Prozess

Anklage will Bredeneyer Unternehmer lange in Haft sehen

Lange Haft angedroht: Geschäftsmann Christian B,, hier zum Prozessauftakt mit seinen Verteidigern Regina Klose und Wolfgang Küpper-Fahrenberg.

Lange Haft angedroht: Geschäftsmann Christian B,, hier zum Prozessauftakt mit seinen Verteidigern Regina Klose und Wolfgang Küpper-Fahrenberg.

Foto: Ulrich von Born

Zwei angesehene Geschäftsleute, einer aus Essen-Bredeney, hatten gestanden, Quecksilber illegal entsorgt zu haben. Am Mittwoch kommt das Urteil.

Am 12. April 2016 hatte der Prozess um illegal entsorgtes Quecksilber begonnen, im Juli sollte er enden. Doch erst für den heutigen Mittwoch wird tatsächlich das Urteil erwartet. Und die XV. Wirtschaftsstrafkammer könnte dann einem Bredeneyer Geschäftsmann für lange Zeit die Freiheit nehmen.

Fünf Jahre und neun Monate Gefängnis hat die Staatsanwaltschaft für Christian B. (56) beantragt. Ebenso lange soll auch sein Mitangeklagter und Ex-Mitgeschäftsführer Jost K. (52) aus Löhne sitzen, geht es nach dem Willen der Anklage. Die Verteidiger hielten am Dienstag dagegen. Für Christian B. beantragte Wolfgang Küpper-Fahrenberg zwei Jahre Haft mit Bewährung, für den Mitangeklagten Jost K. plädierte Verteidiger Hans-Joachim Regul ebenfalls für eine geringere Strafe, ohne konkret die Höhe zu nennen.

Die beiden Angeklagten hatten zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt. „Zutreffend“ nannte Jost K. damals den Inhalt der Anklage. Und Christian B. bestätigte: „Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind richtig.“ Beide hatten die 1989 in Karnap gegründete Firma Dela geführt. Sie kümmerte sich um die Entsorgung von Quecksilber, das bei vielen chemischen Verfahren anfällt, aber auch in älteren Energieleuchten steckt. Dafür kassierten die Chefs von den Firmen Millionen.

Rote Asche statt Quecksilber

Statt das Quecksilber kostenaufwendig zu entsorgen, füllten sie die Entsorgungsbehälter mit Glassplittern und roter Sportplatzasche. Diese brachten sie zur Deponie und bekamen die entsprechenden Zertifikate. Das echte Quecksilber verkauften sie in die Schweiz, Holland und Griechenland.

Dass der Strafprozess sich so lange hinzieht, liegt nicht allein an der komplexen Thematik. Das Gericht musste vor allem ermitteln, welches Vermögen die Angeklagten durch ihre Taten angehäuft hatten. Diesen Gewinn nimmt der Staat ihnen wieder. Christian B. hatte vor allem Immobilien auf Sylt gekauft.

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