Gewalt gegen Polizisten

Angriff auf Beamte: Polizei Essen will weiter Stärke zeigen

Als eine Polizistin (26) und ein Polizist (27) am Freitag die Buddy Bar am Kopstadtplatz kontrollierten, wurden sie geduzt und beleidigt. Anschließend eskalierte die Situation. Foto:Zlatan Alihodzic

Als eine Polizistin (26) und ein Polizist (27) am Freitag die Buddy Bar am Kopstadtplatz kontrollierten, wurden sie geduzt und beleidigt. Anschließend eskalierte die Situation. Foto:Zlatan Alihodzic

Essen.   „Keinen Zentimeter Boden preisgeben“: Nach Gewalt-Eskalation bei Shisha-Bar-Kontrolle sieht Behörde noch keinen Anlass für andere Einsatztaktik.

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Nach der Gewalt-Eskalation bei der Überprüfung einer Shisha-Bar am Kopstadtplatz will die Polizei ihre Null-Toleranz-Strategie fortsetzen und ist zuversichtlich, alle Verdächtigen identifizieren zu können. Die bei dem Einsatz am Freitagabend schwer verletzte 26 Jahre alte Beamtin ist weiterhin dienstunfähig.

Die Polizistin habe bei den Übergriffen von bis zu sechs libanesisch-stämmigen Männern, so die Polizei, Prellungen am ganzen Körper und Würgemale davongetragen, sagte Behördensprecher Ulrich Faßbender am Dienstag: „Das war schon heftig.“ Ein ein Jahr älterer Kollege der Beamtin wurde ebenfalls verletzt und im Krankenhaus behandelt.

Ein 17 Jahre alter Angreifer konnte nur mit Unterstützung von Mitarbeitern der Tierrettung Essen und alarmierten Unterstützungskräften in Schach gehalten werden. Nach einer Nacht im Gewahrsam ist der junge Mann wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn werde nun wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Wohl Außengastronomie über Gebühr erweitert

Auf die Frage, ob es eine gute Idee war, die Buddy-Bar von einer einzigen Streifenwagenbesatzung, also einem Beamten und einer Beamtin, kontrollieren zu lassen, sagte Faßbender, dass bislang kein Nachbesserungsbedarf erkennbar sei: „Die Einsatzlage war anfänglich nicht so, dass man mit einer Hundertschaft hätte einfliegen müssen.“ Es sei eigentlich nur darum gegangen zu überprüfen, ob dort die Jugendschutzbestimmungen eingehalten worden seien.

Dafür sollte eine Streifenwagen-Besatzung ausreichend sein, so Faßbender. Bei ihrer Kontrolle hätten die Beamten dann aber auch festgestellt, dass die Außengastronomie über Gebühr erweitert worden sei. Plötzlich seien die Beamten geduzt und auch beleidigt worden. Als sie Personalien des Mann, der sie verbal anging, feststellen wollten, sei die Situation eskaliert.

Ein Streifenwagen sollte ausreichend sein

Der ganze Einsatz soll nun nachbereitet werden. Grundsätzlich müsste aber gelten: Eine Streifenwagenbesatzung sollte für eine solche Überprüfung genügen und künftig auch wieder Normalität werden, sagte Faßbender. Und damit dieses Ziel erreicht werde, will die Behörde in der nördlichen Innenstadt „keinen Zentimeter Boden preisgeben“, kündigte der Polizeisprecher an: „Die Kontrollen werden mit aller Intensität weitergeführt.“

Die Ratsfraktionen von SPD und Essener Bürger Bündnis (EBB) forderten nach den erneuten Angriffen auf die Staatsgewalt eine Durchsetzung des Respekts gegenüber der Polizei und betonten, dass die hohe Gewaltbereitschaft gegenüber Beamten auf keinen Fall hinnehmbar sei.

Nach dem Angriff auf die Polizisten blieb die Fahndung nach den flüchtigen Mittätern des 17-Jährigen bislang erfolglos.

Die Ermittler der Kripo suchen weitere Zeugen, die das Geschehen an der Shisha-Bar beobachtet und teilweise mit ihren Handys gefilmt haben. Sie werden gebeten, die bewegten Bilder der Polizei zur Verfügung zu stellen. Die Sequenzen sollen ausgewertet werden. Die Behörde bittet um Hinweise unter der Rufnummer 0201/829-0.

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