Nahverkehr

„Achtung Tür!“ Ruhrbahn warnt mit Info-Film vor Gefahren

Hand, Fuß, Arm oder Gegenstände sollten aus Sicherheitsgründen nicht zwischen die schließenden Türen gesteckt werden, mahnt die Ruhrbahn.

Hand, Fuß, Arm oder Gegenstände sollten aus Sicherheitsgründen nicht zwischen die schließenden Türen gesteckt werden, mahnt die Ruhrbahn.

Foto: Stefan Arend

Essen.   Nach dem tragischen U-Bahn-Unfall mit einem lebensgefährlich verletzten 13-Jährigen in Essen setzt das Nahverkehrsunternehmen auf Aufklärung.

Der tragische U-Bahnunfall von Altenessen, bei dem ein 13-Jähriger im Februar mitgerissen und lebensgefährlich verletzt worden ist, hat bei Polizei und Ruhrbahn einige Überlegungen in Gang gesetzt – insbesondere die, wie solche Unglücke zukünftig zu verhindern sind. Nachdem die Ruhrbahn auf Weisung der Bezirksregierung begonnen hatte, mit Piktogrammen an Bussen und Bahnen auf die Gefahren schließender Türen hinzuweisen, warnt das Nahverkehrsunternehmen jetzt mit einem Infofilm auf seinem Twitter- und Facebook-Kanal vor einem unsachgemäßen Umgang mit der Technik.

Die Botschaft, die vor allem jüngere Fahrgäste erreichen soll, so Ruhrbahnsprecherin Simone Klose, ist überaus deutlich: „Bitte steckt niemals von außen etwas in die Tür“, mahnen die Macher des Streifens. „Nichts kann so dringend sein, dass du dafür dein Leben aufs Spiel setzt“, heißt es, während ein zwischen zwei Türhälften eingeklemmter Regenschirm in voller Fahrt gegen eine Absperrung knallt.

Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen

Die Aussagen sind bewusst einfach gehalten. Die technischen Abläufe sind weitaus komplexer, wie man seit einigen Wochen weiß: Denn zwischen den schließenden Türen gibt es offenbar so etwas wie eine grundsätzliche Funktionslücke. Die ist nur wenige Zentimeter breit, befindet sich zwischen den Gummilippen einer Tür und entsteht, wenn sich die Drucksensoren, die auf Körperteile oder Gegenstände reagieren sollen, abschalten, kurz bevor die Ein- und Ausstiege sich komplett schließen. So soll verhindert werden, dass sich die Türen permanent öffnen und schließen, wenn sie aufeinandertreffen.

Ist der 13-Jährige womöglich zum Opfer genau dieser Funktionslücke geworden, weil er in jenem winzigen Zeitfenster zwischen die Türhälften geriet, als die Sensoren sich bereits abgeschaltet hatten, ein schmaler Öffnungsspalt aber immer noch blieb? Darauf konnte die Essener Staatsanwaltschaft am Mittwoch noch keine Antwort geben: Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

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