Sorge

Tierheim in Ennepetal: Kein Tier als Weihnachtsgeschenk

Der Deutsche Pudel-Klub e.V. Gevelsberg spendet reichlich in diesem Jahr. Das Foto zeigt Christel Euler und Ralf Neumann (von links).

Der Deutsche Pudel-Klub e.V. Gevelsberg spendet reichlich in diesem Jahr. Das Foto zeigt Christel Euler und Ralf Neumann (von links).

Foto: Antonia Jovic / WP

Ennepetal.  Das Tierheim am Strückerberg macht zu Weihnachten immer wieder schlechte Erfahrungen, wenn sich jemand für Hund, Katze und Co. interessiert.

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„Deshalb freut sich Ralf Neumann immer über meine Besuche“, sagt Christel Euler lachend, nachdem sie ihre Spenden an den Tierheimleiter überreicht. Die Vorsitzende des Gevelsberger Pudel-Klubs gibt in diesem Jahr 580 Euro sowie eine Menge Tierfutter und ein Halsband. Die Spenden stammen von dem Sparschwein am Klubamt, von Nachbarn und Bekannten sowie von den Einnahmen bei den internationalen Rassehundeausstellungen.

„Der Deutsche Pudel-Klub bedankt sich ganz herzlich bei allen für die jährlichen Spenden, denn sie sind keine Selbstverständlichkeit“, sagt die Vorsitzende. Neumann betont die Notwendigkeit solcher Unterstützungen: „Sie sind unglaublich wichtig, denn wir sind ein privater Verein. Wir finanzieren uns nur durch solche Spenden und durch die Vermittlungsgebühren.“ Die Spenden müssen nicht unbedingt in Form von Geld kommen. „Bei Sachspenden sollte man sich vorher telefonisch bei uns melden und sich bei uns über den Bedarf informieren“, erklärt der Leiter. „Katzenstreichler sind auch gerne gesehen.“ Während der regulären Öffnungszeiten können Katzenliebhaber scheue Katzen mit Streicheleinheiten zähmen.

Lebendige Weihnachtsgeschenke

Es gebe aber auch Besucher, die von Tierheimen abgewiesen werden: Eltern oder Familien, die den Kindern Hund oder Katze zu Weihnachten schenken wollen. Christel Euler und Ralf Neumann positionieren sich klar gegen lebendige Weihnachtsgeschenke. „Tiere sind Lebewesen und Lebewesen sind keine Geschenke“, sagt die Vorsitzende des Pudel-Klubs. „Ich habe über die Jahre ein Auge dafür entwickelt“, sagt der Tierheimleiter über Vermittlungen im November und Dezember. Es gebe nämlich auch Familien, die aus wirklichem Interesse im Winter ein Tier adoptieren. „Durch die Feiertage haben viele Menschen im Winter Zeit, die sie nutzen wollen, um das neue Haustier an die Umgebung zu gewöhnen“, erklärt Neumann. Aber wie kann man da unterscheiden? Woran merkt Neumann, ob eine Familie das Tier als Geschenk, oder aus ernstem Interesse aufnehmen möchte?

Ein Gespür für ernst gemeinte Hilfe

„Es gibt Warnzeichen“, sagt der Leiter des Tierheims. „Wenn eine Familie zum Beispiel kurzfristig ein Kitten oder einen Welpen will.“ In den letzten Jahren vermittelt er über die Weihnachtszeit einige Tiere an Familien. „Wir haben viele ältere Tiere an super Leute vermittelt und keins wurde wieder abgegeben“, sagt der Leiter. Denn besonders alte und große Hunde sind unbeliebt unter den Adoptiveltern. „Es herrscht ein Misstrauen über die Gesundheit“, erklärt der Leiter des Tierheims. „Die Menschen wollen in so vermeintlich kurzer Zeit keine hohen Tierarztkosten mehr bezahlen“, ergänzt Euler.

Osterferien sind „Umtausch“-Zeit

Die Osterferien gelten als Stoßzeit für den „Umtausch“ der lebendigen Weihnachtsgeschenke. Familien sollen vor dem Aufnehmen eines Tieres einiges bedenken. „Haustiere hat man nicht nur für eine kurze Zeit“, sagt Neumann. „Sie sind wie Kinder. Brauchen Geduld und Liebe. Auch im Urlaub oder bei Krankheit muss sich jemand um sie kümmern.“ In den meisten Fällen, in denen Tiere am Strückerberg abgegeben werden, würde das vorher nicht bedacht werden. „Die Menschen haben entweder keine Lust, keine Zeit, kein Geld oder sind überfordert“, sagt der Leiter des Tierheims. Dennoch erwartet die Menschen, die bei ihm ein Tier abgeben wollen, keine Standpauke. „Was soll ich die noch fertig machen?“, fragt er. Wenn ein Tier in das Tierheim gebracht und nicht ausgesetzt wird, können sich die Mitarbeiter über Krankheiten und individuelle Bedürfnisse des Tieres informieren. „Wir können den Besitzern dann auch dabei helfen, das Tier privat über unsere Facebook Seite zu vermitteln.“

Außerdem müssen im Winter gerade bei Hunden besondere Vorkehrungen getroffen werden. Die empfindlichen Hundepfoten sollten vor Eis, Schnee und Streusalz geschützt werden. Ralf Neumann empfiehlt zum einfetten Vaseline oder Melkfett. „Generell sollte man Wintermaßnahmen aber auf das eigene Tier individuell abstimmen. Jedes Tier ist nämlich anders. Da muss jeder selbst recherchieren.“

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