Krankenhaus

Marienhospital: Bürger spekulieren über leere Stationen

Das Marienhospital in Altenessen hat schon vor Wochen Abteilungen zusammengelegt oder geschlossen. Mit dem Abriss habe das nichts zu tun, sagt Contilia.

Das Marienhospital in Altenessen hat schon vor Wochen Abteilungen zusammengelegt oder geschlossen. Mit dem Abriss habe das nichts zu tun, sagt Contilia.

Foto: Kokoska

Essen-Altenessen.   Abteilungen im Altenessener Marienhospital bleiben abends dunkel. Das nährt Gerüchte über den Abriss des Krankenhauses. Der Betreiber dementiert.

Bereitet sich das Marienhospital schon auf den Abriss vor, damit es in Kürze einem Neubau weichen kann? Während Betreiber Contilia das verneint, geht diese Sorge in Essen-Altenessen um. Denn es ist besonders in den Abendstunden aufgefallen, dass ganze Abteilungen dunkel bleiben, während in anderen weiter gearbeitet wird. Vom Karlsplatz aus ist dies gut zu erkennen. „Damit steht auch wohl der Abbruch von St. Johann kurz bevor“, vermutet ein Altenessener.

Contilia-Pressesprecher Thomas Kalhöfer bestätigt den Eindruck, dass auf zwei Stationen keine Patienten mehr versorgt werden. So sei zum einen die Aufwachstation in andere Stationen integriert worden. Zum anderen sei die onkologische Station von der 2. in die 3. Etage umgezogen, so dass die 2. Etage ebenfalls leer stehe.

„Grundsätzlich strukturelle Veränderung“

Doch das alles habe nichts mit Vorbereitungen für den Abriss des Krankenhauses – und wie Kritiker unterstellen – auch der St. Johann-Kirche zu tun, sondern sei lediglich „eine grundsätzlich strukturelle Veränderung“. Denn die Aufenthaltsdauer der Patienten verringere sich konstant, und bei weniger Patienten und Leistungen sei das eine strategische Maßnahme. „Und sie hat überhaupt nichts mit Umzugs- oder Abrissplänen zu tun“, bekräftigt Thomas Kalhöfer. Auch die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr hätten keinen Einfluss gehabt.

Geräte werden in andere Häuser gebracht

Das bestätigt Klaus Hagen, CDU-Bezirkspolitiker und Vorstandsmitglied im Förderverein der katholischen Kliniken: „Dass Teile von Abteilungen stillgelegt werden, ist ganz normal im Rahmen eines langwierigen Umstrukturierungsprozesses. Das hat nichts mit dem Abriss zu tun.“

Ähnlich sei es mit der Verlagerung von medizinischen Geräten zum Beispiel ins Stoppenberger Vincenz-Krankenhaus. Thomas Kalhöfer: „Das ist ein normales Prozedere, dass Häuser Geräte untereinander verteilen. Das ist Alltagsgeschäft.“ Über die weiteren Schritte in Bezug auf den Grundstückskauf könne er in dieser ersten (Urlaubs-)Woche des Jahres noch nichts sagen. Klaus Hagen, dessen Herz auch an der St. Johann-Kirche hängt, erwartet die Entscheidung über den Verkauf in diesem Frühjahr: „Man muss zu einer Entscheidung kommen, wie immer sie auch aussehen wird, um Dampf aus der Geschichte zu nehmen.“

Treffen von Kirchenvorstand und Initiative „Rettet St. Johann“

Ob der Dampf bereits am Dienstag, 8. Januar, herausgenommen werden kann? Dann treffen sich im Pfarrzentrum der Kirchenvorstand von St. Johann Baptist mit der Initiative „Rettet St. Johann“. Beide Seiten haben sich interessanterweise dazu gegenseitig eingeladen. „In dem Gespräch wollen wir über die aktuelle Situation, die Konfliktthemen sowie über Perspektiven für ein künftiges Miteinander in der Pfarrei reden“, kündigt Pfarradministrator Thomas Zander an.

Die Initiative, so entgegnet sie, verfolge „ausschließlich das Ziel, den Verkauf und den Abriss der Kirche St. Johann Baptist zu verhindern. Dabei unterstützen wir ausdrücklich den Neubau des Krankenhauses auf dem Grundstück des Marienhospitals, aber unter Bestand der Kirche St. Johann Baptist. Mit diesem Ziel führen wir das Gespräch, um festzustellen, ob, und wann ja, welche Möglichkeiten der Kirchenvorstand sieht.“ Falls ein Moderator hinzugezogen wird, wie Thomas Zander vorschlägt, müsse er „ohne jedweden kirchlichen Hintergrund“ sein, so die Initiative.

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