Sozietät

Steuerberatung Ufer in Schwelm schließt

Mit der Steuerberatung Ufer in Schwelm stellt sich die Familie beruflich neu auf:  Sandra Ufer (links), Vater Siegfried Ufer und seine Frau Dagmar Ufer.

Mit der Steuerberatung Ufer in Schwelm stellt sich die Familie beruflich neu auf: Sandra Ufer (links), Vater Siegfried Ufer und seine Frau Dagmar Ufer.

Foto: Fabian Vogel

Schwelm.   Nach 19 Jahren in Schwelm wechselt Sandra Ufer mit fast allen Mandanten in die Steuerberatung von Axel Bahr in Gevelsberg. Ihr Vater hört auf.

Mit geschärftem Blick schaut Sandra Ufer über den Papierberg, der sich vor ihr auf dem Schreibtisch angesammelt hat. Es ist wieder einmal viel zu tun für die Steuerberaterin aus Schwelm. Im Moment sogar noch deutlich mehr als sie es ohnehin schon gewohnt ist. Für sie steht das Ende einer Ära an – und damit auch der Beginn von etwas Neuem. Sandra Ufer und ihr Vater Siegfried geben die gemeinsame Sozietät an der Brunnenstraße auf. Nach 19 Jahren gemeinsamer Arbeit wechselt sie nun mit fast allen Mandanten in die Steuerberatung von Axel Bahr, in die Nachbarstadt Gevelsberg. Da bleibt Mehrarbeit für Sandra Ufer nicht aus.

Was für viele lästig und unliebsam ist, ist Sandra Ufer mit in die Wiege gelegt worden. Sie ist die dritte Generation in der Familie, die seit 1942 die Steuern für viele hundert Schwelmer macht – bei Weitem nicht nur für Schwelmer, der gesamte südliche Ennepe-Ruhr-Kreis gehörte zum Einzugsgebiet. Teilweise ging es sogar weit darüber hinaus. Und das ist für sie weitaus mehr als nur ein Beruf, der sie Papiere wälzen und Post öffnen lässt.

Vertrauensverhältnis wichtig

„Als Steuerberater ist man auch immer eine Art Vertrauensperson für den Mandanten“, sagt sie. Das deutsche Steuerrecht sieht eben vor, dass ein Mandant seine finanziellen Verhältnisse gegenüber dem Fiskus offenlegt. Und wer das nicht selbst macht, der schaltet eben einen Steuerberater dazwischen.

Dieses Vertrauensverhältnis zwischen Berater und Mandanten liegt der Familie schon seit der Gründung der Sozietät in der Kreisstadt am Herzen. „Man erhält Einblicke in das gesamte Leben und dieses Vertrauen möchte man nicht enttäuschen”, sagt Sandra Ufer.

Der Umgang mit Geld will gelernt sein, das weiß sie. In den Gesprächen mit Mandanten erfährt sie vieles, das sehr persönlich und vertraulich ist. Vieles muss sie aber auch wissen, um trotz der gestiegenen Anforderungen durch den Staat eine gewissenhafte Arbeit abliefern zu können. „Die Anforderungen wachsen von Jahr zu Jahr”, sagt sie. An diesem Punkt schaltet sich ihr Vater Siegfried in das Gespräch ein. „Und genau darauf habe ich keine Lust mehr”, sagt er und lacht.

1977 übernommen

1975 geht er mit seinem Vater, Sandras Großvater August Ufer, eine Sozietät ein, 1977 übernimmt er die Steuerberatung. Seitdem hat sich vieles verändert, einfacher geworden ist es aber nicht. „Ich komme meiner eigentlichen Arbeit ja kaum noch nach“, sagt Siegfried Ufer.

Vor allem nicht durch die Verschlankung des Staatsapparats, der viele Aufgaben auf die Bürger, Unternehmen und auch deren Berater abwälzt. „Damals haben wir bereits viel mit Papier gemacht, aber trotz der Digitalisierung sind wir weit vom papierlosen Büro entfernt. Wir haben noch nie so viel Papier bedruckt wie heute”, sagt er.

Damit, so berichten beide aus ihrem Alltag, haben sie eine ganze Menge zu tun. Mehr als ihnen eigentlich lieb ist, schließlich haben beide in den vergangenen Jahren schon genug mit ihren eigenen Mandanten zu tun, wobei gerade Siegfried Ufer einen Grundsatz dabei immer verfolgt hat.

„Ich wollte es immer so haben, dass ich weiß worum es geht, wenn ein Mandant durch die Tür kommt”, sagt der 75-Jährige. Seinen Stamm an Mandanten kannte er über all die Jahre also ganz genau – so wie ihn seine Tochter ebenfalls sehr genau kennt.

Mandanten mitgenommen

Nun hat sie ihre Mandanten in die Steuerberatung von Axel Bahr in Gevelsberg mitgenommen, alleine wäre der Mandantenstamm den sie und ihr Vater über die Jahre aufgebaut haben für sie nicht zu stemmen gewesen. Siegfried Ufer selbst weiß noch nicht so genau, was er ab sofort machen wird. „Vermutlich erst einmal Hausmann”, sagt er und lacht erneut. Seine Mandanten weiß er auch weiterhin in guten Händen.

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