polizei. Die Beamten hörten inzwischen viel darüber, bei Einsätzen, von Sicherheitspartnern, in der Szene, sagt der Erste Polizeihauptkommissar. Nicht nur für die Polizei ist dies eine bedrohlich anmutende Entwicklung, auch wenn sie noch ganz am Anfang zu stehen scheint und sich deshalb nicht eindeutig an Straftaten oder glasklaren Indizien festmachen lässt.