Jugendzentrum

Aldis cooler Nachbar: Jugendzentrum in Essen eingeweiht

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Direkt neben dem neuen Aldi-Markt in Schonnebeck liegt das Jugendzentrum des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt. Das Jugendzentrum wurde jetzt eingeweiht.

Direkt neben dem neuen Aldi-Markt in Schonnebeck liegt das Jugendzentrum des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt. Das Jugendzentrum wurde jetzt eingeweiht.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Schonnebeck.  Im Essener Stadtteil Schonnebeck ist ein Jugendzentrum mit ungewöhnlicher Entstehungsgeschichte eingeweiht worden.

Nach zehnjähriger Planungs- und Errichtungszeit ist jetzt das neue Jugendzentrum des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt (Awo) eingeweiht worden. Es liegt im Herzen Schonnebecks an der Saatbruchstraße – direkt neben dem neuen Aldi-Discounter. Das ist kein Zufall.

„Es war kein einfacher Weg“, berichtet die Geschäftsführerin des Jugendwerks der Awo, Anna Pfeiffer. Mit dem neuen Gebäude, das schon vor einem Jahr bezogen wurde, wird im Stadtteil ein neues Kapitel aufgeschlagen, was das Jugendzentrum angeht. Ab 1984 gab es einen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche im Stadtteil in der alten Schillerschule; umsäumt von Wiesen und Bäumen.

Jugendwerk der Awo: Keine Erfahrung mit dem Bau neuer Jugendzentren

Vor rund zehn Jahren bekundete Aldi sein Interesse am Grundstück, das nur einen Steinwurf entfernt liegt von der früheren Aldi-Stammfiliale in der Huestraße. Denn der erste Aldi-Laden weltweit galt schon damals als zu klein und nicht mehr zukunftsfähig. In langen Planungen, Um- und Neu-Gestaltungen der Entwürfe konnte man sich schließlich einigen: Aldi bekommt das Grundstück, die alte Schillerschule wird abgerissen – Kompromiss: Aldi baut das neue Jugendzentrum gleich mit. Und so ist es geschehen: Das Jugendzentrum ist sozusagen ein Bau-Abschnitt des neuen Aldi-Marktes an der Saatbruchstraße, beide teilen sich den großen Parkplatz vor der Tür, und das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt ist heute Mieter des Gebäudes.

Wie baut man ein neues Jugendzentrum? „Auch das war nicht einfach, denn es gibt bundesweit kaum Vorbilder“, sagt Anna Pfeiffer. „Wir haben noch nie eine solche Einrichtung geplant und gebaut.“

Jugendzentren sind häufig - so wie es in Schonnebeck auch der Fall war - ehemalige Schulen oder sonstige Altbauten. Mit Räumen, die in der Regel zu klein sind, um sie unterschiedlich nutzen zu können.

Herzstück des Jugendzentrums Schonnebeck: eine große Halle im Erdgeschoss

Entsprechend kann man das neue Jugendzentrum fast revolutionär nennen, was seine Raumaufteilung angeht: Herzstück ist eine große Halle im Erdgeschoss, die an eine Turnhalle erinnert. „Hier finden aber auch große Versammlungen oder Partys statt“, sagt Marina Mirau, die Leiterin der Einrichtung. Zweites, wichtiges Element: eine große Küche, in der viele Kinder und Jugendliche gleichzeitig am Herd stehen können. Weiterhin gibt es im Erd- und Obergeschoss Räume, die für Offene Arbeit, Mädchenarbeit, Computerarbeit und vieles mehr genutzt werden können. Das alles ist ansprechend gestaltet, blütenweiße Wände mit blauem Boden, funktional und taghell – die Fenster gehen bis zum Boden. Nicht zu vergessen die große Außenfläche mit Spiel- und Sportmöglichkeiten.

Die Beteiligten vergaßen bei der Einweihung nicht zu erwähnen, dass die Zeit des Übergangs in Containern – und mit Corona – nicht gerade einfach war. „Wenn Sie die Zielgruppe ein halbes Jahr aus den Augen verlieren, ist die ganz schnell weg“, sagt Anna Pfeiffer. Falls das passiert sein sollte: Mit dem neuen Jugendzentrum gibt es viele Gründe für die Kinder und Jugendlichen, wiederzukommen.

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