Seniorenzentrum

Seniorenzentrum Gevelsberg trägt neuen Namen

Das neue Namensschild am Eingang des Seniorenzentrums an der Kampstraße in Gevelsberg.

Das neue Namensschild am Eingang des Seniorenzentrums an der Kampstraße in Gevelsberg.

Foto: André Sicks

Gevelsberg.  Im Zuge seines Sommerfestes wurde das Seniorenzentrum an der Kampstraße in Gevelsberg umbenannt. Es heißt nun Elfriede-Hetzler-Seniorenzentrum.

Das Seniorenzentrum Gevelsberg der Arbeiterwohlfahrt an der Kampstraße hat einen neuen Namen. Die Einrichtung heißt nun Elfriede-Hetzler-Seniorenzentrum. Die Umbenennung fand im Zuge des Sommerfestes am vergangenen Samstag statt. Elfriede Hetzler lebte von 1898 bis 1976 und war nach Angaben der AWo nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau des Verbandes in Gevelsberg zuständig.

Wer am Samstag durch die Südstraße beziehungsweise auf die Kampstraße fuhr, merkte sofort: hier ist etwas los. Parkplätze am Straßenrand waren nur noch schwer zu bekommen. Ab 14 Uhr hatte das Seniorenzentrum zu sich eingeladen. Viele waren dieser Einladung gefolgt, gab es doch abseits des Rahmenprogramms mit Musik und ausgiebiger Verköstigung einen ganz besonderen Anlass.

Ur-Enkelin Hetzlers in Gevelsberg

„Elfriede Hetzler ist mit dem Seniorenzentrum so eng verbunden gewesen, dass wir uns freuen, dass sie die Namensgeberin unseres Seniorenzentrums in Gevelsberg wird“, sagte Einrichtungsleiterin Kerstin Thiel. René Röspel nahm die Namensgebung in seiner Funktion als Vorsitzender des AWo-Unterbezirks Ennepe-Ruhr vor.

Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi sprach ebenfalls zu den Gästen. Unter ihnen befand sich auch die Ur-Enkelin von Elfriede Hetzler, der feierlich ein Strauß Blumen überreicht wurde. Gerhard Lützenbürger überreichte Kerstin Thiel alle Presseartikel und das gesamte Bildmaterial über das Seniorenzentrum.

Gedenktafel informiert über Geschichte

Auf einer Gedenktafel sind die Verdienste Hetzlers für die Arbeiterwohlfahrt nun nachzulesen. Demnach übernahm Elfriede Hetzler Mitte der 1920er Jahre den Vorsitz der AWo Gevelsberg. 1933 verboten die Nazis den Ortsverein. Unmittelbar nach Kriegsende wurde er im August 1945 wieder gegründet. Hetzler hatte sich maßgeblich dafür eingesetzt und wurde erneut Vorsitzende.

Die Aktivitäten des Ortsvereins konzentrierten sich auf Hilfen für Witwen, Waisen, verarmte Familien und Heimkehrer aus dem Krieg. Von November 1945 bis April 1961 war Elfriede Hetzler Mitglied im Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises. Dort setzte sie sich für Sozialpolitik ein.

Erstbezug 1957 mit 75 Wohnplätzen

In den 1950er Jahren forderte sie den Bau eines Wohnheims für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger in Gevelsberg. Der AWo-Bezirk Westliches Westfalen unterstützte sie dabei. 1956 begann schließlich der Bau. Ein Jahr später eröffnete das Seniorenzentrum.

Der Erstbezug der 75 Wohnplätze erfolgte am 1. September 1957. Zwischen 1973 und 1977 erhielt die Einrichtung den einen Anbau an der Südstraße als Wohnheim mit 46 Plätzen. Im Oktober und im November 1974 erfolgte der Umzug der Bewohner vom Altbau in den neuen Trakt, damit dort die Renovierung beginnen konnte.

Erst ab September 1975 wurden Renovierung und Umstrukturierung des 17-jährigen Altbaus in eine Pflegeeinrichtung mit 44 Plätzen begonnen. Nach 20-monatiger Bauzeit erfolgte die Fertigstellung im Mai 1977.

1961 Amt niedergelegt

Im Jahr 1961 legte Elfriede Hetzler das Amt der AWo-Vorsitzenden nieder und zog 1972 schließlich selbst in das von ihr angeregte Seniorenzentrum. Nun trägt diese Einrichtung ihren Namen.

Schon im Vorfeld des Sommerfestes sagte Gerhard Lützenbürger, Schriftführer des AWo-Ortsvereins und federführender Initiator bei der Umbenennung: „Der AWo-Ortsverein ist stolz darauf, dass seine langjährige Vorsitzende und Initiatorin des Hauses so gewürdigt wird.“

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