Krankenpflege

24 neue Intensivpflege-Plätze im Papst-Leo-Haus in Frintrop

Ein Herz und eine Seele:Seit 71 Jahren sind Maria (92) und Heinz (94) Gelsing verheiratet, seit einem Jahr nun leben sie im Papst-Leo-Haus in einem Tandemzimmer. Beide sind froh, auf einer der Pflegestationen ein neues Zuhause gefunden zu haben. Foto:Svenja Hanusch

Ein Herz und eine Seele:Seit 71 Jahren sind Maria (92) und Heinz (94) Gelsing verheiratet, seit einem Jahr nun leben sie im Papst-Leo-Haus in einem Tandemzimmer. Beide sind froh, auf einer der Pflegestationen ein neues Zuhause gefunden zu haben. Foto:Svenja Hanusch

Essen-Frintrop.   Altenwohn- und Pflegeheim bietet erstmals auch Plätze an etwa für Demenz- oder Beatmungspatienten. Neubau kostete 14,6 Millionen Euro.

Der allgemeine Bedarf an Intensivpflege-Plätzen ist groß und wird in den kommenden Jahren noch weiter deutlich ansteigen, so die Prognose. Aus diesem Grund nutzte die Nikolaus Groß Altenwohn- und Pflegeheime GmbH nun die Gelegenheit, eigenen Angaben zufolge als erste gemeinnützige Gesellschaft der Stadt eines ihrer Häuser ein Stück weit neu auszurichten.

Nach einer rund zweieinhalbjährigen Neu- und Umbauphase gibt’s im Altenwohn- und Pflegeheim Papst-Leo-Haus in Frintrop seit wenigen Tagen nun erstmals auch einen speziellen Intensivpflegebereich mit insgesamt 24 Plätzen etwa für Demenz-, Wachkoma- oder Dauerbeatmungspatienten. „Neben 86 vollstationären Plätzen können wir nun zwölf in der neuen Intensivpflege-WG und auch zwölf in unserer neuen Demenz-WG anbieten“, freut sich Eva-Maria Rexhausen. „Es gibt übrigens noch freie Plätze.“

Von 129 „normalen Pflegeplätzen“ blieben 86

Seit 2013 leitet die promovierte Pflegewissenschaftlerin das Haus an der Unterstraße. Und dass die Pläne mit den neuen Wohnbereichen nun realisiert werden konnten, schien ihr irgendwie sogar eine Herzensangelegenheit gewesen zu sein. 14,6 Millionen Euro kostete der Neubau, von den einstmals 129 vollstationären „normalen Pflegeplätzen“ blieben nur noch 86. Dafür jedoch gibt es die beiden neuen Bereiche sowie 14 Wohnungen.

Über 100 Mitarbeiter kümmern sich im Papst-Leo-Haus um die Bewohner und Patienten und verfolgen dabei die Philosophie der 1996 nach der schwedischen Königin Silvia benannten Stiftung „Silviahemmet“ („Silvias Heim“). Credo: „Eine fürsorgliche, würdevolle Versorgung von Menschen, die an Demenz erkrankten, abgestimmt auf den jeweiligen Standort“. Rexhausen: „Vielleicht besucht uns Königin Silvia ja auch mal.“

Die beiden neuen Wohnbereiche für Beatmungs- oder Wachkomapatienten, für Menschen, die an Multipler Sklerose oder Demenz erkrankten oder an Querschnittserkrankungen leiden, werden betrieben von der Mesanus GmbH, einer Tochterfirma der Nikolaus Groß GmbH und der katholischen Pflegehilfe.

Neue Großküche beliefert mehrere Einrichtungen

Der Stamm derjenigen, die bereits im alten Papst-Leo-Haus arbeiteten, ist sehr zur Freude von Rexhausen geblieben. Sie alle waren dieser Tage auch an dem Rückumzug beteiligt, denn durch den Neubau an der Unterstraße wurden die meisten Bewohner ab Februar 2016 im St. Thomashaus in Vogelheim untergebracht. Rexhausen: „Manche sind vor dort nun in andere Einrichtungen gezogen, die meisten jedoch wohnen nun wieder hier an der Unterstraße.“

Bis die letzten Malerarbeiten und andere Kleinigkeiten gemacht worden sind, werden wohl noch einige Wochen vergehen. Gleichwohl ist das Papst-Leo-Haus natürlich bereits voll funktionstüchtig, auch wenn es hier und da noch nach Baustelle ausschaut.

Mit dem heutigen Montag nehmen zudem die Mitarbeiter der neuen Großküche auch offiziell ihre Arbeit auf, denn ab heute werden im Papst-Leo-Haus täglich 600 bis 1000 Essen zubereitet. Beliefert werden dann etwa das Haus St. Immaculata, die Seniorenheime St. Monika oder St. Anna oder auch das Bertha-Krupp-Haus.

>>GEMEINNÜTZIGE GESELLSCHAFT

Die Nikolaus Groß Altenwohn- und Pflegeheime GmbH betreibt das Papst-Leo-Haus in Frintrop, das Haus St. Maria Immaculata in Borbeck und das Albert-Schmidt-Haus in Vogelheim. Zudem vermietet sie im Bertha-Krupp-Haus in Bedingrade 42 Seniorenwohnungen, stellt dort auch eine Tagespflege mit 14 Plätzen und zwei ambulant betreute Seniorenwohngemeinschaften mit jeweils acht Plätzen. Das St. Thomashausin Vogelheim, das während der Neubauphase des Papst-Leo-Hauses als Ausweichquartier diente, gehörte einst auch zur Gesellschaft, soll aber wohl abgerissen und das Grundstück verkauft werden.

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