Philharmonie-Konzert

Aberwitziger Konzertabend mit der Blaskapelle Mnozil Brass

Die österreichische Combo Mnozil Brass mit (v.l.): Thomas Gansch, Roman Rindberger, Robert Rother, Leonhard Paul, Gerhard Füssl, Zoltan Kiss und Wilfried Brandstötter überzeugte in der Philharmonie Essen.

Die österreichische Combo Mnozil Brass mit (v.l.): Thomas Gansch, Roman Rindberger, Robert Rother, Leonhard Paul, Gerhard Füssl, Zoltan Kiss und Wilfried Brandstötter überzeugte in der Philharmonie Essen.

Foto: Sven Thielmann

Essen.  Beim Konzert der Blaskapelle Mnozil Brass in der Philharmonie Essen geriet sogar eine Schlägerei zu einem virtuosen und witzigen Akt.

Wer auf dem Weg zu der fabulösen österreichischen Blaskapelle „Mnozil Brass“ rechtzeitig am Aalto-Theater vorbeikam, der konnte etwas Tolles erleben. Schallte doch aus einem Probensaal Richard Wagners „Walkürenritt“, den der Tubist der Essener Philharmoniker heiter intonierte. Die perfekte Einstimmung auf einen aberwitzigen Konzertabend in der Philharmonie.

Erstes Gekicher schon bei Leonhard Pauls traditioneller „Ich zieh meine Socken an“-Pantomime. Der folgte das heimliche Leitmotiv der rasant choreographierten Show: Ellingtons „Such Sweet Thunder“. In den Tiefen des Blechs grummelnd und in den Höhen strahlend, donnerten die glorreichen Sieben mit sagenhafter Präzision durch ihr neues „Best of“-Programm „Gold“. Da funkelten beinharte Bläsersätze zahlreicher Klassiker von George Bizet über Haydn bis Schostakowitsch in packenden Arrangements jenseits von Gut und Böse, gab es urkomische Momente samt Deppen vom Dienst. Und gar das Bekenntnis „I Can’t Give You Anyting But Love“ als hinreißende A-Capella-Nummer mit alpenländischem Charme.

Amüsant und authentisch: Von Haydn über Morricone bis zu

Man staunte über die technische Brillanz von „Mnozil Brass“, die sich mit höchster Musikalität paarte. Wie sie unter dem Dirigat ihres Trompeten-Großmeisters Thomas Gansch sich in ihrer improvisierten „Uraufführung“ über exzentrische Klangbilder neutönerischer Komponisten lustig machten, war nicht nur amüsant, sondern auch authentisch. Immer wieder Jubel bei Jung und Alt, denen neben Stücken des bildungsbürgerlichen Kanons auch solche Pop-Preziosen wie Carole Kings „You’ve Got a Friend“ oder der 50er-Jahre-Heuler „Mr. Sandman“ kredenzt wurden.

Später lieferten sich die Bläser gar eine kleine Schlägerei, was Dank eines Morricone-Tracks schön geriet, servierten akrobatische Einlagen und krönten ihren goldenen Abend schließlich mit der Fledermaus-Ouvertüre. Stehende Ovationen für „Mnozil Brass“, die demonstrierten, dass auch klassische Musik ganz großes Kino für alle Generationen sein kann.

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