Wahlkampfauftakt

AfD-Gegner wollen sich in Essen unters Parteivolk mischen

Beim Anti-AfD-Protest Ende Februar marschierten rund 800 Demonstranten von der Messe Essen zum Willy-Brandt-Platz.

Foto: Knut Vahlensieck

Beim Anti-AfD-Protest Ende Februar marschierten rund 800 Demonstranten von der Messe Essen zum Willy-Brandt-Platz. Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Am 8. April kommen zum NRW-Wahlkampfauftaktn die AfD-Spitzen Petry und Meuthen nach Essen. Zwei Protestaktionen sind bei der Polizei angemeldet.

Die Essener Polizei sieht sich für den NRW-Wahlkampfauftakt der AfD an diesem Samstag auf dem Altenessener Markt gut gerüstet. „Bis Dienstag sind zwei Gegenveranstaltungen angemeldet worden“, berichtet Polizeisprecher Lars Lindemann. Die AfD geht davon aus, dass etwa 1000 Parteimitglieder und Anhänger zum Start des Landtagswahlkampfes nach Essen kommen werden.

Wie viele Gegendemonstranten letztlich mobilisiert werden, ist hingegen noch nicht absehbar. Neben dem Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer“, das zwischen Alleecenter und Rewe zu einem Infopoint einlädt, hat sich noch eine weitgehend unbekannte Protestgruppe namens „Utopie – Bündnis gegen Menschenfeindlichkeit“ angemeldet.

Aktionen von „Essen stellt sich quer“ und „Utopie“

Sie will mit etwa 50 Personen im Bereich Karlschule/Altenessener Straße demonstrieren. Auf Facebook wirft „Utopie“ Guido Reil vor, sich als „Freund des kleinen Mannes“ anzubiedern: „Er macht einen auf Ruhrpott-Schnauze, die er scheinbar immer dann künstlich auflegt, wenn er eine Kamera in der Nähe sieht oder sich bürgernah verkaufen will.“

Mit dem Slogan „Der AfD den Tag vermiesen“ ruft inzwischen auch die „Antifa Essen Z“ im sozialen Netzwerk zu Protesten auf. Bei Facebook hat die Antifa am Sonntag gepostet: „Wir wollen nicht 500 Meter weg 'ne Demo machen, wir wollen direkt vor die Bühne der AfD gehen, und ihnen sprichwörtlich den Raum nehmen.“

An anderer Stelle wird den Antifa-Sympathisanten empfohlen: „Kleidet euch unauffällig, damit AfDler und Cops euch nicht zu früh als Gegendemonstranten erkennen!“.

Der Essener AfD-Kreissprecher Stefan Keuter, der bei der Bundestagswahl im Herbst für einen aussichtsreichen Listenplatz kandidiert, geht von einem friedlichen Verlauf der AfD-Kundgebung aus. „Wir selbst bieten keinerlei Angriffsflächen, denn wir gehören in Essen längst zum politischen Geschehen dazu.“ Polarisierer mit rechtsextremen politischen Ansichten gebe es in Essen nicht.

Steiger Guido Reil wird mit dem Steigerlied begrüßt

Mit dem früheren Sozialdemokraten Guido Reil sei die AfD in Essen sogar „ausgesprochen sozial“ aufgestellt. Der Karnaper bewirbt sich bei der Landtagswahl am 14. Mai um ein Direktmandat im Norden. „Wir werden unseren Steiger am Samstag demonstrativ mit dem Steigerlied begrüßen“, sagt Keuter.

Die AfD-Veranstaltung auf dem Altenessener Markt soll um 10.30 Uhr mit Live-Musik einer Essener Band beginnen. Um welche Band es sich handelt, will der Kreischef noch nicht preisgeben. Ab 12 Uhr sollen dann die Wahlkampf-Reden von Guido Reil, Jörg Meuthen, Frauke Petry und Markus Pretzell folgen. Um 14.30 Uhr wird die AfD-Kundgebung enden.

Ein Indiz dafür, dass die AfD in Essen inzwischen weitgehend akzeptiert wird, ist nach Keuters Wahrnehmung die „auffällig geringe Zahl zerstörter Wahlplakate“. Schmunzelnd habe er einen aktuellen Vorfall zur Kenntnis genommen. Keuter: „Als jemand im Begriff war, unsere Plakate herunterzureißen, ist er von drei Augenzeugen festgehalten und anschließend der Polizei übergeben worden.“

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