Elektromobilität

Stadt Ennepetal erarbeitet Konzept für mehr Ladestationen

Im Oktober 2013 wurde die erste Ladesäule für E-Pkw in Ennepetal am Berufskolleg inj Betrieb genommen. Seitdem ist nur noch eine weitere öffentlich zugängliche - am Rathaus – hinzu gekommen.

Im Oktober 2013 wurde die erste Ladesäule für E-Pkw in Ennepetal am Berufskolleg inj Betrieb genommen. Seitdem ist nur noch eine weitere öffentlich zugängliche - am Rathaus – hinzu gekommen.

Foto: Andreas Graw

Ennepetal.  Die Stadt Ennepetal will eine Arbeitsgruppe ins Leben rufen, um den Ausbau der Infrastruktur für E-Autos systematisch voranzubringen.

Die Stadt Ennepetal will die Ladeinfrastruktur für Elektro-Fahrzeuge in Ennepetal ausbauen. Um das Thema strategisch anzugehen, wird nun eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der alle maßgeblichen lokalen Akteure vertreten sind. Der Umweltausschuss stimmte einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung einstimmig zu.

Die Zahl der Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge (die neben einem E-Motor auch einen Verbrennungsmotor haben), nimmt immer weiter zu. Bisher gibt es in Ennepetal aber nur zwei öffentlich zugängliche Ladesäulen – am Rathaus und am Berufskolleg.

Grünen-Antrag bringt Thema auf

Bündnis 90/Die Grünen hatten das Thema durch einen im März eingereichten Antrag auf die Tagesordnung gebracht (wir berichteten). Um die E-Mobilität zu fördern, solle die Verwaltung demnach weitere öffentlich zugängliche Ladesäulen an Standorten errichten, die aufgrund längerer Verweildauern der Besucher als geeignet erscheinen. Als Beispiele nannten die Grünen das Haus Ennepetal, das „Platsch“, das Parkhaus in Milspe oder den Parkplatz am Hülsenbecker Tal. Um die Kosten zu reduzieren, solle die Verwaltung zudem prüfen, inwieweit Fördermittel beantragt werden könnten.

„Das ist nicht so trivial“, erklärte Fachbereichsleiter Stephan Langhard. Daher wolle man ein Konzept erarbeiten. Einen ersten Vorschlag soll es nach der Sommerpause geben. Es müssten verschiedene strategische, rechtliche und finanzielle Herausforderungen bewältigt werden, heißt es zur Begründung des Verwaltungsvorschlags. Kriterien seien unter anderem die Flächenverfügbarkeit, die Finanzierbarkeit, die Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs, die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit der E-Ladeinfrastruktur, die Netzinfrastruktur, die Netzkapazitäten, die Frequentierung, die laderelevante Verweildauer der Fahrzeuge, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze, die Gestaltung der Ladeinfrastruktur sowie öffentlichkeitswirksame Standorte.

„Entscheidend für die Errichtung einer öffentlichen Ladeinfrastruktur sind vor allem die technischen Möglichkeiten des Stromverteilnetzes“, heißt es von Seiten der Verwaltung. Das lokale technische Wissen in dieser Hinsicht liege bei der AVU Netz GmbH, die das Stromverteilnetz der Netzgesellschaft Ennepetal GmbH & Co. KG betreibt. Daher soll nun eine Arbeitsgruppe mit AVU, Stadtbetrieben und Netzgesellschaft eingerichtet werden, „um kurz- und mittelfristige Maßnahmen zu identifizieren und öffentliche Fördertöpfe zu erschließen.“ Der Bund hat zum Aufbau eines flächendeckenden, bedarfsgerechten und nutzerfreundlichen Ladeinfrastrukturnetzes bis 2020 insgesamt 300 Millionen Euro Fördermittel bereit gestellt.

Zustimmung im Umweltausschuss

Bei den Mitgliedern des Umweltausschusses stieß der Verwaltungsvorschlag auf Zustimmung. FWE-Fraktionschef Rolf Hüttebräuker regte an, auch heimische Firmen anzusprechen und darauf zu achten, dass der Gebrauch der Ladestationen für die Nutzer so einfach wie möglich gemacht wird – etwa durch eine einheitliche Karte. Theo Bicking (SPD) gab den Hinweis, dass es in Ennepetal noch keine Schnellladestation gebe. In Bochum habe Aral zwei solcher Säulen installiert, man sollte mit dem Unternehmen einmal Kontakt aufnehmen.

Ulrich Röhder (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte, dass sich seine Fraktion dem Vorschlag anschließen könne. Die Entwicklung gehe in Richtung E-Auto. Auf Sicht müsse man mit den Lademöglichkeiten dahin, wo die Leute wohnen. Und Peter von der Ley (Fraktion Die Linke/Piratenpartei) bot seine Mitarbeit an. Er fahre selbst ein E-Auto und sei seit Jahren im Bundesverband Elektromobilität aktiv. „Ich mache gerne im Arbeitskreis als Fachberater mit“, sagte er.

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