Geschwindigkeit

A-40-Zubringer in Essen-Kray: Stadt lehnt Tempo 30 ab

Geht es nach Anwohnern, Parknutzern und Politikern wie Nils Sotmann sollte die Ottostraße in Essen-Kray in einem Teilbereich zur Tempo-30-Zone werden.

Geht es nach Anwohnern, Parknutzern und Politikern wie Nils Sotmann sollte die Ottostraße in Essen-Kray in einem Teilbereich zur Tempo-30-Zone werden.

Foto: Bild / Ho

Essen-Kray.  Raser und Ausweichverkehr: Die Ottostraße in Kray ist A-40-Zubringer, Ausweichstrecke und führt entlang des Volksgartens samt Skateanlage.

Nicht zum ersten Mal wurde die Forderung nach Tempo 30 auf der Ottostraße laut, erneut lehnt die Stadt diese ab. Die Nähe zum Krayer Volksgarten, der Skateanlage sowie dem Wohngebiet führten Bürger und Politiker als Argumente an, um die bisher geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h als zu hoch zu erklären. Dafür aber gebe es keine Rechtsgrundlage, antwortet nun die Verwaltung und schlägt eine andere Maßnahme vor.

Geprüft hatten die städtischen Mitarbeiter, ob man das Tempo im Abschnitt zwischen Korthover Weg und Lange Straße anordnen könne. Zudem ging es um die Fragen, ob Fahrbahn und deren Untergrund überhaupt für eine hohe Geschwindigkeit und die Nutzung durch Lkw über 15 Tonnen geeignet seien.

Zubringer zur Autobahnanschlussstelle Gelsenkirchen-Süd

Kritik an der Verkehrslage gibt es immer wieder. Denn zu der zähle auch, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer diese Strecke als Zubringer zur Autobahnanschlussstelle Gelsenkirchen-Süd nutzten, beschrieb damals etwa Nils Sotmann (CDU) die Situation.

Das hohe Verkehrsaufkommen und Tempoverstöße führten dann mitunter zu einer Gefahr für Fußgänger, besonders beim Queren der Fahrbahn. Darunter seien auch viele Kinder und Jugendliche auf dem Weg zum Skaten. Nun da die Anlage ausgebaut worden sei, sei mit noch mehr Nutzern zu rechnen, hieß es aus der Politik, die die Stadt mit der Prüfung der Situation beauftragte, um Abhilfe zu schaffen.

Keinerlei Einschränkungen für Lkw mit mehr als 15 Tonnen

„In den vergangenen Jahren hat es diverse Anfragen zu einer Temporeduzierung auf 30 km/h auf der Ottostraße gegeben. Alle Anfragen mussten abgelehnt werden“, erklärt die Stadt nun und weist auf die Straßenverkehrsordnung hin. Die Ottostraße sei eine Hauptverkehrsstraße, da sie eben gleichzeitig als wichtige Ausweichstrecke für die unmittelbar parallel verlaufende A 40 in Richtung Essen und Gelsenkirchen diene. Entsprechend sei sie auch als Vorfahrtsstraße beschildert. Daraus resultiere die innerorts vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Diese Verkehrsbedeutung sei auch der Grund, warum Einschränkungen wie etwa Durchfahrverbote nicht möglich seien. Zur Fahrbahnbeschaffenheit erklären Zuständige der Fachabteilung: „Es gibt keinerlei Einschränkungen für eine Befahrung von Lkw mit einem Gewicht von mehr als 15 Tonnen.“ Und auch die Unfallstatistik sei unauffällig, so dass keine Gefahrenlage zu erkennen sei.

Keine schützenswerten Einrichtungen an der Ottostraße

Trotz der Bebauung auf dem Abschnitt der Ottostraße gebe es zudem keinen Bereich, in dem sich „schützenswerte Einrichtungen“ wie Seniorenheim oder Kita befänden, die das Tempo 30 km als Regelgeschwindigkeit vorsehen würden. Eine mögliche Verkehrsbeschränkung, um die Anwohner vor Lärm und Abgasen zu schützen, lehnt die Stadt ebenfalls ab: „Die Prüfung des Umweltamtes ergab hierzu, dass die Auslösewerte unterschritten werden.“

Die Zuständigen weisen darauf hin, dass bereits vor Jahren im unbebauten Bereich auf Höhe des Volksgartens drei Querungshilfen eingebaut worden seien. „Diese führten, neben einer erwünschten Verbesserung der Fußgänger- und Radfahrersicherheit, dort auch zu einer Temporeduzierung.“ Da im Bereich der Wohnhäuser geparkt werde, bewirke das eine weitere Temporeduzierung, wenn sich etwa Autos entgegenkämen. Mit einer Entlastung der Ottostraße reche die Straße weiterhin durch die Eröffnung der A-40-Auffahrt Frillendorf-Nord. Gleichwohl, schränkt die Stadt ein, sei die Ottostraße eben eine Ausweichstrecke für die A 40.

Stadt kündigt verstärkte Polizeikontrollen an

Die von der Verwaltung bereits vorgenommenen baulichen und planerischen Maßnahmen hätten die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auf der Ottostraße bereits erhöht, lautet das Fazit. Gleichwohl kündigt sie an, sofern die personellen Ressourcen es zuließen, eine Verkehrsanalyse des betroffenen Streckenabschnitts mittels „Zählplatten“ durchführen, so sollen ein aktueller Stand der Fahrzeugbewegungen und deren tatsächliche Geschwindigkeiten ermittelt werden. Zur Ankündigung gehören nun auch verstärkte Polizeikontrollen.

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