Beschwerde

Anwohner beschweren sich über das Karnaper Gemeindezentrum

Am Meersternwerg und damit mitten im Stadtteil steht das Gemeindezentrum St. Marien in Karnap. Manchen Anwohnern ist es zu nah.

Am Meersternwerg und damit mitten im Stadtteil steht das Gemeindezentrum St. Marien in Karnap. Manchen Anwohnern ist es zu nah.

Foto: Michael Gohl

Essen-Karnap.   Das Gemeindezentrum in Karnap ist der letzte große Veranstaltungssaal im Stadtteil. Die Folgen von Feiern und Veranstaltungen stören die Anwohner

Das katholische Gemeindezentrum am Meersternweg in Karnap ist der letzte größere Versammlungsort, den es im Stadtteil noch gibt. Wenn die St. Marien-Kirche nach dem letzten Gottesdienst am 10. Februar geschlossen und später abgerissen wird, soll deshalb wenigstens der Saal erhalten werden. Darum kämpft der Förderverein mit seinem Vorsitzenden Berthold Hiegemann, macht sich damit aber nicht nur Freunde. Anwohner jedenfalls fühlen sich häufig massiv belästigt durch Verkehr, zugeparkte Gehwege und Einfahrten und erheblichen Lärm.

Anwohner Dirk Antkowiak sagt, auch im Namen von Nachbarn: „Der Saal wird regelmäßig gewerblich vermietet, mittlerweile finden fast wöchentlich zwei Veranstaltungen statt.“ Die Partygäste seien „bis tief in die Nacht“ laut, „durch das Rauchverbot im Saal Verlagerung der Feiern auf die Straße und Gehwege, laute Musikbeschallung des gesamten Bereichs und vieles mehr“. Zahlreiche Beschwerden lägen dem Ordnungsamt vor, „städtische Ämter“ hätten „eine Nutzung dieser Art für den Gemeindesaal nicht genehmigt“. Fazit: Die Gemeinde versuche, „fehlende Mittel durch nicht genehmigte, ordnungswidrige Vermietungen des Saals auf Kosten der Anwohner zu erwirtschaften“. Zumal die „Veranstaltungen und Vermietungen nicht im Zusammenhang mit der Gemeinde stehen“.

Vier Veranstaltungen von Ehrenamtlichen betreut

Fördervereinsvorsitzender Berthold Hiegemann weist die Vorwürfe zurück. „Es werden insgesamt vier Veranstaltungen angeboten und von ehrenamtlichen Helfern unentgeltlich durchgeführt, bei denen der Reinerlös für die Arbeit des Fördervereins und damit für den Erhalt des Gemeindezentrums bestimmt sind: 1. der Tanz in den Mai am 30. April, 2. das zweitägige Kirchfest im Sommer, 3. das Wein- und Herbstfest Anfang November (Abendveranstaltung) und 4. der Adventsmarkt Ende November/Anfang Dezember (Abendveranstaltung).“ Zuletzt sei das Zentrum häufiger für Familienfeiern genutzt worden. Die Nutzer würden ausdrücklich um Rücksichtnahme gebeten, der Hausverwalter sei auch schon eingeschritten.

Gemeindezentrum ist offen für alle Religionen

Zur Vermietung: „Aus unserem christlichen Verständnis heraus ist es uns wichtig, hier keine Unterschiede in der Religion der Familien zu machen. Das heißt, die Räume können grundsätzlich von jedermann genutzt werden. Einzige Ausnahme sind radikale politische oder sonstige Gruppierungen oder Vereinigungen, deren Ideologie mit unseren christlichen Werten nicht vereinbar ist.“ Von Beschwerden wisse er, denn die Pfarrei St. Hippolytus als Rechtsträger solle zu einer Anfrage seitens des Bauordnungsamtes Stellung beziehen.

Die Stadt äußerte sich trotz Anfrage bisher nicht.

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