Anti-AfD-Protest

Anti-AfD-Protest in Essen: Polizei findet Einsatz angemessen

Großeinsatz der Polizei: Ein massives Aufgebot an Einsatzkräften sichert die Anti-AfD-Demo am Samstag und den Parteitag in der Messe Essen.

Foto: Knut Vahlensieck

Großeinsatz der Polizei: Ein massives Aufgebot an Einsatzkräften sichert die Anti-AfD-Demo am Samstag und den Parteitag in der Messe Essen. Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Bei der Kundgebung gegen das AfD-Treffen übertraf die Zahl der Polizisten die der Demonstranten deutlich. So erklärt die Polizei das Aufgebot.

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Die Essener Polizei hält den hohen Sicherheitsaufwand rund um die AfD-Landeswahlversammlung am Wochenende in der Messe Essen für angemessen. Polizeisprecher Peter Elke verweist auf das Sicherheitskonzept, das dafür im Polizeipräsidium entwickelt worden war.

Bei der Anti-AfD-Kundgebung an der Norbert-/Moritzstraße – vor Beginn des Demonstrationszuges – war aufgefallen, dass die Zahl der Polizisten die der Protestierer um ein Vielfaches übertraf.

Deutlich mehr als hundert Polizisten waren allein vor der Messe im Einsatz, Verstärkung erhielt die Essener Bereitschaftspolizei von Kräften der Einsatzhundertschaft aus Bielefeld. Gegen 10 Uhr, schon anderthalb Stunden nach Beginn der Kundgebung, waren erst 65 bis 100 Protestierer dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Essen stellt sich quer“ gefolgt.

Schon während des Einsatzes wurde „ausgedünnt“

„Wir haben im Vorfeld einer solchen Veranstaltung ja nicht die Möglichkeit zu wissen, was später tatsächlich passiert“, sagt der Polizeisprecher. Über die exakte Zahl der eingesetzten Beamten macht die Polizei grundsätzlich keine Angaben. Fest stehe, dass es sich um einen Großeinsatz gehandelt habe.

Als sich abzeichnete, dass die Anti-AfD-Aktion friedlich und im überschaubaren Rahmen über die Bühne gehen würde, habe die Polizeiführung bereits damit begonnen auszudünnen und Einsatzkräfte mit weiter Anfahrt nach Hause zu schicken.

Die Polizei war auch am Sonntag, dem zweiten Tag des AfD-Treffens, mit starken Kräften vor der Messe vertreten. „Aber es waren bei weitem nicht mehr so viele wie am Tag zuvor“, betont Elke. Obwohl für Tag zwei kein Protest angekündigt war, habe es sich wieder um eine „schützenswerte Veranstaltung“ gehandelt.

Zeugin spricht von Provokation mit Deutschland-Fahne

Bei den Anti-AfD-Protesten am Samstag ist es zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen: Einer Sympathisantin der AfD, die sich mit einer Deutschlandfahne auf dem Weg zur Veranstaltung befand, wurde diese durch einen Teilnehmer der „Essen stellt sich quer“-Demonstration gewaltsam entrissen, berichtete die Polizei in ihrer Bilanz am Sonntagabend. Der Täter wurde nach kurzer Flucht gestellt, festgenommen und ins Polizeipräsidium gebracht.

Silke Greif, Teilnehmerin der Anti-AfD-Kundgebung vor der Messe, war Augenzeugin des Fahnen-Zwischenfalls und schildert ihn so: „Die Frau hat absichtlich mit der kleinen Deutschlandfahne in Richtung Demonstranten gewedelt und die Teilnehmer ganz klar provoziert.“

Im Zusammenhang mit der Festnahme kam es dann auch noch zu einer Beleidigung eines Polizeibeamten. Während des Demonstrationszuges durch Rüttenscheid und bei der Abschlusskundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz in der Innenstadt kam es nach Angaben der Polizei zu keinen weiteren Zwischenfällen.

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