Kirche und Jugend

800 Messdiener feiern Chrisam-Messe mit Ruhrbischof Overbeck

Gruppenbild mit Bischof. Nach der Chrisam-Messe nahmen die 800 Messdienerinnen und Messdiener vor dem Dom Aufstellung. Ihre Gedanken zur Demokratie haben sie auf ein großes Plakat geschrieben. Foto:Christof Köpsel

Foto: Christof Kšpsel

Gruppenbild mit Bischof. Nach der Chrisam-Messe nahmen die 800 Messdienerinnen und Messdiener vor dem Dom Aufstellung. Ihre Gedanken zur Demokratie haben sie auf ein großes Plakat geschrieben. Foto:Christof Köpsel Foto: Christof Kšpsel

Essen.   800 Messdiener feiern die Chrisam-Messe im Essener Dom. Für die „himmlischen Helden“ gibt es viele Gründe, den kirchlichen Dienst zu erfüllen.

Rund 800 Messdienerinnen und Messdiener haben am Gründonnerstag gemeinsam mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck die Chrisam-Messe im Essener Dom gefeiert. Der Gottesdienst, in dem der Bischof einmal im Jahr die Heiligen Öle weiht, ist der jährliche Messdiener-Treffpunkt im Ruhrbistum.

Bis auf den letzten Platz ist der Dom gefüllt mit Jungen und Mädchen, die aus dem Ruhrgebiet und dem Märkischen Sauerland angereist waren. Alle tragen die traditionellen weißen langen Gewänder mit Stolz. Temperamentvoll begleiten sie den anderthalbstündigen Gottesdienst, dabei wirkt ihre Frömmigkeit so natürlich wie ihre Begeisterung für diesen besonderen Vormittag. „Himmlische Helden“ nennt sie der Ruhrbischof und dankt dafür, dass sie in den Gemeinden des Bistums Essen Woche für Woche die Priester bei den Gottesdiensten unterstützen.

Aber er findet auch nachdenkliche Worte: So lenkt er in seiner Predigt den Blick zunächst auf die vielen Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten in die Rhein-Ruhr-Region gekommen sind, und nun ein neues Zuhause suchten. Für Christen sei es selbstverständlich, Menschen in Not tatkräftig zu unterstützen, so Overbeck: „So hat Jesus gehandelt, das tun auch wir.“

Tätige Nächstenliebe ist auch das Stichwort für den 20-jährigen Benedict Barnick: Der Theologiestudent ist seit seiner Erstkommunion Messdiener in der Frohnhauser St. Elisabeth Kirche, eine Aufgabe, die er mit viel Freude versieht. Seitdem weiß er, dass er sein Leben in den Dienst der Kirche stellen möchte. „Allerdings nicht als Priester, wie ich ursprünglich dachte, sondern als Diakon“, sagt er. Denn so könne er als Seelsorger und als Sozialarbeiter tätig sein und gleichzeitig eine Familie gründen.

„Da Selfie mit dem Bischof, das fand ich klasse“

„Kirchliche Nachwuchsförderung – auch so könnte man das Messdienertum bezeichnen“, sagt Kaplan Sven Christer Scholven, neuer Messdiener-Referent im Ruhrbistum. Aber es ist nicht nur der Dienst während der Messe, der die vielen jungen Katholiken anzieht. „Ich mag die Gemeinschaft, wir unternehmen auch ganz viel miteinander“, erzählt der zehnjährige Julius aus der St. Suitbert Gemeinde in Überruhr. „Das Messdienertum ist ein ganz großer Bestandteil in meinem Leben“, ergänzt Mara Luxen, die zur katholischen Gemeinde Zur heiligen Familie auf der Margarethenhöhe gehört, „so fühle ich mich Gott nahe.“ Auch die 20-Jährige hat ihren beruflichen Weg über das Engagement in der Kirche gefunden: Seit zwei Jahren studiert sie katholische Theologie und Geschichte auf Lehramt.

Die Viertklässlerin Claudia weiß noch nicht, was sie mal werden möchte. Messdienerin ist sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sharon, deswegen findet sie Freundschaft auch eigentlich am wichtigsten. Wie Julius gehören die beiden zur St. Suitbert Gemeinde. Ihr größter Moment am heutigen Tag? „Das Selfie mit dem Bischof nach der Messe. Das fand ich klasse.“

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