Tech Tour Contest Final

150 Start-ups werben auf Zollverein um Geld von Investoren

Beim Tech Tour Contest Finale treffen Gründer von Start-ups auf Zollverein mit potenziellen Geldgebern zusammen.

Beim Tech Tour Contest Finale treffen Gründer von Start-ups auf Zollverein mit potenziellen Geldgebern zusammen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Auf Zollverein geht es für 150 Start-ups um ihre Zukunft. Sie buhlen um die Gunst von Geldgebern. Der Contest findet des erste Mal in Essen statt.

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Für 150 junge Unternehmensgründer aus ganz Europa ist der Saana-Würfel in Essen derzeit der Ort, der für ihre weitere Zukunft entscheidend sein könnte. Auf Zollverein treffen die Start-ups am heutigen Dienstag mit 150 internationalen Geldgebern zusammen und werben dort in kurzen Vorstellungsauftritten für ihre Geschäftsidee. Das Format nennt sich Tech Tour Contest Final und findet das erste Mal seit seiner Erstauflage vor 13 Jahren in Essen statt.

Zuvor war zehn Jahre lang Düsseldorf der Austragungsort gewesen. Dass Essen nun der neue Treffpunkt der Szene ist, macht die Essener Wirtschaftsförderung als Gastgeber durchaus stolz. Zeigt es doch, dass nicht nur Düsseldorf oder Köln in NRW zu den wichtigen Standorten für die junge, hippe Start-up-Szene zählen, sondern auch das Ruhrgebiet und mittendrin Essen in den vergangenen Jahren Boden gut gemacht haben. „Mit solchen Veranstaltungen rücken wir noch stärker ins internationale Blickfeld“, meint Essens Wirtschaftsförderer Andre Boschem, der im vergangenen Jahr angetreten war, Essen als Start-up-City zu etablieren.

Drei Essener Start-ups qualifizierten sich für das Tech Tour Contest Final

Die 150 Start-ups, die auf Zollverein auftreten dürfen, mussten sich in Vorrunden mit insgesamt 750 Bewerbern qualifizieren. Die Hoffnung der Jungunternehmer ist klar: Möglichst einen Investor davon überzeugen, dass er Risikokapital locker macht, um das weitere Wachstum des Start-ups zu finanzieren. Während es in den USA viele solcher Risikokapitalgeber gibt, ist es für Start-ups in Europa viel schwieriger solche Investoren zu finden. „Das liegt auch an dem zergliederten Markt in Europa“, sagt William Stevens als Organisator des Tech Tour Contest Finals. Allerdings hätten Start-ups in Essen großes Potenzial, direkt vor der Haustür einen Geldgeber und Partner zu finden. Denn mit großen Unternehmen wie Evonik, RAG-Stiftung, Eon, Aldi oder Tengelmann Ventures säßen viele potenzielle Investoren vor Ort, die wiederum internationale Kundenbeziehungen mitbringen.

Auch drei Essener Start-ups haben sich für das Finale auf Zollverein qualifiziert. Eines davon ist Dubidoc - eine digitale Termin-Plattform, mit der Patienten einen Termin beim Arzt online vereinbaren können. Gründerin ist die Ärztin Shabnam Fahimi-Weber, die das Unternehmen vor drei Jahren gegründet hatte. Fünf Minuten bleiben ihr am Nachmittag, um potenzielle Geldgeber zu begeistern. Nicht viel Zeit. „Von ursprünglich 20 Seiten Präsentation sind zwei geblieben“, sagt Shabnam Fahimi-Weber vor ihrem Auftritt. Etwas Aufregung ist natürlich da, schließlich dürften sich die Gründer ähnlich wie in der „Höhle der Löwen“ – einer Start-up-Show im Fernsehen – fühlen.

1,2 Millionen Euro würde Shabnam Fahimi-Weber gern an Beteiligungskapital einsammeln. Damit würde sie gerne mehr Mitarbeiter einstellen, um die Software weiterzuentwickeln und auch den Markteintritt in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden zu schaffen. Ob sie Erfolg hat, wird sich nicht direkt auf Zollverein entscheiden. Meist dauere es sechs bis neun Monate, bis sich Partner finden, sagt Stevens aus Erfahrung früherer Tech Tours.

Tech Tour Contest Final könnte auch 2020 in Essen stattfinden

Für Shabnam Fahimi-Weber ist die Chance, Geld einzusammeln, natürlich ein wichtiger Aspekt, um mit ihrem jungen Unternehmen voranzukommen. Doch die Veranstaltung auf Zollverein sei für sie auch ein wichtiger Ort, um sich auszutauschen. „Für mich ist das ein unglaublicher Lerneffekt“, sagt sie.

Schon vor Ende des ersten Tech Tour Finals Contests in Essen stehen die Chancen gut, dass es auch nächstes Jahr wieder zum Treff auf Zollverein kommt. Zumindest nahm Essens Wirtschaftsförderer Boschem entsprechende Signale mit.

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