Wohnungsbau

Allbau AG modernisiert fast 300 Wohnungen in Altenessen

Ortstermin mit besonderem Charme: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (2.v.l.), Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (2.v.r). und Allbau-Prokurist Samuel Serifi (l.) stehen in der Mitte der Gladbecker Straße in Essen-Altenessen. Die Allbau AG modernisiert in dem Quartier gerade 44 Gebäude – zum Beispiel das Haus links im Bild.

Ortstermin mit besonderem Charme: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (2.v.l.), Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (2.v.r). und Allbau-Prokurist Samuel Serifi (l.) stehen in der Mitte der Gladbecker Straße in Essen-Altenessen. Die Allbau AG modernisiert in dem Quartier gerade 44 Gebäude – zum Beispiel das Haus links im Bild.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen.  An und um die Gladbecker Straße in Altenessen modernisiert der Allbau fast 300 Wohnungen. Die Mieten werden leicht steigen, die Heizkosten sinken

Mit einer großangelegten Modernisierung ertüchtigt die Allbau AG jetzt das „Westendorf-Quartier“ in Altenessen: Es umfasst 44 Gebäude mit 290 Wohnungen, 20 Garagen und ein Ladenlokal. 17,1 Millionen Euro investiert die Wohnungsgesellschaft in den Komplex, der in den Jahren 1926 bis 1957 entstand und vor allem durch seine „verkehrsgünstige“ Lage besticht: Die Gebäude liegen an oder unweit der Gladbecker Straße. Also jener Verkehrsachse, die für Staus, Lärmbelästigung und Luftverschmutzung mehr berüchtigt als berühmt ist.

Mittelfristig werden der Ellernplatz, In der Baumschule, die Peanstraße, die Nootstraße und die Westendorfstraße – nach der das gesamte Quartier benannt wurde – zu Baustellen. Die Häuser an der Gladbecker Straße 250-256 sind bereits eingerüstet, neue Fenster und Balkontüren wurden eingebaut, bis Anfang kommender Woche werden Dämmplatten aus Mineralwolle angebracht. Auf die Fassaden- folgen hier Dacharbeiten, während In der Baumschule bereits die Installation von Fernwärme vorbereitet wird.

Der Wohnraum soll auch nach der Modernisierung bezahlbar bleiben

Am Mittwoch (16. Oktober 2019) reiste NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) nach Altenessen, deren Haus das Großprojekt mit einem 17-Millionen-Euro-Darlehen aus dem Förderprogramm „Besser wohnen im Quartier“ unterstützt. „Die Allbau AG ist ein fester Partner, der seit 2010 fast 110 Millionen Euro aus Wohnraumfördermitteln genutzt hat“, lobt Scharrenbach. Ein Großteil davon sei wie auch im aktuellen Fall für Modernisierungen ausgegeben worden. „Gleichzeitig wird ein deutlicher Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet.“

Tatsächlich werden nicht nur die alten Nachtspeicherheizungen entfernt und durch Fernwärme ersetzt, auch energetische Baumaßnahmen wie die Fassadendämmung sollen die Heizkosten senken. Zwar werde der Mietpreis pro Quadratmeter von 4,85 auf 5,65 Euro steigen, räumt Allbau-Prokurist Samuel Serifi ein. Doch durch die Einsparungen bei den Energiekosten solle sich das ausgleichen: Man strebe hier wie auch bei früheren Modernisierungen eine „Warmmiete-Neutralität“ an. Sprich: Auch nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2021 falle der Wohnraum unter die Mietpreisbindung für öffentlich finanzierten Wohnungsbau.

Allbau will auch Mieter ansprechen, für die ein Balkon unverzichtbar ist

Für die Mieter dürfte das eine wichtige Nachricht sein. Andernorts haben die Allbau-Verantwortlichen schon erlebt, dass angekündigte Arbeiten nicht nur begrüßt wurden. „Müssen wir hier ‘raus?“, sei da gefragt worden. In Altenessen soll niemand ‘raus, aber die Verantwortlichen haben auch nichts dagegen, wenn das Westendorf-Quartier am Ende auch für neue Mieterschichten attraktiv wird. Zwar könne man bei der derzeitigen Lage auf dem Wohnungsmarkt praktisch jede 1-2-Zimmerwohnung vermieten, sagt Serifi. Doch man wolle auch Mieter bekommen, „für die ein Balkon unverzichtbar ist“.http://funke-cms.abendblatt.de:8080/webservice/thumbnail/article/227331069

Mögen die Häuser an der verkehrsumtosten Gladbecker Straße noch keinen allzu einladenden Eindruck machen – nach hinten trumpfen sie mit großzügigen, baumbestandenen Höfen auf. Diese sollen nun mit neuen Spielplätzen versehen, besser beleuchtet und noch ansprechender gestaltet werden. Möglichst alle Wohnungen sollen einen Balkon zum Hof bekommen.

Dass die Gladbecker Straße hier „nachhaltig aufgewertet“ werde, begrüßt auch Oberbürgermeister Thomas Kufen. Lange Zeit sei das Thema bezahlbarer Wohnraum in Essen nachrangig behandelt worden, und bis heute sei die Stadt bekanntlich weit entfernt von Mietpreis-Exzessen à la Köln oder Frankfurt. „Aber wir können auf Schlagzeilen wie in München verzichten, wo man keine Feuerwehrleute mehr findet, weil die sich das Leben in der Stadt nicht leisten können.“

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