Philharmonie

Ärgerlicher Parkhaus-Stau nach Sinfoniekonzert in Essen

Das Parkhaus Saalbau an der Huyssenallee in Essen: Für Besucher der Philharmonie gibt’s einen günstigen Theatertarif. Das funktioniert aber nur, wenn am Kassenautomaten zuerst die Theater-Taste gedrückt und dann die Karte gesteckt wird.

Das Parkhaus Saalbau an der Huyssenallee in Essen: Für Besucher der Philharmonie gibt’s einen günstigen Theatertarif. Das funktioniert aber nur, wenn am Kassenautomaten zuerst die Theater-Taste gedrückt und dann die Karte gesteckt wird.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Nach dem zweiten Sinfoniekonzert in der Essener Philharmonie steckten viele Konzertbesucher in der Tiefgarage im Stau. Und teuer war’s obendrein.

Beschwingt von Brahms, Mendelssohn Bartholdy und Schumann verließen die Besucher des zweiten Sinfoniekonzertes die Philharmonie. Bei vielen, die im Auto die Saalbau-Tiefgarage verlassen wollten, muss das Wohlgefühl jedoch schnell abgeklungen sein. Die Konzertbesucher Christel und Armin Merker aus Essen-Kettwig berichten von einer chaotischen Ausfahrt und ärgern sich obendrein über eine weiteren Missklang: Am Parkautomat seien unverschämte acht Euro fällig gewesen – „für zwei bis höchstens drei Stunden“.

Die beiden Kettwiger – seit vielen Jahren treue Konzert-Abonnenten – wollten gegen 22.10 Uhr entspannt ins Auto steigen. „Doch die Entspannung ging schnell verloren, denn unten in der Garage staute sich in Zweier-Reihen Auto hinter Auto.“ Es gab massive Probleme mit den neu installierten Kassenautomaten. „Menschen stiegen aus ihren Autos und diskutierten“, berichtet Christel Merker. Die Ausfahrt verzögerte sich.

Die Saalbau-Tiefgarage an der Huyssenallee gehört der bundesweit tätigen Contipark Parkgaragengesellschaft mbH mit Zentrale in Berlin. Contipark-Mitarbeiter vor Ort hätten rasch für eine reibungslose Ausfahrt sorgen können, so hofften die angesäuerten Konzertbesucher. Aber sie erfuhren: Das Personal hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Feierabend.

Für Konzertbesucher gibt’s im Parkhaus den „Theatertarif“: 3,50 Euro von 18 und 1 Uhr

Auf Anfrage dieser Zeitung hat Contipark auf den Stress in der Saalbau-Tiefgarage reagiert. Speziell für Besucher der Philharmonie gebe es zwischen 18.00 und 1.00 Uhr einen speziellen Theatertarif über 3,50 Euro, heißt es. Ein Sonder-Tarif, der deutlich günstiger sei als der reguläre. Ebenfalls eine vorteilhafte Regelung: Das Sonderticket könne vorab bezahlt werden, „so dass die Konzertbesucher nach der Veranstaltung mit ihrem Ticket ohne einen weiteren Weg zum Kassenautomaten direkt ausfahren können“.

Allerdings steckt der Teufel hier im Detail. Denn um diesen Sondertarif zu nutzen, müsse am Kassenautomaten – vor oder nach dem Konzert – zuerst die Taste „Theatertarif“ gedrückt und danach das Ticket eingeschoben werden, betont Contipark. Ein rotumrandetes Hinweisschild weise die Kunden auf dieses Prozedere hin. Werde die Reihenfolge jedoch nicht eingehalten, verlange der Kassenautomat automatisch den regulären Tarif (1,60 Euro je angefangene Stunde). „Die Taste Theatertarif ist von sehr vielen Konzertbesuchern nicht gedrückt worden, auch von uns nicht“, räumt das Kettwiger Ehepaar ein.

Weil die Merkers gleich bei der Einfahrt in die Tiefgarage schon den Standardtarif – also 1,60 Euro – gezahlt hatten, sei nach dem Konzert eine Nachzahlung von 6,40 Euro berechnet worden. Macht unterm Strich acht Euro – ein happiges Lehrgeld. Contipark bestätigt die Schilderung der beiden Kettwiger: „So kommt es in Fällen, in denen Kunden die Hinweisschilder nicht beachten, zu der geschilderten Nachzahlung nach dem Ende der Veranstaltung beziehungsweise zu dem erwähnten Rückstau.“

Contipark hat reagiert und größere Hinweisschilder bestellt

Die meisten Kunden, so versichert die Parkgaragengesellschaft, würden den Theatertarif inzwischen korrekt anfordern, so dass sich die Ausfahrt nach Konzerten wieder normalisiert habe.

Die Kritik der Merkers, doch bitte gut sichtbar auf den Theatertarif hinzuweisen, um derart „ärgerliche Vorfälle“ zu verhindern, hat Contipark aufgegriffen. Die Presseabteilung erklärt: „Zusätzlich wurden größere Hinweisschilder bestellt, um die Kunden noch deutlicher auf die richtige Verfahrensweise aufmerksam zu machen.“

Dem Kettwiger Ehepaar wird der sinfonische Abend mit Tiefgaragen-Stau noch eine Weile in Erinnerung bleiben. „Immerhin konnten wir nach 53 langen Minuten frische Luft schnappen, hinter uns befand sich noch eine sehr lange Autoschlange.“

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