Kirchenabriss

Abrissgegner wehren sich: „Keine moderne Christenverfolgung“

Um ihre Zukunft wird gerungen: Die katholische Kirche St. Johann Baptist in Altenessen sollte die Pfarrkirche der Großgemeinde sein. Dass Contilia das nahe Marienhospital neu errichten möchte, spricht nun aber dagegen.

Um ihre Zukunft wird gerungen: Die katholische Kirche St. Johann Baptist in Altenessen sollte die Pfarrkirche der Großgemeinde sein. Dass Contilia das nahe Marienhospital neu errichten möchte, spricht nun aber dagegen.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Altenessen.   Vereinbarung über Krankenhausneubau und Abriss der Pfarrkirche schlägt weiterhin hohe Wellen. Freitagabend Treffen der Initiative. 39 Einsprüche.

Über 200 Teilnehmer erwartet die Initiative „Rettet St. Johann“ am Freitagabend ab 18 Uhr bei einem Treffen im Altenessener Kolpinghaus, Kolpingstraße 16. Anlass ist die geplante Pfarreiversammlung am Mittwoch, 12. Dezember, auf der erneut über den geplanten Abriss der Pfarrkirche an der Johanniskirchstraße zugunsten eines Neubaus des Marienhospitals gesprochen wird. Die entsprechende Vereinbarung zwischen der Contilia-Gruppe als Krankenhausbetreiberin und dem Kirchenvorstand schlägt nach wie vor hohe Wellen im Stadtteil.

Initiative sieht sich nicht als kleine Minderheit in der Pfarrei

Die Initiative, die nicht den Krankenhausneubau, sondern den Kirchenabriss verhindern möchte, wird sich auf dem Treffen zunächst näher vorstellen. Sprecher Tobias Urban: „Wir geben einen Überblick, wie der Prozess abgelaufen ist und woher wir kommen. Nachdem wir dann über die Anwohner-Einsprüche gesprochen haben, schließt sich eine offene Fragerunde an. Am Ende möchten wir die Fragen in Themenblöcken sammeln, sie in einem Flyer zusammenfassen, um sie dem Kirchenvorstand und dem Bistum zur Verfügung zu stellen und um Antworten zu bitten. Damit nicht wieder wie in der ersten Versammlung durch die geschickte Gesprächsführung des Moderators einige Punkte nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet werden.“

Tobias Urban ist sich sicher, dass die Initiative keine kleine Minderheit in der Pfarrei repräsentiert, wie ihr vorgeworfen wird. Das sei schon am Verhältnis zu den Gottesdienstbesuchern zu erkennen. Dass die Mitglieder der Gemeinde St. Hedwig, deren Kirche bisher auf der Abrissliste steht, andere Interessen hätten, sei verständlich.

Keinen Ton mehr heraus bekommen

Entschieden wehrt sich die Vorsitzende des Chorus Altenessen (ehemals Junger Chor), Andrea Gerdiken, gegen den Vorwurf, „ehrenamtlich engagierte Menschen“ würden beschimpft und dürften „nicht mehr zum Chor kommen“, weil sie für den Contilia-Vertrag gestimmt hätten. Das hatte Astrid Jöxen, Gemeindereferentin in der Stoppenberger St.-Nikolaus-Gemeinde, in einem Leserbrief behauptet. „Der Chorus Altenessen hält sich aus der Schlammschlacht heraus und respektiert jede Meinung, egal auf welcher Seite jeder Einzelne steht. Es hat hier keine Anfeindungen gegeben. Die Gemeinde wird dargestellt, als ob es eine moderne Christenverfolgung auf dem Kirchplatz gibt.“ Den Chor öffentlich zu diskreditieren, sei unangemessen.

Nachdem die Entscheidung zum Kirchenverkauf durchgesickert war, habe allerdings ein Chormitglied „so viel Wut und Hass empfunden“, dass er nicht mehr zum Singen erschienen sei: „Er hat keinen Ton mehr heraus bekommen.“

Generalvikar suchte das Gespräch

Generalvikar Klaus Pfeffer hat sich mit Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat zum Gespräch getroffen.

Gegen die Wahl des Kirchenvorstands sind im Bistum 39 Einsprüche eingegangen.

Sie werden vom alten Kirchenvorstand geprüft. Als nächste und letzte Instanz kann dann noch die bischöfliche Behörde angerufen werden.

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