Theater

Silvestergala mit Knalleffekt

„Arsen und Spitzenhäubchen" mit (v.l.) Robin Schmale, Andre Bornhöft und Marc Neumeister.

„Arsen und Spitzenhäubchen" mit (v.l.) Robin Schmale, Andre Bornhöft und Marc Neumeister.

Foto: Andreas Winkelsträter

Ennepetal.  Jahreswechsel mit dem Leo Theater mit der Vorpremiere von „Arsen und Spitzenhäubchen“.

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Gejubelt wurde gleich mehrmals bei der Silvestergala des Leo Theaters im großen Saal des Hauses Ennepetal. Einmal nach der Vorpremiere der Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ und dann genau zur Jahreswende, als das ganze Theaterteam auf der Bühne stand mit Sektgläsern in den Händen: „Prosit Neujahr!“

Theaterleiter Andreas Winkelsträter hatte zuvor den Countdown eingeläutet: „9, 8, 7 …“. Dann lagen sich alle in den Armen und das neue Jahr startete in bester Stimmung. „Atemlos durch die Nacht“, der Helene-Fischer-Hit gab den Ton an. Doch die Schauspieltruppe, die zuvor Großartiges geleistet hatte, war immer noch gefragt.

Schon lange ausverkauft

Viele Besucher der schon seit langem ausverkauften Silvestergala wollten unbedingt mit den Akteuren in Bild und Film ihrer Handykameras festgehalten werden. So stöckelten der künstlerische Leiter des Leo-Theaters, Marc Neumeister, und das Multi-Talent Robin Schmale als Abby und Martha Brewester von Tisch zu Tisch.

Und auch Frank Paßmann, der als durchgeknallter Teddy Brewster, der zum Schluss auf Safari nach Afrika entführt wurde, nachdem er als „US-Präsident“ oftmals zur Attacke geblasen hatte, konnte erst spät mit seiner Kerstin Rentrop anstoßen. So ging es auch Neumeisters Ehefrau Lea und seiner Schwiegermutter Helga Pohl. Robin Schmales Mutter Marita wartete jetzt – nach der gelungenen Aufführung – endlich entspannt auf ein Prosit mit dem Sohne.

Auf der 13 Meter breiten und damit bislang größten Bühne im Leo-Theater ging es um Morde in einer Familiengeschichte mit allem Drum und Dran, um Reisen nach Panama, die in den Keller des Wohnhauses nahe des Friedhofes (!) führten, und um Tote in einer Truhe. Alles schaurig-fidel serviert mit witzigen Dialogen und köstlichem Spiel von Neumeister und Schmale.

Sie mimten die bezaubernden Schwestern, deren selbstgemachter Holunderwein es in sich hatte und ältere Herren nach „Panama“ beförderte, das Panama im Keller lag, das sich offenbar wunderbar eignete, ins Jenseits entsorgte Männer zu beherbergen – aber nicht ohne Trauerfeier.

Das Haus Brewster präsentiert sich als „Oase des friedlichen Glücks“, geführt von den gastfreundlichen und skurrilen Schwestern. Neumeister und Schmale legten eine große Leistung hin: Männer in Frauenrollen, auf High Heels graziös über die Bühne stöckelnd und auch mit weiblicher Stimmlage versehen. So ganz sympathisch wirkten die Frauen, die Männerleben freundlich beendeten mit Hilfe von Holunderwein, Keksen und Quittenmarmelade.

Zur Kriminalkomödie zählten noch u. a. ein Theaterkritiker, Freundin, „Arzt“, Gangster, Polizisten. Neben Neumeister, Schmale und Paßmann sorgten Peter Hartwig, André Bornhöft, Tim Müller, Carola Schmidt, Luc Paklidat, Wolfgang Simmelink und Stefanie Bornhöft für einen spannenden Theaterspaß.

Marc Neumeister und Robin Schmale führten auch die Regie des erstmals im Jahre 1941 am New Yorker Broadway aufgeführten Stückes, das heute als Klassiker im Fach Kriminalkomödie gilt. Für die umfangreiche Technik war Martin Enke und für die Kostüme Juliette Maiworm verantwortlich. Die eigentliche Premiere findet am 13. Januar im Leo-Theater statt.

Umfangreiches Büffet

Was es noch gab bei der Silvestergala: ein umfangreiches Büffet und Worte des künstlerischen Leiters Marc Neumeister und des Theaterleiters Andreas Winkelsträter zu Beginn der Nacht der Nächte: „Gast zu sein, ist gut. Heimkommen ist besser!“ So die Aussage zum geplanten Umzug des Theaters ins Schwelmer Ibach-Haus. „Ab Mitte Juli sind wir dann im Ibach-Haus in unserem eigenen Theater!“ Sie dankten dem Publikum, das seit vielen Jahren die Treue halte.

Die vierte Silvestergala des Leo-Theaters war die letzte im Haus Ennepetal. Auf Vorstellungen im Haus Ennepetal kann man sich aber noch freuen.

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