Filmprojekt

Annenkapelle in Essen wird zum Schauplatz von Hobbyfilmern

An der Annenkapelle in Essen-Rellinghausen filmten Fotograf Dieter Kunst (r.) und seine Mitstreiter. Dabei sprachen sie mit Markus Kronfeld (l.), Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer des Annenfestes, sowie dem Ehrenvorsitzenden des Vereins, Peter Beckmann (2.v.l.). Iris und Michael Zielonka, Steele TV, halten Mikro und Reflektor.

An der Annenkapelle in Essen-Rellinghausen filmten Fotograf Dieter Kunst (r.) und seine Mitstreiter. Dabei sprachen sie mit Markus Kronfeld (l.), Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer des Annenfestes, sowie dem Ehrenvorsitzenden des Vereins, Peter Beckmann (2.v.l.). Iris und Michael Zielonka, Steele TV, halten Mikro und Reflektor.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Rellinghausen/Steele.  An der Rellinghauser Annenkapelle fanden Dreharbeiten für Beitrag über den Jakobsweg statt. Filmgruppe ist ein Projekt der Steeler Bürgerschaft.

Einen Film über den Jakobsweg von Steele nach Werden dreht derzeit ein Team von Steele TV. Dabei machte es jetzt Station an der Annenkapelle in Rellinghausen, filmte das geschichtsträchtige kleine Gotteshaus im Annental und führte Interviews mit Mitgliedern des dortigen Fördervereins. Der Film soll im November im Fernsehen zu sehen sein.

Der Magazinbeitrag für den Sender NRWision, der über Kabel empfangbar ist, sei eine Fortsetzung des Films von 2018 über den Jakobsweg von Wattenscheid nach Steele, erklärt Dieter Kunst, Fotograf im Ruhestand und bei Steele TV aktiv. Das Ganze habe sich vor sechs Jahren aus einem Projekt der Steeler Bürgerschaft entwickelt: Bei einem Filmlehrgang lernten die Teilnehmer damals die wichtigsten Dinge zu Filmschnitt, Gestaltung und Co.

Die Gruppe bestehe heute aus zehn Aktiven, einem Profifilmer, zwei Profifotografen sowie ambitionierten Hobbyfilmern, erläutert Kunst. „Anfangs waren wir mehr Leute, würden uns auch über Zuwachs freuen“, sagt er. Man drehe etwa alle sechs Wochen Beiträge für NRWision, den Lernsender des Landes mit Sitz in Dortmund. „Uns ist es wichtig, lokale Themen in Essen aufzugreifen“, erklärt Dieter Kunst, der früher beruflich viel zu sozialen Themen für Magazine und Agenturen, aber auch Publikationen aus dem kirchlichen Bereich, fotografierte.

Gruppe trifft sich am Steeler Stadtgarten

Die Treffen der Gruppe finden normalerweise wöchentlich in Räumen am Steeler Stadtgarten statt, coronabedingt habe es jetzt eine lange Pause gegeben. Der Kreis beschäftige sich längst nicht mehr nur mit Steeler Themen, so der gebürtige Steelenser Dieter Kunst. Mitglieder der Gruppe, die professionell, aber nicht kommerziell arbeite, kämen auch aus Kettwig, Heisingen und Frohnhausen, und man wolle schließlich Bürger in ganz Essen ansprechen. Die journalistischen Beiträge sollten vor allem informativ und unterhaltsam sein.

Anfangs seien die Beiträge der Gruppe eher „ein Kessel Buntes“ gewesen, inzwischen widme man sich intensiver Themen wie Kultur, Hobby oder Trendsport in Essen – oder, wie aktuell, dem Jakobsweg. Neben der Annenkapelle, an der jetzt gedreht wurde, würden auch der Uhlenkrug, die Schillerwiese, das Wehr am Baldeneysee und die Kluse vorkommen, so Dieter Kunst. Den neuen Fischlift am See spare sich die Filmgruppe für einen separaten Beitrag auf.

Beitrag im Fernsehen wird sieben Minuten lang sein

An dem aktuellen Projekt seien er selbst sowie Iris und Michael Zielonka beteiligt, die als Wanderer in dem Beitrag auftauchen und quasi als Bindeglied zwischen den einzelnen Stationen fungieren. Da das Ehepaar beruflich eingebunden sei, könne man meist nur abends und am Wochenende drehen. „Wir gehen nichts das ganze Stück des Jakobswegs, sondern nur einzelne Abschnitte“, sagt Kunst.

Die Szenen müssten teils mehrfach gedreht werden. Er gehe von rund zehn Stunden Filmarbeit für den siebenminütigen Beitrag aus, für den etwa eine Stunde Filmmaterial zusammengeschnitten werden müsse. Bis Mitte September sollen alle Stationen für den aktuellen Beitrag abgedreht sein.

Neben den reinen Filmarbeiten sei auch eine sorgfältige Vorbereitung der Dreharbeiten erforderlich, so Kunst. Er habe die entsprechenden Pfarreien angeschrieben und um Gesprächspartner für die Interviews gebeten. So seien zum Treffen an der Annenkapelle drei Mitglieder des dortigen Fördervereins gekommen, die über die Entstehung des kleinen Gotteshauses und die damit verbundene Legende von den gestohlenen Hostien berichteten.

Filmemacher genießt die Entschleunigung

Für Dieter Kunst, der im Ruhestand nur noch Projekte realisieren will, die ihm Spaß machen, hatte der Dreh auch einen meditativen Aspekt. „Ich hatte vor kurzem zwei Operationen und habe mir zwischendurch bei den Dreharbeiten Zeit genommen, um die Entschleunigung an diesem Ort zu genießen“, sagt der Steelenser, der seine künstlerischen Arbeiten in einer eigenen kleinen Galerie in Steele zeigt.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben