Heimatgeschichte

Untergang und Wiederaufbau Schwelms

Am 3. März 1945 brennt Schwelm als Folge eines Luftangriffs der Alliierten.

Foto: privat

Am 3. März 1945 brennt Schwelm als Folge eines Luftangriffs der Alliierten. Foto: privat

Schwelm.   In seinem neuen Buch berichtet Klaus Peter Schmitz über die letzten Kriegsmonate und den Wiederaufbau in Schwelm. Ende Mai erscheint es

Klaus Peter Schmitz hat sein neues Buch gerade fertig gestellt. Bis zum letzten Moment vor Drucklegung hat der Heimatforscher an den Feinheiten gefeilt, das Foto auf der Titelseite schließlich ausgetauscht. Statt das Bild des brennenden Schwelms nach dem Luftangriff am 3. März 1945, wird das Foto mit den helmlosen Türmen der Christuskirche, eingerahmt durch die Ruinenlandschaft der Bahnhofstraße, den Umschlag zieren. Beides sind „Mosaiksteine des Untergangs“ in der Stunde Null.

3000 Zwangsarbeiter

„Mosaiksteine des Untergangs - Dokumente der Nachkriegszeit“ ist auch der Titel seines jüngsten Werkes. Der gelernte Elektromeister hat sich tief in die Materie eingearbeitet, in Archiven geforscht und viele Stunden mit Zeitzeugen gesprochen. Auf über 500 Seiten hat er die letzten Geschehnisse in den Monate bis zum Kriegsende in Schwelm niedergeschrieben, erzählt in eindrucksvollen Worten von den Geschicken der 3000 Zwangsarbeiter, die auch in der Kreisstadt in den Fabriken zur Arbeit verpflichtet wurden. Lässt den Einmarsch der Amerikaner über den Winterberg vor dem geistigen Auge wieder lebendig werden und schildert die Zeit des Wiederaufbaus in dem zur britischen Besatzungszone gehörenden Schwelm.

„Es ist ein Buch, das mir persönlich unheimlich am Herzen gelegen hat. Jetzt muss ich erst einmal Abstand gewinnen und mich den schönen Dingen widmen. Die Ereignisse von damals haben mich mitgenommen, schlagen aufs Gemüt“, erzählt ein sichtlich bewegter Klaus Peter Schmitz im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sei dem lieben Gott dankbar, das er ihm die Kraft gegeben habe, die Arbeit fertigstellen zu können. „Dieses Buch soll den nachfolgenden Generationen eine Mahnung sein, nie wieder Krieg zu führen“, sagt der 73-Jährige.

Keine Distanz, sondern Nähe

Normalerweise schreiben Autoren Geschichtsbücher mit Distanz, aus der Sicht Dritter. Die „Mosaiksteine des Untergangs“ gehören sicherlich nicht zu dieser Kategorie. Klaus Peter Schmitz, Jahrgang 1944, hat das Kriegsgeschehen mit Herz aufgearbeitet, hat die Ereignisse von damals zu seinen Ereignissen werden lassen. „Die Leser sollen eintauchen in die Geschichte, sollen nachvollziehen, was die Menschen damals am eigenen Leib erdulden mussten. Die Leser sollen eintauchen in die Geschehnisse“, sagt Schmitz über seine Intention, warum er dieses Kapitel deutscher Geschichte aufgearbeitet hat. Im Kern geht es in dem Buch um die Jahre vom Kriegsende 1945 und die Weichenstellung für den Wiederaufbau bis 1950. Wichtig war ihm dabei, die Entwicklung in Schwelm nicht losgelöst von der Entwicklung in Deutschland zu betrachten.

Es gibt bereits 45 Vorbestellungen für die „Mosaiksteine des Untergangs - Dokumente der Nachkriegszeit“. Ende Mai soll die erste Auflage fertig sein. Ab dem 6. Mai sollen Vorabdrucke in den Buchhandlungen Köndgen und Kamp in Schwelm zur Einsicht auslegen. Dort kann es auch zum Preis von 59 Euro bestellt werden. In der Reihe Matinee am Sonntag der Stadt Schwelm im Haus Martfeld soll es am kommenden Sonntag, 7. Mai, ab 11 Uhr vorgestellt werden. Aus gesundheitlichen Gründen wird Klaus Peter Schmitz allerdings nicht anwesend sein. Die einführenden Worte wird der Autor niederschreiben. Das Schriftstück soll durch Dr. Klaus Koch vorgelesen werden.

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