Chor

Unter den besten zehn Chören

Die fünf Sänger von „Sounds like Wednesday“ müssen schon um 12 Uhr beim WDR in Köln sein. Für die Livesendung gibt es etliche Soundchecks und eine Generalprobe. Zehn Chöre treten gegeneinander an. 

Die fünf Sänger von „Sounds like Wednesday“ müssen schon um 12 Uhr beim WDR in Köln sein. Für die Livesendung gibt es etliche Soundchecks und eine Generalprobe. Zehn Chöre treten gegeneinander an. 

Foto: Ben Knabe

Gevelsberg.  WDR-Beste Chor im Westen: Gevelsberger Chor „Sounds like Wednesday“ hat es nicht ins Finale geschafft. Gefeiert wurde trotzdem.

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Die schlechte Nachricht vorneweg: Der A-Capella-Chor „Sounds like Wednesday“ hat es nicht ins Finale geschafft. Es war wie der Kampf David gegen Goliath im Halbfinale bei der Suche nach dem „Besten Chor im Westen“. Doch der Reihe nach.

Die fünf von „Sounds like Wednesday“ müssen schon um 12 Uhr beim WDR in Köln sein. Für die Livesendung gibt es etliche Soundchecks und eine Generalprobe. Alles läuft sehr gut.

Um 20.15 Uhr beginnt die Sendung mit den Moderatoren Marco Schreyl und Sabine Heinrich. „Sounds like Wednesday“ ist als dritter von zehn Chören an der Reihe. Sie sind mit Abstand das kleinste Ensemble im großen Chor-Wettbewerb des Westdeutschen Rundfunks. „Kleinste Besetzung, aber große Tonkunst“ kündigt Moderator Marco Schreyl die fünf an.

Kleinste Besetzung, große Tonkunst

Die Aufregung ist Daniela Dabruck und Uwe Rethschulte aus Gevelsberg, Maren Knappe aus Ennepetal, Georg Hartmann aus Schwelm und Christof Bente aus Sprockhövel anzumerken, als sie die Bühne betreten. Sie tragen ein rockiges Jeans-Outfit und schwarze T-Shirts mit Textpassagen ihres Liedes darauf. „Nothing else matters“ von Metallica singen sie sanft, melodisch, großartig.

Das Publikum klatscht, die aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis angereisten 30 Fans jubeln. Von der Jury gibt es viele lobende Worte: „Respekt. Da braucht man viel Mut, wenn man nur zu fünft auf diese Bühne geht. Da hört man jeden Ton.“ Jane Comerford bewundert, wie großartig das Ensemble die Töne „aus dem Nichts gefunden“ und das schwierige Arrangement bewältigt hat. Beatrice Egli fand den Vortrag „super schön“, merkt allerdings an, dass die Nervosität die Fünf doch zu sehr eingeholt hat. Ein ganz besonderes Lob kommt von Giovanni Zarrella, der sich selbst als großen Fan des kleinen Ensembles bezeichnet: „Von allen kleinen Chören, die es in den letzten Jahren ins Halbfinale geschafft haben, seid ihr auf jeden Fall der beste.“

Nachdem der letzte der zehn Chöre gesungen hat, haben die Zuschauer Zeit, telefonisch oder per SMS ihre Stimme für einen der Chöre abzugeben. Im Fernsehen laufen derweil Nachrichten.

Danach macht Marco Schreyl es ungeheuer spannend. Die Sendezeit ist längst überzogen. Die Kamera zeigt die Chöre im Greenroom. Die fünf aus dem EN-Kreis halten einander die Hände und warten angespannt auf das Ergebnis. Sabine Heinrich befragt einzelne Sänger, wie auch Uwe Rethschulte, den sie den „James Hetfield von Gevelsberg“ nennt. Dann verkündet Marco Schreyl das Ergebnis und schnell ist klar: „Sounds like Wednesday“ kommt nicht ins Finale.

Die Zuschauer haben die Entscheidung getroffen. Ein wenig traurig und enttäuscht sehen die Fünf aus, als die Kamera ihre erste Reaktion einfängt, doch dann klatschen sie Beifall für ihre Tischnachbarn, den Chor, der es ins Finale geschafft hat.

„Wir hatten bei der Verkündung für ein paar Sekunden die Hoffnung, dass es mit dem Finale klappen könnte“, sagt Daniela Dabruck (40), „und wir waren dann schon traurig.“ Aber die Freude über die gewonnenen Erfahrungen und die positiven Momente in der Show überwiegen eindeutig bei „Sounds like Wednesday“.

Gesang auf höchstem Niveau

„Eine großartige Erfahrung und ein unvergessliches Erlebnis. Die Resonanz der anderen Chöre war überwältigend und macht das Ausscheiden leichter. Für mich hat ein neuer Abschnitt der Reise mit ,Sounds like Wednesday’ begonnen“, sagt Uwe Rethschulte (49) und Christof Bente (39) ergänzt: „Wir haben viele tolle Chöre und nette Menschen kennengelernt und allein die intensive Vorbereitung hat uns als Ensemble musikalisch sehr viel weiter gebracht.“ Immerhin ist das kleine Ensemble unter den zehn besten Chören in NRW.

Caro Fröhlich aus Gevelsberg war im Publikum dabei und sagt: „Trotz Nervosität haben sie das Talent und das musikalische Können gezeigt mit dem sie uns und die Jury immer wieder total begeistern. A-Cappella-Gesang auf höchstem Niveau. Das ist eine fantastische Leistung!“ Auch Michael Kochenrath war dabei. Er ist bei Auftritten der Techniker des Ensembles und meint: „,Sounds like Wednesday’ hatte einen gelungenen Auftritt: Natürlich, dynamisch und mit einem sehr intensiven Gefühl. Elektrisierend, man konnte das Knistern spüren. Eine fantastische Sendung, viele sehr talentierte Sänger und Sängerinnen. Alles in allem eine runde schöne Sache.“

Gefeiert wurde dann doch noch ein wenig, denn Tenor Georg Hartmann war einen Tag vorher 50 Jahre alt geworden.

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