Unfall

300 Bürger trauern in Essen um getötete Fahrradfahrerin

Viele Schüler kamen zur Aufstellung des weißen Fahrrads an der Fliegenbusch-Kreuzung. Die getötete Radlerin war Lehrerin am Gymnasium Borbeck.

Viele Schüler kamen zur Aufstellung des weißen Fahrrads an der Fliegenbusch-Kreuzung. Die getötete Radlerin war Lehrerin am Gymnasium Borbeck.

Foto: foto. ADFC / ADFC

Die Radlerin, die kürzlich bei einem Unfall getötet wurde, war Lehrerin am Gymnasium Borbeck. Unter großer Anteilnahme weißes Rad aufgestellt.

Unter großer Anteilnahme ist am Freitagabend an der Bocholder Straße im Essener Nordwesten einer 62-jährigen Frau gedacht worden, die vor einer Woche vor Ort bei einem Fahrradunfall ums Leben kam. Mehrere Rad-Initiativen hatten nach der Tragödie zur Aufstellung eines sogenannten Ghost Bikes geladen; ein schneeweiß gestrichenes Fahrrad erinnert jetzt an die Getötete.

Es war der erste Rad-Unfall im Stadtgebiet mit tödlichem Ausgang seit rund zweieinhalb Jahren; ein erstes „Ghost Bike“ steht am Bismarckplatz im Südviertel. Dort war eine Radlerin ebenfalls an der Rechtsabbieger-Spur im Herbst 2016 damals von einem Auto überfahren worden.

Lehrer und Schüler bei Gedenkstunde

Die jetzt ums Leben gekommene Radlerin, die in Mülheim wohnte, arbeitete als Lehrerin für Englisch, Sport und Philosophie am Gymnasium Borbeck. Entsprechend groß war die Beteiligung von Schülern und Lehrern bei der Aufstellung des weißen Fahrrads.

Der Unfall in Bochold ist noch nicht ganz geklärt; die Polizei sucht weiter Zeugen. Fest steht aber, dass Auto und Rad an der Rechtsabbiegerspur kollidiert sind, die keine Ampel hat, nur einen Zebrastreifen. Das nehmen seit dem Unglück die Essener Fahrradverbände zum Anlass, um erneut die Straßenplanung der Stadt Essen zu kritisieren: „Derartige Fahrspuren leiten Autofahrer ohne große Behinderungen an ampelgesteuerten Kreuzungen und Einmündungen vorbei“, sagt Jörg Brinkmann vom Radclub ADFC.

ADFC kritisiert Abbiege-Regelung

„Sie sind oftmals vom Kurvenradius so gehalten, dass sie mit nahezu unverminderter Geschwindigkeit befahren werden können. Das mag aus Autofahrersicht dem Verkehrsfluss dienlich sein, birgt aber ein außerordentlich hohes Unfallrisiko für Fußgänger und Radfahrer.“ Es sei gefährlich, dass die Stadt immer noch solche Kreuzungen baut. Auch der Unfall am Bismarckplatz 2016 hatte sich in einer solchen Fahrspur ereignet. Danach baute die Stadt die Kreuzung um, entfernte den Zebrastreifen und setzte eine Ampel ein.

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