Hauptbahnhof

1132 neue klimafreundliche LEDs für den Essener Hauptbahnhof

Ein schneller Handgriff: Christoph Krybus, Servicetechniker der DB Services, tauscht hoch oben auf der Scherenbühne die Leuchtmittel im Essener Hauptbahnhof aus. Insgesamt strahlen dort bald 1132 neue LEDs.

Ein schneller Handgriff: Christoph Krybus, Servicetechniker der DB Services, tauscht hoch oben auf der Scherenbühne die Leuchtmittel im Essener Hauptbahnhof aus. Insgesamt strahlen dort bald 1132 neue LEDs.

Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Essen.  Die Deutsche Bahn verspricht: Wir drehen Stromfressern den Saft ab. In anderen Hauptbahnhöfen strahlen schon neue LEDs. Jetzt ist Essen dran.

DB-Service-Techniker Christoph Krybus schwebt auf der stabilen Scherenbühne langsam nach oben. Als er in der großen Halle des Essener Hauptbahnhofs die Decke erreicht hat, folgt ein fixer Handgriff, den er schon Hunderte Male getätigt hat. Er wechselt die alten Leuchtmittel gegen klimafreundliche LEDs aus. Bald strahlen im Essener Hauptbahnhof 1132 neue LEDs für die Reisenden. Die komplette Deckenbeleuchtung im Empfangsgebäude wird in den nächsten Wochen ausgetauscht.

„Wir drehen Stromfressern den Saft ab“ ist die Pressemitteilung der DB treffend überschrieben. Allein in Essen sollen durch die Umrüstung 80 Tonnen Kohlendioxid und 160.000 Kilowattstunden Strom eingespart werden. Das entspreche dem Verbrauch von 40 Einfamilienhäusern. „Klimaschutz beginnt bereits beim Betreten der Bahnhöfe“, fügt die Bahn hinzu.

Torben Gierth ist Energiebeauftragter der DB Station & Service in Nordrhein-Westfalen. Die LED-Austausch-Aktion am Kölner Hauptbahnhof hat er bereits hinter sich gebracht. Am größten Hauptbahnhof in NRW hätten jedoch nur 650 Leuchtmittel ausgetauscht werden müssen. Auch Dortmund war schon an der Reihe. Bundesweit plant die Deutsche Bahn insgesamt 180 LED-Umrüstungen.

Energiebeauftragter: „Ein weiterer Vorteil ist, dass die LEDs doppelt so lange halten“

Jetzt also Essen. „Ein weiterer Vorteil ist, dass die LEDs deutlich länger halten, nämlich doppelt so lang - somit müssen wir die Leuchtmittel auch seltener austauschen“, sagt Gierth. Und fügt hinzu: „Mit sehr geringem Aufwand erzielen wir eine hohe Wirkung.“ Das reine Wechseln der Leuchtmittel dauere nicht mal eine Minute. „80 Prozent der LED-Umrüstung haben wir bereits geschafft, die gesamte Aktion dauert zwei Wochen.“

Zum Vergleich: Die alten Leuchtmittel haben etwa acht Euro pro Stück gekostet, der Stückpreis für die LEDs liegt bei zwölf Euro. „Durch die längere Haltbarkeit und die höhere Energieeffizienz holen wir die höheren Anschaffungskosten schnell raus“, versichert der DB-Energiebeauftragte. Eine Zahl, auf die der DB-Manager stolz ist: Seit 2014 sei der Primärenergieverbrauch (Strom, Heizung, Klimaanlage) an den Bahnhöfen in NRW um 13,9 Prozent gesenkt worden. Das entspreche einer Gesamtersparnis von rund 28 Gigawattstunden.

Bahnhofsmanagerin Dorothee Wasel, die einzige Frau bei der DB in NRW in einer derartigen Spitzenposition, ist zufrieden mit der LED-Umrüstung in ihrem Hause. 130.000 Reisende strömten jeden Tag durch den Essener Metropol-Bahnhof. Dieser sei vielen Reisenden bekannt durch das Grüne Hauptstadt-Jahr 2017. Jetzt sei er nicht nur ein Stückchen klimafreundlicher, sondern auch spürbar heller.

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