Ermittlungen

9475 Euro futsch: Verfahren gegen Polizei Essen eingestellt

Aus der Asservatenkammer des Essen Polizeipräsidiums sind 10.000 Euro verschwunden. Das Geld ist nie wieder aufgetaucht.

Aus der Asservatenkammer des Essen Polizeipräsidiums sind 10.000 Euro verschwunden. Das Geld ist nie wieder aufgetaucht.

Foto: Michael Gohl / WAZ FotoPool

Essen.  Mysteriöser Fall konnte nicht gelöst werden. 9475 Euro aus der Asservatenkammer der Essener Polizei bleiben verschwunden. Verfahren eingestellt.

Das Rätsel um die auf mysteriöse Weise verschwundenen knapp 10.000 Euro aus der Asservatenkammer des Essener Polizeipräsidiums an der Büscherstraße konnte nicht gelöst werden. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren endgültig eingestellt.

Dies bestätigte Oberstaatsanwältin Anette Milk auf Nachfrage dieser Zeitung: „Ein Beschuldigter konnte nicht ermittelt und das Geld nicht aufgefunden werden.“ Es gab nicht eine heiße Spur, trotz monatelanger Ermittlungen als auch Zeugenvernehmungen durch die Bochumer Polizei und einer wohl noch aufwendigeren Generalinventur in der Asservatenkammer, in der immerhin mehr als 10.000 solcher sogenannter Beweismittel lagern, die für Strafverfahren wichtig sein könnten.

Eine Übergabe des Geldes war nicht dokumentiert

Der Verlust der Summe war aufgefallen, nachdem die Essener Staatsanwaltschaft die Polizei im November des vergangenen Jahres aufgefordert hatte, das Bargeld der Justiz auf der gegenüberliegenden Straßenseite zuzuführen. Als diese Anordnung der Justiz umgesetzt werden sollte, konnten die 9475 Euro weder im Verwahrraum, noch im Panzerschrank entdeckt werden. Eine zunächst noch denkbare Übergabe an Beamte war aber auch nicht dokumentiert. Das sorgte für Aufregung.

Innerhalb der Behörde war der brisante Vorgang schon seit dem 7. Dezember 2018 bekannt, die Verlustmeldung, die das Datum 13. Dezember 2018, trägt, ist unterzeichnet von Polizeipräsident Frank Richter. Darin hieß es unter Punkt 1 in schlichtem Behördendeutsch: „Verlust eines Verwahrstücks“.

Zugang zu dem Panzerschrank, in dem das Geld eigentlich hätte liegen sollen, haben nur der Verwahrstellenleiter oder sein Vertreter. So wollen es jedenfalls die Vorschriften: Das Betreten des polizeilichen Verwahrgelasses ist Unbefugten strikt untersagt.

Großangelegte Durchsicht der Bestände angeordnet

Fortan erschienen mehrere Versionen denkbar: Wurde das Geld gestohlen, vielleicht mit Drogen verbrannt oder wurde es versehentlich unter einer falschen Nummer verbucht, was sich auch durch die großangelegte Durchsicht der gesicherten Bestände letztlich nicht klären ließ. Nicht auszuschließen war allerdings auch, dass die Summe irrtümlich einem anderen Asservat zugeordnet wurde, das seinem rechtmäßigen Eigentümer ausgehändigt worden sein könnte. Der dürfte sich dann klammheimlich über einen völlig unerwarteten Geldsegen gefreut haben.

Aus Gründen der Neutralität war die Bochumer Polizei mit den Ermittlungen beauftragt. Doch auch die Nachbarbehörde konnte den Fall nicht aufklären. Das Essener Präsidium hat den fehlenden Betrag, der ursprünglich im November 2017 im Rahmen eines Strafverfahrens wegen mutmaßlichen Sozialbetrugs sichergestellt worden war, bereits vor Monaten an die Gerichtskasse überwiesen.

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