Polizei

Startschuss für zentrale Polizeiwache in Ennepe-Ruhr-Kreis

Von links: Klaus Vietor, Bettina Unger, Bernd Seifert, Klaus Menningen und Olaf Schade forcieren den Neubau des Zentralgebäudes.

Von links: Klaus Vietor, Bettina Unger, Bernd Seifert, Klaus Menningen und Olaf Schade forcieren den Neubau des Zentralgebäudes.

Foto: Stefan Scherer

Schwelm/Gevelsberg/Ennepetal.   Ausschreibung für Zentraleinheit hat begonnen. Desolate Zustände in den aktuellen Räumen. Im April 2023 sollen Beamte in neues Gebäude einziehen

Nach langem Hin und Her inklusive politischer Ränkespiele ist jetzt ein Datum offiziell: Verläuft alles nach Plan, werden die Beamten das neue Zentralgebäude der Kreispolizeibehörde inklusive der Wache für Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal im April 2023 beziehen. Wo? Das wird die EU-weite Ausschreibung für den Neubau zeigen, die nun gestartet ist.

Landrat Olaf Schade, der gleichzeitig auch der Chef der Kreispolizeibehörde ist, stellte die Eckdaten am Donnerstagnachmittag gemeinsam mit Polizeidirektor Klaus Menningen sowie den Mitgliedern des Planungsteams – Bernd Seifert, Klaus Vietor und Bettina Unger – vor. Eine bewährte Truppe, die mit dem Neubau der Wache in Hattingen noch in bester Erinnerung beim Innenministerium ist, das am Ende als Mieter der Immobilie auftreten wird.

Die Situation

Desolat ist ein passendes Wort. Desaströs könnte einige Zustände in den Gebäuden der Kreispolizeibehörde auch ganz gut beschreiben. 60 Jahre alte Sanitärbereiche, Sicherheits- und Datenschutzprobleme in der Wache in Ennepetal, ein Gewahrsam, das seit vielen Jahren schon nicht mehr genutzt werden darf, in Gevelsberg und eine Etage im Kreishaus, in die jeder einfach hereinspazieren kann – der Flickenteppich mit insgesamt sechs Standorten, auf den sich die Behörde im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis verteilt, hat mit moderner Polizeiarbeit wenig zu tun und muss dringend verbessert werden.

Die Pläne

An einem neuen Standort sollen die Wachen Gevelsberg und Ennepetal, Verwaltung, Polizeiführung und Kreisleitstelle aus dem Kreishaus, die Kripo aus dem Ibach-Haus in Schwelm, die Direktion Verkehr, die aktuell noch in Wetter beheimatet ist, sowie Prävention und Opferschutz aus einem ehemaligen Wohnhaus an der Schwelmer Hauptstraße zusammengeführt werden.

Aktuell belegen diese etwa 5200 Quadratmeter, was deutlich zu eng ist. Das neue Gebäude soll Platz für etwa 260 Bedienstete inklusive derjenigen, die beim Ennepe-Ruhr-Kreis angestellt sind, bieten. Auf etwa 5600 Quadratmetern sollen die Büros Platz finden, dazu kommen die zahlreichen weiteren Räume, wie beispielsweise das Gewahrsam, so dass sich die neue Zentralstelle der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr auf 9000 Quadratmeter Bruttogrundfläche erstreckt. Um 230 Stellplätze, sechs Carports und eine Großraumgarage unterzubringen, plant der Arbeitskreis mit einem Grundstücksbedarf zwischen 8500 Quadartmetern, beziehungsweise 15.000 Quadratmetern ohne eine angegliederte Tiefgarage.

Die Ausschreibung

Neben diesen Bedingungen gibt es zahlreiche weitere Vorgaben, die in der Ausschreibung aufgeführt werden, die auf den entsprechenden Online-Marktplätzen für jedermann einsehbar sind. Unter anderem ist das Planungsgebiet festgelegt, in dem die neue Polizeizentrale einmal errichtet werden soll. Straßenscharf abgesteckt, ist dies ein Areal, das sich in überschaubarer Ausdehnung um den Strückerberg erstreckt. In Schwelm reicht es bis hinter das Neubaugebiet am Brunnen, in Ennepetal bis zum Kruiner Tunnel und in Gevelsberg bis zum Gewerbegebiet West.

Ausgeschrieben wird ein Mietvertrag mit Bauverpflichtung. „Jeder, der ein Grundstück im Potenzialgebiet und einen Investor hat sowie die Anforderungen der Ausschreibung erfüllt, kann sich beteiligen. Wir wollen sehr schnell vorankommen, weil das Land dafür zwar derzeit sehr viel Geld bereit stellt, aber gleichzeitig an extrem vielen Standorten gebaut wird“, sagt Olaf Schade.

Er spricht von einem „einträglichen Geschäft mit dem Land NRW als sicherem Mieter.“ Die Mietzeit beträgt zunächst 20 Jahre mit einer Verlängerungsoption für fünf weitere Jahre. Das Vergabeverfahren soll im Juni des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann wird feststehen, wo die Beamten zum April des Jahres 2023 ihren Dienst zur Sicherheit der Menschen im Kreis aufnehmen werden – wenn denn alles nach Plan verläuft.

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